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Neuer Kreisbrandmeister aus Haag

Thomas Schober aus Haag ist der Feuerwehrmann für die extrem gefährlichen Einsätze

Spezialist für Gefahrgut: Kreisbrandmeister Thomas Schober.
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Spezialist für Gefahrgut: Kreisbrandmeister Thomas Schober.
  • VonLudwig Meindl
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Eng, verraucht, dunkel, heiß: Unter diesen extremen Bedingungen arbeitet Thomas Schober aus Haag, Experte für Feuer, die nur unter schwerem Atemschutz bekämpft werden können. Ein Portrait des neuen Kreisbrandmeisters für Gefahrgut, der in jungen Jahren schon viel erlebt hat.

Haag – Landrat Max Heimerl hat Thomas Schober zum neuen Kreisbrandmeister für Gefahrgut ernannt. „Das ist eine Ehre für Haag“, sagt Kommandant Thomas Göschl. Thomas Schober hat eine Bilderbuchkarriere vom Anwärter bis zum Zugführer und Kreisbrandmeister hinter sich – und schon viel erlebt im Dienst.

Schober ist 37 Jahre, gebürtiger Haager, beruflich Ingenieur für Produktionstechnik und seit dem 16. Lebensjahr bei der Feuerwehr engagiert. Seine Ernennung würdigte Kommandant Thomas Göschl: „Wir können stolz sein, dass wir mit Herbert Rutter und Thomas Schober jetzt zwei Kreisbrandmeister haben. Das ist eine Wertschätzung unserer Feuerwehrarbeit und Ausbildung hier in Haag.“

Auf der Drehleiter sprang der Funke über

Die Feuerwehrkarriere von Schober startete, als er im Bauhof zur Ferienarbeit eingesetzt war. Thomas Göschl schlug ihm vor, auf der Drehleiter zum Abmontieren der Maibaumfiguren mitzufahren. Das wurde ein markanter Tag für die Laufbahn von Schober, denn Göschl hatte auf dieser Fahrt einen Feuerwehrantrag dabei. Der heutige Kreisbrandmeister wurde mit 16 Anwärter und mit 18 in die aktive Mannschaft aufgenommen.

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Ebenfalls vom Kommandanten kam die Anregung, sich auf den Einsatz für den Atemschutz zu spezialisieren. „Das ist mein Schwerpunkt geworden“, so Schober. Seit 2005 fungierte er als Atemschutzgerätewart, 2009 übernahm er die Leitung Atemschutz. Haag verfügt bereits seit den 90er Jahren über eine eigene Atemschutzübungsstrecke. Schobers Aufgaben bestanden in der Wartung der Geräte und in der Ausbildung. „Dazu gehörte auch das Gefahrgut“, so Schober.

Szenarien: Eng, dunkel, verraucht

Dieses erfordere eigene Anzüge und spezielle Ausbildung, über die nur drei Wehren im Landkreis verfügen. Messgeräte dienen zum Aufspüren giftiger Gase und Stoffe. Für die Ausbildung für den Atemschutz ist eine Tauglichkeitsuntersuchung beim Arzt notwendig. Die größte Herausforderung besteht darin, dass der Einsatz in „lebensfeindliches Umfeld“ führt, wo es sehr heiß ist, dunkel und verraucht, es keine Luft zum Atmen gibt und beengte Verhältnisse vorherrschen. Genau diese Szenerie vermittelt die Übungsstrecke, dazu kommen Brand- und Unfallgeräusche.

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Unvergessen blieb Schober ein Einsatz bei heftigem Schneefall an einem Tanklastzug, aus dem Essigsäure auslief. Er wurde im schweren Anzug vorangeschickt, um den Auslauf einzudämmen, und kann die Momente heute noch gut nachvollziehen: „Das ist ein beklemmendes Gefühl. Man ist voll auf sich allein gestellt in einer Situation, die man so vorher nicht trainieren kann.“

Harmloser fiel ein Alarm aus, als Rauch aus einer Wohnung austrat. Die Wehr hatte den gesamten Löschaufbau bereits geleistet, als die Tür aufgebrochen wurde. Schober stürmte hinein und stellte fest: Im Ofen war die Pizza verbrannt, auf dem Sofa der Bewohner eingeschlafen, berichtet er schmunzelnd..

Später legte er seine Landkreisausbildung für den Atemschutz ab, „ein Meilenstein auf dem Weg zum Kreisbrandmeister“, kommentiert Göschl. Von da ab knüpfte Schober wichtige Kontakte zu verschiedenen Wehren und Funktionsbereichen bis hin zu Werkfeuerwehren. „Auch hier spielte Gefahrgut eine Rolle“, so Schober.

A94: Gefahrgut im Fokus

Mit Blick in die Zukunft widmet er sich der neuen Definition des Aufgabenbereichs „Gefahrgut“ für den Landkreis. Dieses Ressort wurde immer umfangreicher. Gerade wegen der Nähe zur Autobahn A94 wolle sich der Landkreis in puncto „Gefahrgut“ jetzt „noch besser aufstellen“. So werde er für die nächste Zeit die Planung der Ausrüstung, der Übungskonzepte und Ausbildung als Schwerpunkte erarbeiten.

Mit seinen neuen Aufgaben auf Landkreisebene will der neue Kreisbrandmeister Haag nicht aus den Augen verlieren: „Der Feuerwehr Haag bleibe ich als Zugführer erhalten.“

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