Stummer Zeuge aus der Vergangenheit

Ein Zeuge längst vergangener Jahrtausende wurde beim Bau der Pater-Schachner-Straße im Baugebiet „Toerring-Jettenbach-Straße“ ans Tageslicht gebracht. Im Hintergrund zu sehen: die Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“. Unterforsthuber

Schnaitsee – Ein Findling ist im neuen Schnaitseer Baugebiet bei Erdarbeiten an der Pater-Schachner-Straße an die Oberfläche gekommen.

Wer weiß wie viele Jahrtausende dieser Stein im Norden von Schnaitsee unter der Erde lag? Laut dem gebürtigen Schnaitseer Diplom-Geologen Dr. Rupert Utz sind diese Findlinge, so wie im Schnaitseer Heimatbuch beschrieben, Schiefer und Gneise aus den Zentralalpen, die aufgrund der hohen Widerstandfähigkeit die weite Reise aus dem Schweizer und Tiroler Inntal bis in unsere Gegend überstehen konnten.

„Spielstätte desTeufels“

Wohl einer der größten Zeugen jener längst vergangenen Epoche dürfte laut Utz der „Bräundlstein“ bei Reichertsham sein. Dieser ist auch im Lauf der Jahrhunderte in die Sagenwelt der Bevölkerung eingegangen. Ihm wurde die „Spielstätte des Teufels“ angedichtet. Auch, passend zur Karwoche, gehört der Osterstein über Loibersdorf zu diesen Exemplaren.

Der jetzt ans Tageslicht gebrachte Stein ist allerdings nur ein wesentlich kleinerer Vertreter seiner Art. Er könnte ebenso wie die beiden Findlinge am Sportplatz zu einem geologischen Denkmal an einem geeigneten Standort im neuen Baugebiet platziert werden. Dadurch, dass Schnaitsee auf der Endmoräne der Würmeiszeit liegt, kann das Vorkommen schon fast als ein „Nest“ für diese großen Steine bezeichnet werden. Das beweist auch das Vorkommen beim Bau der Graf-SighartStraße vor einigen Jahren. Dieser Stein war so gewaltig, dass er nicht gehoben werden konnte, sondern in der Erde in Kleinteile gesprengt werden musste.

Zwischen 12 000 und70 000 Jahre alt

Wie Experte Rupert Utz erläutert, liegen diese Steine schon zwischen 12 000 und 70 000 Jahre in der Erde.

In diesem Zeitraum schob das Eis Steine und Geröll bis in den Schnaitseer Raum vor sich her.

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