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Struktur seit 1937 gleich

Endlich ist es soweit: Am morgigen Samstag soll nach vier Jahren Renovierungsarbeiten durch Freiwillige das Haager Freibad neu eröffnet werden. Eine Einweihung, so Bürgermeister Hermann Dumbs, gab es 1937 zur Ersteröffnung nicht. Die soll nun nachgeholt werden.

Haag - Vor 72 Jahren begannen die Aushubarbeiten zum Haager Freibad. Ein Jahr benötigte man für die Fertigstellung. "Ein modernes Bad für den Markt Haag und dessen Umgebung" wollten die Bürger 1937 in Eigenleistung errichten. Die Witterung blieb nach dem ersten Spatenstich so günstig, dass nach dem Arbeitsbericht "keine einzige Feierschicht" eingelegt werden musste. "Besonders die vielen freiwilligen Helfer waren wochenlang schon morgens in aller Frühe zur Stelle und man werkte bis Sonnenuntergang", schrieb der "Haager Bote".

Der verstorbene Altbürgermeister Sebastian Huber erinnerte sich in seinen Gesprächen gerne an diese Pionierzeit des Haager Freibades. Er selbst fuhr mit dem Rad vor dem Antritt seiner Dienstzeit in der Gemeindeverwaltung um 8 Uhr früh in das Freibad, um mit Pickel und Schaufel mitzuhelfen. Nach Dienstschluss führte sein erster Weg ebenfalls zur Baustelle und erst anschließend nach Hause. Die Freiwilligen stellten sich anfangs in Scharen ein, wurden aber dann immer spärlicher. Der reguläre Bautrupp bestand später aus zehn Arbeitern. Als einer der aktivsten galt Josef Rapp.

Markant türmte sich damals neben dem Badegelände der Erdaushub als Damm auf. In der Struktur entstand das heute wieder hergestellte Bild, allerdings ohne Bäume ringsum, doch mit der Insel, dem "Planschbecken für die ganz Kleinen", dem tiefen Bereich und dem Nichtschwimmerbecken.

Pech hatten die Haager Badepioniere mit dem "Bockerl", ein Eisenbahnwaggon, der auf Schienen den Erdaushub zum Damm beförderte. Dieses Bockerl, notierte der Chronist, "bockte auf einmal wirklich". Es hatte wohl wegen überbelastung einen Sprung bekommen und musste ausgewechselt werden. Doch auch in der Zeit, wo der Aushub still stand wegen des Ausfalls, gingen die Arbeiten weiter. Man begradigte und erweiterte die Straße und gestaltete die Böschungen und das Gelände zum Bach hin.

Anlass des Baues war der Verkauf der bisherigen "Badeanstalt" der Haager. Das nach damaligen Vorstellungen "etwas primitive, aber sehr schöne" Bad in der Weihermühle zwischen Joppenpoint und Voglberg wollte der Eigentümer Adermeier verkaufen. Er bot es der Gemeinde Haag an, da die Haager sich hier seit Jahrzehnten mit Badekabinen und Liegeplätzen etabliert hatten. Den Räten aber war der Preis zu hoch. So ging die "Weihermühle" an einen Privatmann.

Die Freibadpioniere von damals hatten im Friseursalon von Fritz Huber an der Hauptstraße ein Relief des Projekts ausgestellt. Den Entwurf gestaltete man nach Besichtigung einer "Reihe auswärtiger neuzeitlicher Badeanstalten", so der "Haager Bote". Zum Richtfest traf man sich im Gasthaus Freundl, wo die Gemeinde und die Gäste des Lokals den Freiwilligen etwas spendierten. Dazu unterhielt die "Orchesterriege des Turnvereins unter Leitung von Anton Steiner".

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