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Rundgang im Wildfreizeitpark Oberreith

Tierische Kinderstube in Oberreith

Vor 20 Jahren gründete Thomas Mittermair den Wildpark Oberreith.seitz
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Vor 20 Jahren gründete Thomas Mittermair den Wildpark Oberreith.

Wildfreizeitpark Oberreit im Frühlingserwachen: Ein Rundgang mit tierischer Überraschung.

Oberreith – Im Frühling erwacht die Natur und mit ihr die Kinderstube der Tiere. Sobald es wärmer wird, beginnt die „Brut- und Setzzeit“. Viele heimische Tiere bringen nun ihren Nachwuchs zur Welt. So wie aktuell im Wildfreizeitpark Oberreith.

Seit 20 Jahren gibt es den Park, gegründet von Mitinhaber Thomas Mittermair. Er hat seine Liebe zu den Tieren zum Beruf gemacht. Oder vielleicht sollte man besser sagen: Es ist seine Berufung. Der 55-Jährige ist Landwirtschaftsmeister und somit auch ein echter Experte in vielen Bereichen. Die Wasserburger Zeitung begleitet ihn bei einem Rundgang durch den Park.

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Start ist unweit des Eingangs beim Streichelzoo. Darunter sind auch wenige Tage alte Kaninchen, die munter durch das liebevoll angelegte Gehege hoppeln. Die Kaninchen teilen sich dieses mit ein paar Ziegen, Hühnern und einem Pfau, der stolz auf dem Balkon eines Holzhauses sitzt und durch seine wiederholten Rufe auf sich aufmerksam macht.

Wenige Tage alte Zicklein und Lämmer

Nicht weit davon folgen die nächsten Gehege. Wenige Tage alte Zickleins und Lämmchen suchen die Nähe ihrer Mütter. Einige von ihnen sind erst einen Tag alt, doch sie stehen schon munter auf ihren wackligen Beinchen. „Wir haben hier Jakobschafe, die auch Vierhornschafe genannt werden. Diese sind vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es nur noch etwa 3 000 Tiere“, sagt Mittermair. „Wir haben seltene Tiere hier, und wollen sie schützen und erhalten. Die Besucher sollen sehen, dass es diese Art von Schafen noch gibt.“

Von dem Gehege aus geht es weiter zu den Wildtieren. „Das Rotwild zählt zu den größten Hirscharten. Sie haben ein besonders großes und weitverzweigtes Geweih, das sie einmal im Jahr abwerfen. Dann bildet sich ein neues Geweih“, erzählt Mittermair. Er kennt jede einzelne Tierart in seinem Park in- und auswendig. Weiter zu einer hübschen Kapelle mit Springbrunnen beginnt schließlich ein riesiger Wald, in dem vor allem Vögel wie Mäusebussarde, verschiedene Fasanenarten, Kohlraben, Pfautauben, und Strassertauben zu Hause sind.

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Wenn man die strahlend weißen Pfautauben mit ihrem fächerförmigen Schwanz sieht, denkt man sofort an die Friedenstaube. Frieden findet man im Wildfreizeitpark definitiv – aber auch Spaß und Abenteuer. Der Wald ist ein echter Erlebnis- und Lehrpfad mit einem Hochseilgarten, Aussichtsturm und vielen kleinen Stationen die zum Verweilen einladen. Hier sind auch Füchse, Steinmarder, Iltisfrettchen und Wollschweine zu Hause.

Neugierige Blicke begrüßen die Besucher bei den Lamas, die sich ihre Streicheinheiten abholen wollen.

In den hohen Tannen mittendrin ertönen die Rufe verschiedenster Vogelarten. Ein paar Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die schattenspendenden Äste der Bäume. Ein bisschen erinnert es an den Schwarzwald. „Seit einem Jahr haben wir hier Sattelschweine. Auch diese gehören zu den bedrohten Tierarten, genauso wie unsere Wollschweine“, erzählt Mittermair. „Für uns ist wichtig, dass wir hier keine exotischen Tiere haben, sondern nur heimische Haustierrassen, wozu auch alte bedrohte Haustierrassen gehören und einheimische Wildtiere“, setzt er fort. Die Heimat soll hier lebendig sein und dazu zähle auch die Tierwelt.

Zwei Männchen für 30 Weibchen

Direkt neben dem Waldgebiet befindet sich eine riesige Wiese mit Damwild. Hier leben aktuell zwei Männchen. Ein Hirsch hat bis zu etwa 30 Weibchen. Sind zu viele Mädels im Gehege, wird es selbst für den agilsten Hirsch zu stressig. Dann gibt er gerne auch ein paar seiner Damwild-Damen an einen Nebenbuhler ab, wobei natürlich wichtig ist, dass das Gehege sehr groß ist und die Tiere möglichen Streitigkeiten aus dem Weg gehen können.

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Weiter geht es zu den Eseln, Ponys und Lamas. Neugierig begrüßen sie die Besucher und holen sich ihre Streicheleinheiten.

Die kleine Reise durch die Oberreither Tierwelt neigt sich hiermit langsam dem Ende. Ein letzter Gang führt zu den Jakobschafen. In deren Stall ist es verdächtig ruhig. Ein Blick hinein, zeigt die Überraschung: Soeben erblickten zwei niedliche kleine Lämmchen das Licht der Welt. Sie liegen im Stroh und sind noch sehr schwach. Liebevoll kümmert sich die Tiermama um ihre neugeborenen Babys. Die Welt ist nun wieder um zwei kleine Tierchen reicher – und das Schöne daran: Sie zählen zu den bedrohten Tierarten.

Zwei kleine Lämmchen, die soeben das Licht der Welt erblickt haben.

Welchen Beitrag leisten Wildparks zum Artenschutz?

Matthias Nirschl, Biodiversitätsberater des Landkreis Mühldorf, erklärt dazu: „Wildparks leisten weniger einen Beitrag zum Artenschutz. Wenn sich Wildparks oder allgemein zoologische Gärten die Aufzucht von bedrohten Tierarten wie dem Luchs zur Aufgabe machen, liegt ihr Beitrag eher beim Arterhalt. In seltenen Fällen können diese Arten für Auswilderungsprojekte dienen. Beim Artenschutz geht es darum, funktionierende Ökosysteme zu schaffen und zu erhalten. Dies kann ein solcher Park nicht bieten. Der Beitrag von zoologischen Gärten beim Umweltbildungsauftrag ist dennoch nicht zu unterschätzen. Im Naturschutz gibt es den alten Spruch: Nur was ich kenne, schätze ich und nur was ich schätze, schütze ich. Zoologische Gärten machen die Natur erlebbar und wecken so das Interesse am Umweltschutz. Dabei ist es auch egal, ob es bedrohte Tierarten sind oder nicht.“soh

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