Themenrundgang Wasser: Mineralbäder im Haager Land ohne Chance

Die Teilnehmer des Rundgangs beim Stopp am Löwenbrunnen.
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Die Teilnehmer des Rundgangs beim Stopp am Löwenbrunnen.

Neben Bürger- und Geschäftshäusern stand beim „Haager Rundgang“ die Wasserversorgung auf dem Besichtigungsprogramm. Vor dem Löwenbrunnen erinnerte Referent Ludwig Meindl an die erste Haager Wasserversorgung, die mit einem Tiefbrunnen am Schlossturm den Burgbewohnern galt.

Haag – Das Wasser wurde damals aus Stürzlham über „hilzerne Rern“ auf den Marktberg geleitet. Landrichter Pettenbeck ließ die Rohre unter dem Rainbach aus Blei ersetzen. Der Landwirt Möltl aus Stürzlham lieferte auch das „Preuwasser“ für die Bierproduktion im gräflichen Brauhaus, das bald über einen eigenen Brunnen verfügte. 1748 wurden die Rohre durch gusseiserne ersetzt.

Über das Haager Zentrum waren Brunnen wie der nicht mehr zu sehende in der Kirchdorfer Straße und „Prunstuben“ mit einem Grandl zum Wäschewaschen, so vor St. Kunigund, verteilt. 1869 erfolgte die Versorgung über Eisenrohre. 1908 wurde die Wasserreserve im Schulgarten gebaut, heute Spielplatz an der Burgmauer.

Im Beisein von Bürgermeisterin Sissi Schätz, Pfarrer Pawel Idkowiak und „Haag aktiv“-Chef Thomas Sax machte sich die Gruppe am „Hofgarten“, wo einst der Gärtner der Burg Gemüse anbaute, auf den Weg. Stationen waren der Hinterederhof an der Freiham, die Oberwallner-Villa, der Kirchplatz mit einstiger Schule, Spital und Lehrerhaus.

Blick auf das älteste Haus in Haag

Erläuterungen an der Hauptstraße gab es für die Rundgangteilnehmer zu den frühen Gastronomen vom „Haltenberger“ bis zum Tilly-Wirt, der „Neuen Post“, dem „Brandlwirt“ und den Kaufhäusern Reicheneder, Oberwallner und Schreyer. Zum Abschluss gab es Blicke auf das älteste Haus in Haag und das einstige Schrannen- und Schlossensemble.

Im „Graf Ladislaus“ konnten die Teilnehmer historische Aufnahmen von den Bürgerhäusern und Einrichtungen bewundern. Alois Kern aus der einstigen Brauerei-, Elektrizitätswerkgründer- und Sägewerkfamilie, gab einige Anekdoten zum einstigen Haager Gefängnis auf der gegenüberliegenden Seite zum besten.

Einstige Mineralbäder

Den Bogen zur Wasserversorgung schlossen die Hinweise Meindls auf die einstigen Mineralbäder der Umgebung. Dazu zählte Annabrunn mit Heilwasser für Gichtleidende, Lähmungen und Geschwüre und das Mineralbad Hacklthal bei Kirchdorf. Die Betreiber konnten allerdings schon im 19. Jahrhundert den Standard, den die Städter forderten, nicht mehr leisten, sodass allmählich die Heilbadgäste aus der Hauptstadt ausblieben und die Einrichtungen als „sich nicht rentierend“ wieder geschlossen wurden. xy

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