100 Tage Bürgermeister von Gars – Robert Otter: „Mir ist ganz sicher nicht langweilig“

Trat als Bürgermeister in die Fußstapfen seines Vaters Georg: Robert Otter. „Ich gehe ganz selbstbewusst meinen eigenen Weg“, sagt der Parteifreie.
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Trat als Bürgermeister in die Fußstapfen seines Vaters Georg: Robert Otter. „Ich gehe ganz selbstbewusst meinen eigenen Weg“, sagt der Parteifreie.

Noch keine 100 Tage ist es her, dass Robert Otter in Gars die Bürgermeisterwahl für sich entschied. Der Parteifreie gewann die Stichwahl am 29. März gegen Anton Lentner (FWG Lengmoos).

Von Bruno Münch

Gars – Nun zieht der neue Bürgermeister Robert Otter eine erste Bilanz.

Herr Otter, seit 100 Tagen sind Sie Bürgermeister der Marktgemeinde Gars. Wie fühlen Sie sich?

Robert Otter:Sehr gut! Das Amt ist eine Herausforderung und die Aufgaben sind sehr vielschichtig. Aber das war mir bewusst und genau darauf habe ich mich gefreut und natürlich auch eingestellt. Die Palette der vielen Termine ist breit gefächert: Personalgespräche, Gemeinderatssitzungen, Gespräche mit Bürgern, Geburtstagsgratulationen, Hochzeiten und vieles mehr. Hauptsächlich natürlich auch die reine Verwaltungsarbeit. Sie sehen: Mir ist ganz sicher nicht langweilig.

Ihr Vater Georg Otter war 18 Jahre lang auch Bürgermeister in Gars. Inwiefern hat das Bedeutung für Ihre Amtsführung und für Sie persönlich?

Otter: Ich denke, ich gehe da ganz selbstbewusst meinen eigenen Weg. Sicher hat mich mein Vater im Laufe meines Lebens positiv beeinflusst und ich habe auch viel von meinen Eltern mitbekommen und übernommen, aber schlussendlich entwickelt sich immer ein eigener Mensch und so versuche ich, das Amt so zu führen wie ich es für das Beste halte, um das Maximale für unsere Gemeinde Gars zu erreichen.

Welche ersten Schritte haben Sie in Sachen Kommunalpolitik unternommen, zeichnen sich schon Schwerpunkte für die weitere Arbeit ab?

Otter:Die ersten 100 Tage waren geprägt vom gemeinsamen Kennenlernen. Momentan bin ich mit meinem Team in der Verwaltung und gemeinsam mit dem Gemeinderat hauptsächlich noch damit beschäftigt, Vorhaben und Beschlüsse, die vor meiner Amtszeit gefasst wurden, umzusetzen bzw. anzupassen. Als Beispiel ist hier der Erweiterungsbau unseres Kinderhauses zu nennen, der momentan viel Zeit in Anspruch nimmt.

Durch Corona ist der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern noch nicht so intensiv, wie ich es mir eigentlich gewünscht habe. Trotzdem gab es schon viele Treffen mit Vereinen und Einzelpersonen, sodass ich nun schon detaillierte Einblicke in die großen und kleinen Anliegen in unserer Gemeinde bekommen habe. Da wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, liegt ein Schwerpunkt meiner Arbeit darin, bei kostenneutralen Projekten anzusetzen, etwa bei der Förderung des Miteinanders im Gemeindebereich. Anfangen will ich mit der Jugend und da konkret mit der Bildung eines Jugendrates, der mir sehr am Herzen liegt.

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Worin sehen Sie – abseits der Corona-Krise – die größte Herausforderung für die Marktgemeinde Gars?

Otter: Die meisten Herausforderungen und Aufgaben sind leider zurzeit immer mit der Corona-Krise zu verbinden. Keiner weiß im Moment, was diese Krise noch verursacht und wie es weitergeht.

Unsere überschaubaren finanziellen Mittel und dem gegenüber die Pflichtaufgaben einer Gemeinde wie beispielsweise Kindergarten, Schule, Feuerwehr, Abwasserbeseitigung lassen keine großen Sprünge zu. Wir werden weiter versuchen, die Einnahmenseite zu stärken, um so unseren Aufgaben nicht nur gerecht zu werden, sondern auch etwas kreativer gestalten zu können.

Ohne jetzt pathetisch sein zu wollen, aber unser Gemeinsinn, gegenseitiger Respekt und Freude am Anpacken kosten erstmal nix! Und deshalb denke ich absolut positiv nach vorne und bin voller Zuversicht, dass wir zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern, dem Gemeinderat und der Verwaltung noch viel in unserer Gemeinde Gars bewegen werden.

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