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IN ISEN WAREN NACHBARN DAGEGEN

Viel Platz, Auslauf und Stroh: Tierwohlstall für Schweine entsteht in Holnburg

Sauwohl fühlen sich die Schweine in Robert Schweigers Tierwohlstall. Sie dürfen sich frei auf Stroh bewegen und haben gut 40 Prozent mehr Platz als vorgeschrieben. Schweiger, der Schweinemäster aus Leidenschaft ist, und sein Sohn Josef (9) sind glücklich über den neuen Standort.
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Sauwohl fühlen sich die Schweine in Robert Schweigers Tierwohlstall. Sie dürfen sich frei auf Stroh bewegen und haben gut 40 Prozent mehr Platz als vorgeschrieben. Schweiger, der Schweinemäster aus Leidenschaft ist, und sein Sohn Josef (9) sind glücklich über den neuen Standort.

Robert Schweiger ist Schweinemäster aus Leidenschaft. In Isen wollte er einen sogenannten Tierwohlstall für gesunde und glückliche Schweine bauen. Doch Nachbarn intervenierten. Jetzt hat er für seine Tiere in Holnburg ein Zuhause gefunden.

von Anne Huber

Isen – Als „Sechser im Lotto“ bezeichnet Robert Schweiger den Standort für seinen Mastbetrieb in Holnburg in der Gemeinde Lengdorf. Nachdem sich eine Bürgerinitiative gegen einen geplanten Stall am Ortsrand von Isen gebildet hatte, hatte der Großschwindacher seinen Plan vom Tierwohlstall auf Stroh fast aufgegeben. Umso mehr freut es ihn, dass er mit dem leer stehenden Schweinestall von Martin Gaigl nun doch noch eine Lösung gefunden hat.

Platz für 350 Tiere

330 Schweine hält Schweiger derzeit in Holnburg, Platz hätte er für 350 Tiere. Gemästet werden die Tiere, die als drei Monate alte Ferkel in seinen Stall kommen, nach den Kriterien der Initiative Tierwohl.

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Dazu gehören ein Laufstall und ein Freiluftauslauf mit Strohschüttung. Gefüttert werden die Tiere, die alle von einem Züchter aus dem Landkreis stammen, mit „garantiert gentechnikfreiem Futter“, versichert der zweifache Vater.

Bewegungsfreiheit

In Schweigers Stall steht den Tieren gut 40 Prozent mehr Platz als vorgeschrieben zur Verfügung. Die Schweine werden nach Alter getrennt in verschiedenen Freilaufboxen gehalten.

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„Schweine, die Bewegungsfreiheit haben, haben viel stabilere Gelenke und werden weniger oft krank“, erläutert Schweiger sein Mastkonzept, zu dem die offene Tür zum Auslauf gehört. „Die Tiere können sich dadurch bei jedem Wetter draußen aufhalten“.

Haltungsart braucht weniger Antibiotika

Die Folge dieser Art der Haltung sei, dass man weniger Medikamente brauche und den Einsatz von Antibiotika deutlich verringern könne. Zusätzlich werde den Schweinen durch die Möglichkeit, im Stroh zu wühlen, eine artgerechte Beschäftigungsmöglichkeit geboten.

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Damit sie sich auch bei Hitze sauwohl fühlen, will Schweiger im Sommer für die Möglichkeit sorgen, dass sich seine Schweine suhlen können.

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Auch in Isen wollte Schweiger Strohschweine mästen. 220 Ferkel wollte er zwischen Mülldeponie und Aschberg bis zur Schlachtreife aufziehen. Doch die Nachbarn ringsum hatten sich über eine mögliche Geruchsbelästigung beschwert. Über 400 Unterschriften hatten die Gegner des Maststalls in Isen online gesammelt. Noch heute versteht Schweiger nicht, „warum die Leute so vehement gegen den Tierwohlstall waren“.

Keine Nachbarn

In Holnburg gibt es ringsum keine Nachbarn. Ideal sei der neue Standort aber auch deswegen, weil sein Verpächter hinter ihm steht und den Tieren nur ein kurzer Transportweg von wenigen Kilometern bevorsteht. In Holnburg steht dem Landwirt übrigens mit Gaigls Vater Konrad ein kompetenter und verständnisvoller Züchter und Mäster zur Seite.

Kurze Wegezum Schlachter

Ab Ende Februar wird ein Großteil der schlachtreifen Schweine nach Lengdorf in die Metzgerei von Andreas und Hans Menzinger geliefert. Die beiden Metzgermeister stellen bei Verkauf und Verarbeitung von Schweinefleisch komplett auf Strohschweine um.

„Wir wissen aus Erfahrung, dass Robert Schweiger Qualität liefert“, sagen die Brüder. „Mehr Regionalität geht nicht“, sagen sie dazu, dass Zucht, Mast und Schlachtung im Landkreis stattfinden.

Festpreis garantiert

Zehn bis 15 Schweine, die sie selbst in Lengdorf schlachten, nehmen die Metzger dem Mäster wöchentlich ab. Für Schweiger bedeutet das eine betriebswirtschaftliche Sicherheit und einen garantierten Festpreis. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist“, sagt der Schweinemäster. „In Isen wär‘ ich nie froh geworden“, ist er überzeugt.

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