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500 Tage Bürgermeister (Teil 13)

Trotz Bevölkerungsdruck aus München: Bürgermeister will, dass Maitenbeth dörflich bleibt

Das Maitenbether Rathaus ist preisgekrönt, dass die Gemeinde aber nicht ständig solche Bauwerke errichten kann, sei angesichts der Gemeindekasse logisch, meint Bürgermeister Thomas Stark.
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Das Maitenbether Rathaus ist preisgekrönt, dass die Gemeinde aber nicht ständig solche Bauwerke errichten kann, sei angesichts der Gemeindekasse logisch, meint Bürgermeister Thomas Stark.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Seit 500 Tagen ist Bürgermeister Thomas Stark in Amt und Würden. Sorgen beretiet ihm vor allem der Großraum München, der auch „vor den Gemeindegrenzen keinen Halt machen wird.“

Maitenbeth – Seit der Kommunalwahl im Jahr 2020 sind im Altlandkreis Wasserburg exakt 13 neue Bürgermeister in Amt und Würden. Unsere Heimatzeitung fragte nach, wie die ersten 500 Tage ihrer Amtszeit verlaufen sind. Lesen Sie heute die Antworten von Thomas Stark (Bürgerliste),

Wie hat Corona in den ersten 500 Tagen Ihrer Amtszeit mitregiert?

Thomas Stark: „Mitregiert“ ist wahrscheinlich zu drastisch ausgedrückt. Aber die Pandemie hat vieles beeinflusst. Am deutlichsten war das vielleicht im Kindergarten, für dessen Betrieb teilweise im Wochentakt neue Anweisungen kamen. Der neue Gemeinderat hat noch nie im Sitzungssaal getagt, da dort die erforderlichen Abstände nicht einzuhalten sind. Und natürlich war das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde eingeschränkt. Wie das als Bürgermeister ist, erlebe ich erst jetzt, wo die ersten Vereinsversammlungen wieder möglich sind. Dass sich das weiter normalisiert, hoffe ich sehr und darauf freue ich mich.

Für die Vergabe von gemeindlichen Grundstücken zugunsten neuen Wohnraums hat die Gemeinde Maitenbeth jetzt ein Ansiedlungsmodell. Wie funktioniert das?

Stark: Wir haben ein Punktesystem, das soziale Kriterien und Ortsansässigkeit bewertet. Zu den sozialen Kriterien gehört das Vermögen, das Einkommen und die Zahl der Kinder, aber auch die Pflegebedürftigkeit eines Familienangehörigen. Bei der Ortsansässigkeit geht es um Wohnsitz und Berufstätigkeit in Maitenbeth und auch um ehrenamtliches Engagement. Mit dem Ansiedlungsmodell geht es uns darum, jungen Familien die Möglichkeit zu bieten, sich Wohneigentum zu schaffen, und davon besonders unseren lokal verwurzelten Bürgern. Die Preise für Baugrund auf dem freien Markt sind stark von Kaufinteressenten aus dem Großraum München beeinflusst. Das übersteigt sehr oft die Möglichkeiten der ortsansässigen jungen Bevölkerung. Dem will das Ansiedlungsmodell abhelfen. Wer sich genauer informieren möchte, findet den kompletten Text auf der Homepage der Gemeinde.

Auch das Neubaugebiet Schellenberg soll künftig mehr Wohnraum in Maitenbeth bieten und dann ist da noch das Neubaugebiet Am Schmiedsee. Maitenbeth wächst über sich hinaus. Was ist dabei zu beachten?

Stark: Die Baugebiete Schellenberg und am Schmiedsee bieten insgesamt 18 Bauplätze, die wir im Ansiedlungsmodell vergeben können und neun weitere Bauplätze im privaten Besitz und einen für ein Mehrfamilienhaus. Die Gemeinde hat eine Sammlung von über 70 Bewerbungen um einen Baugrund. Davon sind wahrscheinlich manche nicht mehr aktuell, der großen Nachfrage können wir wohl aber trotzdem nicht gerecht werden. Maitenbeth wächst, das ist richtig. Wir wollen den Maitenbetherinnen und Maitenbethern, die im Ort bleiben möchten und hier ihre Zukunft sehen, ja die Möglichkeit bieten, das zu verwirklichen. Da das letzte Baugebiet vor zehn Jahres ausgewiesen wurde, halte ich die Entwicklung für angemessen. Aber es ist richtig, dass man vor allem angesichts des Bevölkerungsdrucks aus dem Großraum München darauf achten muss, dass die Struktur des Ortes nicht leidet. Das lässt sich vor allem durch den Zeitpunkt steuern, zu dem man den nächsten Bebauungsplan angeht.

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Die Gemeinde Maitenbeth hat beim Deutschen Städtebaupreis 2020 eine „Belobigung“ erhalten. Ist das jetzt ein Ansporn oder ein Ruhekissen?

Stark: Dass Maitenbeth mit der Belobigung quasi in der nationalen Liga mitspielt, ist wirklich erstaunlich. Natürlich ist das ein Ansporn, wir haben ja mit dem alten Rathaus noch ein Projekt. Auch der Ersatzbau dafür soll sich gut in den Ort einfügen. Andererseits ist Maitenbeth ein kleines oberbayerisches Dorf, in dem die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Der Blick in die Gemeindekasse bringt einen da schnell wieder auf den Boden. Dass wir nicht ständig preisverdächtige Bauwerke errichten können, scheint mir daher selbstverständlich. Also: Nicht ausruhen, sondern weitermachen, aber auf dem Boden der Tatsachen.

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Worauf freuen Sie sich morgens, wenn Sie ins Rathaus gehen?

Stark: Auf die Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, im Bauhof und im Kindergarten und die Zusammenarbeit mit allen, die wirklich sehr gut ist. Auf die Gespräche mit ganz vielen verschiedenen Leuten. Und auf einen spannenden Tag. Aber der ist fast garantiert. Denn es gibt eigentlich täglich eine neue Thematik, eine Herausforderung, mit der man so nicht gerechnet hat.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Gemeinde frei hätten, dann …

Stark: würde ich mir eine Entwicklung für Maitenbeth wünschen, die den dörflichen Charakter erhält. Das wird aber nicht ganz einfach werden, da der Großraum München vor den Gemeindegrenzen nicht halt machen wird. Ich hoffe sehr, dass bei dieser großen Aufgabe erfolgreich sein können.

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