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500 Tage Bürgermeister (Teil 2)

Soyens Bürgermeister Thomas Weber: „Es sind zu viele Projekte auf der To-Do-Liste“

Thomas Weber ist seit 500 Tagen Bürgermeister in Soyen. Auf dem Foto befindet er sich auf seinem Liebliengsplatz: am Rathaus.
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Thomas Weber ist seit 500 Tagen Bürgermeister in Soyen. Auf dem Foto befindet er sich auf seinem Lieblingsplatz: am Rathaus.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Von Corona, über die Dorferneuerung, bis zur Schaffung von neuen Baugebieten. Thomas Weber, Bürgermeister aus Soyen, steht im Interview zu seinen ersten 500 Tagen im Amt Rede und Antwort.

Soyen – Seit der Kommunalwahl im Jahr 2020 sind im Altlandkreis Wasserburg exakt 13 neue Bürgermeister in Amt und Würden. Unsere Heimatzeitung fragte nach, wie die ersten 500 Tage ihrer Amtszeit verlaufen sind. Lesen Sie heute die Antworten von Thomas Weber (GWS), Bürgermeister in Soyen.

Wie hat Corona in den ersten 500 Tagen mitregiert?

Thomas Weber: Corona hat sich stetig und leider unberechenbar in dieser Zeit bemerkbar gemacht. Ganz abgesehen von vielen neuen Aufgaben und Pflichten, die personell und wirtschaftlich bemerkenswerte Ressourcen gebunden und damit andere Projekte zeitlich verzögert haben, ist es gerade für einen neuen Bürgermeister schwierig, ohne die notwendige Nähe zum Bürger zu agieren. Das hat mich persönlich berührt.

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Eine Kommune in der Größe Soyens lebt und gestaltet sich in einem Miteinander, wenn jegliche Zusammenkünfte über einen doch langen Zeitraum nicht erlaubt sind, vermindern sich Quantität und Qualität der meiner Ansicht nach sehr wichtiger Kommunikation.

Positiv bemerken kann ich, dass eine hohe Akzeptanz in Bezug auf die einzuhaltenden Regeln sowohl im Gemeinderat, bei meinen Mitarbeiter*innen als auch bei Rathausbesucher*innen vorhanden war und ist.

Die Dorferneuerung ist ein schwieriges Thema. Wie gehen Sie das Projekt an? Was sind die Ziele? Wie ist der Zeitplan?

Weber: Hier sind die Auswirkungen der Pandemie im Bezug auf den Zeitplan deutlich. Der Arbeitskreis konnte/durfte nicht zusammenkommen, immer wieder wurden Termine verschoben. Die Bebauung im Bereich des ehemaligen Bahnhofsgebäudes schreitet voran.

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Zeitlich streben wir an, dass das sich anschließende Gelände alsbald gestaltet werden kann. Nachdem der Arbeitskreis nun wieder aktiv ist, konkretisieren sich die Planungen, Gestaltungs- und Materialoptionen werden diskutiert. Noch im September sollen diese Überlegungen dem Gemeinderat vorgestellt, erste Beschlüsse gefasst werden. Selbstverständlich informieren wir auch die breite Öffentlichkeit über diese Ergebnisse.

Wie steht es um die Schaffung von Baugebieten und weiterem Wohnraum?

Weber: Während im neuen Baugebiet Soyen-Süd viele junge Familien derzeit ihr neues Zuhause errichten, erhalten wir stetig neue Anfragen auf Baugrund. Der Gemeinderat Soyen hat sich dazu entschlossen, eine sogenannte Strukturplanung zu erarbeiten. Das bedeutet, dass ein Planungsbüro beauftragt wurde zu untersuchen, wo und in welchem Umfang weiteres Bauland angeboten bzw. erschlossen werden könnte. Dabei soll auch der Aspekt der Innenverdichtung eine Rolle spielen. Diese Strukturplanung soll eine mittel- und langfristige Gestaltung bzw. Erweiterung von Baugebieten erleichtern und sichern. Ziel ist eine bedarfsangemessene aber auch verträgliche Schaffung von Wohnraum in der Gemeinde. Erste Planungsentwürfe sollen in einer der nächsten Sitzungen des Rates diskutiert werden.

Was sind Ihre Pläne zum Kindergartenausbau?

Weber: Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass Handlungsbedarf besteht, um mittelfristig unser sehr gutes Betreuungsangebot aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu erweitern. Wir streben an, den Gesamtkomplex Kindergarten-Schule-Sportverein in Bezug auf Erweiterungsoptionen zu betrachten.

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Die Problematik liegt in derzeit fehlenden personellen Ressourcen in unserer Gemeindeverwaltung, prioritär musste ein weiteres großes Bauprojekt vorgezogen werden. Dennoch fanden bereits erste Gespräche mit einem Planungsbüro zu diesem wichtigen Thema statt, bestmöglich bleiben wir an diesem Thema dran.

Welches Thema brennt Ihnen zurzeit besonders unter den Nägeln?

Weber: Zurzeit brennt mir die Zeit unter den Nägeln, das trifft es eigentlich genau. Es ist absolut verständlich, dass ein Außenstehender angesichts der für alle schwierigen vergangenen Monate den Eindruck haben könnte, es geht nichts voran in der Gemeinde. Dem ist nicht so. Im Gegenteil, wer unsere Sitzungsberichte verfolgt, weiß, dass sich neben dem üblichen Tagesgeschäft eigentlich momentan zu viele Projekte auf unserer To-Do-Liste befinden. Die Motivation, der Wille ist da, die Arbeitsqualität ist hoch, das Pensum jedoch derzeit beachtlich.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie morgens ins Rathaus gehen?

Weber: Auf die Herausforderung, alle geplanten und unvorhersehbaren Arbeiten, Termine, Ereignisse zu bewältigen. Ein Bürgermeister weiß eigentlich nie genau, was ihn erwartet, kein Tag gestaltet sich gleich, man ist Ansprechpartner für Jeden und Jedes. Das macht meinen Arbeitsplatz so interessant.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Gemeinde frei hätten…?

Weber: ...wäre es, dass sich jedes Gemeindemitglied bei uns wohlfühlen kann, das Gefühl hat, seine Meinung einbringen zu können, dazuzugehören und respektiert zu werden. Ich erlebe leider immer noch zu oft, dass durch mangelnde Kommunikation bzw. Nachfrage Falschinformationen oder Gerüchte in Umlauf gebracht werden, die unnötig Unmut und Missverständnisse verursachen. Transparenz war das große Schlagwort des kommunalen Wahlkampfes, meinen Beitrag hierzu leiste ich gerne!

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