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Ein Stück lebendige Dorfgemeinschaft

Theatergemeinschaft Amerang präsentiert 40 Jahre Theatergeschichte

Mit Knalleffekt: Abgang der Hexe aus „Hänsel und Gretel“.
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Mit Knalleffekt: Abgang der Hexe aus „Hänsel und Gretel“.
  • VonInge Graichen
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Seit vier Jahrzehnten bereichert die Theatergemeinschaft Amerang das gesellschaftliche Leben in ihrer Gemeinde. Bei einem Festabend belegten die Theaterer ihr Talent auch mit kurzen Spielszenen und kündigten an, was als nächstes gespielt wird.

Amerang –Als versierter Moderator führte Amerangs Altbürgermeister August Voit das Publikum durch die bewegte Theatergeschichte der Ameranger. Im Interview mit ihm erinnerte der langjährige Vorsitzende Konrad Gubisch: „Am Anfang stand die Einweihung der Gemeindehalle 1981, bei der wir recht kurzfristig und spontan eine Gerichtsszene präsentierten, dann aber kamen gleich danach Aufführungen weiterer Stücke schon als Theatergemeinschaft Amerang – die offizielle Eintragung als Verein war allerdings erst 1983.“

„Hottowa“ war einer der Höhepunkte

Man war sich einig, dass der Höhepunkt der Geschichte der Theatergemeinschaft Amerang die besuchermäßig äußerst erfolgreichen Aufführungen des Freilichttheaterstücks „Hottowa“ im Bauernhausmuseum Amerang waren, erstmals zur 1200-Jahr-Feier 1988 und nochmals 2002 und 2012, auf der Grundlage einer Begebenheit auf einem Bauernhof in Heinrichsberg in der Nähe von Amerang aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges.

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Da die Umsetzung einer szenischen Darstellung aus dieser Theateraufführung zu schwierig gewesen wäre, wurde durch Auftritte des Männergesangsvereins mit den Liedern „Es is koa leichts auf dera Welt“, „Ja ich bin zufrieden“ und „Die Gedanken sind frei“ daran erinnert; denn damit hatten die Sänger damals alle „Hottowa“-Aufführungen begleitet.

Nochmals wagten sich die Ameranger Theaterer 2018 ans Open-Air-Theater – ansonsten hätten sie wegen der Hallensanierung pausieren müssen. Und suchten sich dafür ein besonderes Stück: „Momo“ nach dem Roman von Michael Ende, mit über 50 Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen und einem vielköpfigen Ensemble kleiner und großer, jüngerer und älterer Schauspieler. In einer Szene mit wichtigen Figuren des Spiels wurde am Festabend von den Ameranger Theaterern unter anderem gezeigt, wie sie mit der jeweiligen Situation angepasster musikalischer Untermalung und mit dem Einsatz verschiedener Farben der Beleuchtung die Inhalte des Stücks auch bühnentechnisch hervorragend umgesetzt hatten.

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Die Theatergemeinschaft bot ihrem Publikum in den vergangenen Jahren eine große Bandbreite an Theaterstücken: Mal servierten sie Theater mit ernstem Hintergrund, dann wieder Komödien. Dass sogar beide Motivationen fürs Theaterspielen in einem Stück verbunden werden können, zeigte auf dem Festabend beispielhaft eine Szene aus „Ratsch und Tratsch“, 2017 aufgeführt.

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Mit einer Szene aus „Der Meisterboxer“ von Otto Schwartz und Carl Mathern machten die Ameranger Theaterer am Festabend deutlich, dass ihnen auch viel an einer adäquaten schauspielerischen Umsetzung liegt. Nur ein ausgeklügeltes Detail: eine Zimmerpflanze, die sich erst durch Schnaps richtig entfaltet.

Schließlich ist die Theatergemeinschaft Amerang auch noch bekannt für ihre speziellen Märchen-Aufführungen für Kinder, beim Festabend versinnbildlicht mit einer Szene aus „Hänsel und Gretel“: Der Abflug der Hexe belegte anschaulich die pyrotechnischen Fähigkeiten der Ameranger Bühnentechniker.

Der Nachwuchs steht schon auf der Bühne

Und damit es auch Nachwuchsschauspieler gibt, integrieren die Ameranger Theaterer Kinder und Jugendliche in ihre Reihen und veranstalten in den Schulferien Theater-Workshops für Kinder – ein szenisches Ergebnis eines solchen Workshops wurde ebenfalls am Festabend gezeigt.

Zum Abschluss seines Grußworts meldete Konrad Linner noch einen Wunsch an: „Ich war begeistert von euren Karl-Valentin-Abenden. Ein Revival wäre wirklich super.“ Kommendes Jahr wird dieser Wunsch allerdings wohl noch nicht in Erfüllung gehen, denn die Theatergemeinschaft Amerang möchte das der Corona-Pandemie zum Opfer gefallene Stück „Außer Kontrolle“ im Frühjahr 2023 endlich aufführen – aber dann?

Wichtiger Beitrag zur lebendigen Dorfgemeinschaft

Den jahrzehntelangen Beitrag der Theatergemeinschaft Amerang zu einem lebendigen Dorfleben würdigte am Festabend durch ein Grußwort der amtierende Ameranger Bürgermeister Konrad Linner. Er ist wie auch sein Vorgänger im Amt, August Voit, langjähriges Mitglied der Theatergemeinschaft Amerang. Beide betonten, dass die Aktiven der Theatergemeinschaft einen großen Beitrag zum Funktionieren der Dorfgemeinschaft leisten. Linner hob hervor, dass die Ameranger Theaterer sich sehr um ein effektives und reibungsloses Zusammenwirken aller Ortsvereine bemühen. Die Anerkennung für dieses Engagement kam am Festabend zum Ausdruck auch in der musikalischen Unterstützung durch den Männergesangsverein und durch ein Bläser-Ensemble der „Dorfmusik“, der Ameranger Blasmusikkapelle, sowie der Übernahme der Versorgung mit Verpflegung durch den Trachtenverein.

Ehrungen für engagierte Theaterarbeit

Der oberbayerische Bezirksvorsitzende im Verband Bayerischer Amateurtheater Sepp Käser ehrte Ingrid Kaindl – schon im Schultheater aktiv – für 60 Jahre aktiver und engagierter Theater- und Bühnentätigkeit, Monika Rechl für 50 Jahre Wirken im Amateurtheater, Konrad Gubisch und Hans Flötzinger für 40 Jahre, Herbert Biedermann für 30 Jahre, Rosemarie Wiesböck und Marion Hronek für 25 Jahre Arbeit fürs Amateurtheater. Besonders eindrucksvoll – auch weil es eine gelungene Überraschung für die Geehrten war: die gewissermaßen „hauseigene“ Ehrung für Konrad Gubisch und Hans Flötzinger für 40 Jahre Tätigkeit als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der Theatergemeinschaft durch die Ameranger Theaterer und Amerangs Bürgermeister Konrad Linner.

„Meisterboxer“ Friedrich Breitenbach (beim Festabend dargestellt von Sepp Mitter) gießt bei seiner Rückkehr als angeblicher Sieger die Grünpflanze in seinem Salon mit Schnaps – mit unglaublicher Wirkung.
Ratsch und Tratsch in der Gaststube – von Moritatensänger und Ziachspieler Leo Fischbacher kommentiert.
Für viele Jahre aktiver und engagierter Theater- und Bühnentätigkeit beim Amateurtheater wurden von Sepp Käser, dem oberbayerischen Bezirksvorsitzenden im Verband Bayerischer Amateurtheater (von rechts) Hans Flötzinger, Rosemarie Wiesböck, Ingrid Kaindl, Monika Rechl, Herbert Biedermann und Konrad Gubisch geehrt, links daneben der Moderator des Abends, Amerangs Altbürgermeister Augustin Voit.

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