Tankwagen verunglückte: Unternehmensmitarbeiter hielten Leck zu

Wasserburg – Die Wasserburger Feuerwehr blickt bei ihrer Hauptversammlung auf ein einsatzreiches Jahr zurück, die evangelische Kirchengemeinde lässt alte Konflikte hinter sich und arbeitet in neuer Zusammensetzung und Harmonie an ihren Projekten.

Wasserburg – Die weitaus meisten Einsätze der Wasserburger Feuerwehr waren – wie schon in den vergangenen Jahren – sogenannte technische Hilfeleistungen. So musste die Feuerwehr 16-mal ausrücken, um eine Ölspur zu beseitigen, achtmal leistete man Hilfe bei Verkehrsunfällen, dreimal reinigte man die Fahrbahn nach einem Unfall und viermal wurden die Feuerwehrler bei Wasserschäden gerufen. Insgesamt 85-mal rückte die Wasserburger Feuerwehr 1994 aus. Knapp an einer Umweltkatastrophe vorbei kam die Stadt kurz vor Weihnachten 1994. Ein Tankwagen, der mit 36 000 Liter Heizöl beladen war, verunglückte am Herder. Einige Mitarbeiter der benachbarten Firma Madaus hielten jedoch geistesgegenwärtig das am Tank entstandene Leck zu, sodass nur rund 1300 Liter Öl ins Freie gelangten.

Noch vor einem Jahr hatte es in der evangelischen Gemeinde kräftig gekracht. Pfarrer und Teile des Kirchenvorstandes waren heftig aufeinandergeprallt, das Pfarrerehepaar Henninger hatte schließlich seine Kündigung bekannt gegeben. Doch nicht nur an der Pfarrerstelle hat es seither eine Veränderung gegeben, auch der Kirchenvorstand wurde neu gewählt. „Wir haben eigentlich keine Probleme mehr“, glaubt Gerhard Berger, der neue Vertrauensmann dieses Gremiums, in einer ersten Bilanz. Im Moment eint die Gemeinde vor allem die Sorge, wie es mit der Besetzung der Pfarrerstelle weitergehen wird, nachdem der „neue“ Pfarrer Dr. Schwab die Gemeinde nach nur einem halben Jahr überraschend wieder verlässt. Doch auch andere Fragen werden diskutiert, an einem „Sechs-Jahre-Programm“ wird gearbeitet. Die Außenorte will man beispielsweise „näher heranführen“, in der Jugendarbeit neue Ansätze suchen, sich „um die Etablierten kümmern und genauso um die Kirchenfernen“. An dieser Grundsatz-Frage hatte sich der Konflikt am Ende am heftigsten entbrannt. Noch vor einem Jahr war bei öffentlichen Kirchenvorstands-Sitzungen massiv um Positionen gekämpft worden. Jetzt tage man wieder hinter verschlossenen Türen, so Berger, „weil wir kein Forum für Selbstdarstellungen sind“.

Weitere Meldungen in der Woche vom 30. März bis zum 5. April 1995:

Brüssel – Im Kampf gegen den immer dreisteren Betrug zu Lasten der EU-Kassen hat die Europäische Union erste Erfolge verbucht: 1994 stieg die Zahl der aufgedeckten Taten um 60 Prozent auf 4264 Fälle. Dabei hatten Kriminelle umgerechnet über 1,9 Milliarden Mark – etwa 1,2 Prozent des gesamten EU-Haushaltes – in ihre Taschen gesteckt. Die EU zeigt sich besonders besorgt über den Griff von Mafia-ähnlichen Banden nach Gemeinschaftsgeldern.

Oberpfaffenhofen – Im Bereich der Nordhalbkugel haben Forscher einen „dramatischen Ozonabbau“ festgestellt. Nach Angaben der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt ergebe sich aus den Messungen, dass im nordpolaren Wirbel die Ozonkonzentration in einer Höhe von 15 bis 20 Kilometern bis zu 60 Prozent abgenommen habe. Teilweise konnte eine Reduktion der Ozonkonzentration von 0,7 Prozent täglich nachgewiesen werden.

Stuttgart – Die Mercedes-Benz AG bringt erstmals in einem Serienautomobil einen Regensensor für den Scheibenwischer auf den Markt. In der neuen E-Klasse, die von Juni an verkauft wird, regelt ein Sensor je nach Regenintensität die Intervallpausen.

Rom – Italiens Raucher gehen auf die Barrikaden. Nach dem spektakulären Spruch des regionalen Verwaltungsgerichts für Latium, das das Rauchen in der Öffentlichkeit landesweit untersagt hatte, kam es zu Protesten. Nach der neuen Regelung ist der Tabakkonsum künftig nicht nur wie bisher in Kinos oder in Krankenhäusern verboten, sondern auch in Restaurants Bars, Geschäften, Schulen und Banken. Nicht betroffen von dem Verbot ist das Rauchen am Arbeitsplatz.

Tutzing – Jugendliche verbringen heutzutage nicht mehr Zeit vor dem Fernseher als vor zehn Jahren – das ergab eine Studie, die in der Evangelischen Akademie Tutzing vorgestellt wurde. Mit durchschnittlich 96 täglichen Fernsehminuten sehen Jugendliche und junge Erwachsene unter 30 Jahren weit weniger fern als ältere Menschen. Bundesbürger über 65 Jahre verbringen im Schnitt mehr als vier Stunden pro Tag vor der Flimmerkiste.

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