Expertin aus dem Innkaufhaus Wasserburg

Verflixt und zugeklebt! Tipps und Tricks zum Einpacken von Weihnachtsgeschenken

Margit Höpfl aus dem Wasserburger Innkaufhaus hat ein geschicktes Händchen für kunstvolle Geschenkverpackungen.
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Margit Höpfl aus dem Wasserburger Innkaufhaus hat ein geschicktes Händchen für kunstvolle Geschenkverpackungen.
  • vonKatharina Heinz
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Die Weihnachtszeit könnte so besinnlich sein – wenn da nicht die lästige Herausforderung des Geschenkeeinpackens wäre. Voller Elan macht man sich an die Arbeit, doch schon ist die Kante des Geschenkpapiers schief, dann verheddert man sich beim Schleifebinden, und zum Schluss – Ratsch! – ist auch noch das Papier gerissen.

Wasserburg – Zu guter Letzt schaut das Geschenk aus, als hätte man es lediglich in die Verpackung hineingeknüllt und eine Schleife darum gewickelt. Das wird peinlich unterm Weihnachtsbaum!

Kunden nutzen gerne den Einpack-Service für Geschenke

Zum Glück bieten viele Geschäfte einen Einpack-Service an. So auch das Innkaufhaus in Wasserburg. Nicht nur Männer sind vom Geschenkeeinpacken überfordert und froh über das Angebot, wie das Klischee vermuten lassen würde. Geschäftsführerin Sibylle Schuhmacher betont: „Der Einpack-Service wird von Kunden querbeet genutzt.“ Viele wollen sich im Vorweihnachtsstress nicht auch noch um die Geschenke-Verpackung kümmern. „Die sind dann einfach happy, wenn diese Sache schon erledigt ist“, so Schuhmacher.

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An der Verpackungsstation, die sich neben der Hauptkasse im Erdgeschoss befindet, war Mitarbeiterin Margit Höpfl schon fleißig im Einsatz – bis zum Corona-Lockdown. Sie ist im Innkaufhaus für die Geschenke-Verpackung zuständig, weil sie ein geschicktes Händchen und eine Portion Talent dafür aufweist. Wer seine Geschenke nicht direkt im Geschäft einpacken lässt, sondern sich selbst daran versuchen will, kann von ihr noch so einiges lernen.

Nicht einfach irgendein Geschenkpapier nehmen

„Ganz wichtig ist ein gutes Geschenkpapier“, betont sie. Es sollte fest sein, damit es nicht gleich reißt. Praktisch sei außerdem ein schwerer Tesafilm-Roller, damit man die Klebestreifen mit einer Hand abtrennen kann. Wer es ganz genau nimmt, benutzt doppelseitiges Klebeband. Dann nämlich ist am Ende überhaupt nichts von der Fixierung zu sehen.Lesen Sie auch:

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„Außerdem achte ich besonders darauf, dass die Farben stimmig sind“, sagt Höpfl, die sich an ihrem Arbeitstischchen im Innkaufhaus in einem wahren Verpackungsparadies befindet: Um sie herum stehen Regale und Tische voller bunter Geschenkpapiere, Schleifen, Schachteln und Tüten, die zum Sortiment der Schreibwarenabteilung gehören. „Wenn die Farben zueinander passen, sieht das Geschenk edler aus“, betont sie.

Beim Geschenke einpacken auch auf die Umwelt achten

Für eine ordentliche Verpackung klappt sie die Kanten des Geschenkpapiers nach innen. Während sich etwa quadratische Geschenke noch relativ einfach verpacken ließen, seien unförmige Dinge schon eher eine Herausforderung. Doch auch dafür hat Höpfl Tipps. „Man kann zum Beispiel aus dem Geschenkpapier eine Tüte falten“, erklärt sie. Daraus lässt sich ein kunstvolles Präsent wickeln, wie die Bilderserie zeigt. Auch fertige Kartons oder Geschenk-taschen sind laut Höpfl dafür gut geeignet.

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Ihr Motto dabei: Immer auch ein bisschen auf die Umwelt schauen und das benutzen, was man zu Hause hat oder wiederverwenden kann. Beispiel: eine einfarbige Einkaufstüte aus Papier. Die Henkel einfach abschneiden, Geschenk rein, das Papier von oben runterrollen. Die Rolle vom Loch aus links und rechts mit Tesa fixieren – oder für eine asymmetrische Rolle nur auf einer Seite. Die abgeschnittenen Henkel lassen sich in eine Schleife am Geschenk stecken. Ein anderes Beispiel für einzigartige Geschenke mit Recycling-Hingucker: An die Schleife kann man Zapfen oder Ästchen aus dem Garten stecken, oder ein Deko-Objekt für Christbaum und Co. dranhängen.

So kreativ können hübsch verpackte Geschenke am Ende aussehen.

„Ich lassen meiner Kreativität einfach freien Lauf“

Allerdings: Schleife ist nicht gleich Schleife. Auch hier kennt Einpack-Expertin Höpfl einige Tricks. Das Problem bei einer einfachen Schuhband-Schleife sei es nämlich, dass immer ein Ende oben, eines unten rauskomme. Schöner sei es, wenn es symmetrisch sei. Dazu ein Band abschneiden – wenn es ein dickes Band ist, müssen beide Ende in die gleiche Richtung auslaufen, also das Band als Trapez formen. Das Band in zwei Schleifen legen und ineinander verknoten. Abschnitte lassen sich, wieder als Trapez zugeschnitten, gut in andere Schleifen hineinbinden. Höpfl benutzt außerdem einen sogenannten „Slicer“, ein Gerät ähnlich wie ein Tacker, aber mit Zacken. Damit lässt sich klassisches Kunststoff-Geschenkband in feine Fäden ziehen. Viel schicker, als das schnöde mit der Schere gekräuselte Band.

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„Ich lassen meiner Kreativität einfach freien Lauf“, sagt Höpfl, die aus Babensham stammt. Zwar habe sie vor einigen Jahren mal Kurse zum Geschenkeverpacken belegt, verlasse sich aber zum Großteil auf ihr Gefühl. Eine Portion Leidenschaft gehört auch dazu. „Es ist meine liebste Arbeit“, sagt sie, während sie gekonnt grünes Geschenkband zu einem Wirbel bindet und in einer Schleife drapiert. Dieses Geschenk, so viel ist schon einmal sicher, wird ein wahrer Hingucker unter dem Weihnachtsbaum.

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