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Stadtwerkechef klagt: „Es ist verrückt“

Strompreis steigt – warum die Wasserburger noch relativ glimpflich davonkommen

Die Grafik zeigt auf einen Blick, wie sich die Strompreiserhöhung aus Durchschnittshaushalte in Wasserburg auswirken.
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Die Grafik zeigt auf einen Blick, wie sich die Strompreiserhöhung aus Durchschnittshaushalte in Wasserburg auswirken.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Nach gut zwei Jahren Ruhe an der Preisfront wird der Strom für die Wasserburger ab März teurer. Denn auch die Wasserburger Stadtwerke und ihre Kunden müssen die dramatischen Entwicklungen am Strommarkt ausbaden.

Wasserburg – In diesen Tagen haben die Stadtwerke die Rechnungen für das abgelaufene Jahr an die Haushalte verschickt – und mit derselben Post bereitete der kommunale Energieversorger die Verbraucher auf die neuen Tarife vor. Im Schnitt liegen sie nach eigenen Angaben um acht Prozent höher.

Robert Pypetz, seit einem knappen Jahr Chef der Stadtwerk e, beschreibt im Gespräch mit unserer Zeitung ein unerfreuliches Szenario: „Der Strommarkt ist mittlerweile so volatil geworden, dass uns gar nichts mehr anderes übrig bleibt. Die Börsenpreise erreichen täglich neue Höchststände, wir haben Steigerungen von 200, 300 und 400 Prozent beim Stromeinkauf im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Es ist verrückt, es ist irr.“

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Aktuell gebe es beim Preis für eine Megawattstunde tägliche Schwankungen von 80 Euro und mehr, früher war es allenfalls ein Bruchteil davon, berichtet der Stadtwerkechef. Ende vergangenen Jahres schoss der Preis für eine Megawattstunde nach seinen Angaben plötzlich auf über 300 Euro.

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Die Stadtwerke versorgen im eigenen Netzgebiet rund 6500 Haushalte, außerhalb davon 1500. Die Kunden kommen noch relativ glimpflich davon. „Wir waren bei der Strompreiserhöhung moderat, weil wir an der Börse mit unseren Partnern strategisch klug eingekauft haben“, so der Werkleiter. Und zwar in der ersten Jahreshälfte 2021 zu einigermaßen erträglichen Preisen: „Das war teilweise wie Lotto spielen. Wir haben ein paar Mal gewonnen.“

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Zudem profitiert der Verbraucher von der Senkung der EEG-Umlage um 2,8 Cent auf 3,7 Cent, die ab sofort weitergereicht wird. Pypetz hält fest: „Für den Kunden haben wir das Beste herausgeholt.“ Er dankt ihnen zudem für die Treue zum kommunalen Versorger, damit würden die Kunden auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen sorgen.

Für die Zukunft ist er mit Blick auf die Preise skeptisch. „Die Tendenz ist schwer einzuschätzen. Zurzeit geht die Entwicklung auf hohem Niveau seitwärts.“ Allerdings sei nicht mehr der Preis für Öl, sondern der für Gas die marktbestimmende Größe. „Das verheißt nichts Gutes“, lautet seine Einschätzung.

Kritik am schleppenden Ausbau der alternativen Energien

Pypetz hofft dennoch, das Preisniveau niedrig halten zu können. Freilich gebe es noch einen negativen Einfluss auf die Preise – bedingt durch die Geschäftsaufgaben von Billiganbietern. „Diese Kunden müssen wir in die Grundversorgung aufnehmen – dabei haben wir die Energiemenge für sie nicht einkalkuliert.“

Jedenfalls zeigt die Preisentwicklung: Das Angebot an Strom ist knapp, auch weil der Ausbau der alternativen Energiequelle n nicht schnell genug vorankommt. Und dann gibt es auch noch andere erschwerende Punkte: Für das Altstadtgebiet von Wasserburg etwa ist der Denkmalschutz eine Bremse - die Dächer sollen mit Rücksicht auf das Stadtbild von PV-Anlagen weitestgehend verschont bleiben. Und auch der Ausbau der Windkraft leidet unter politischen Hemmnissen. „Es gibt Bereiche, da geht das schlicht und ergreifend nicht“, sagt Pypetz. Und was ist mit Wasser? Pypetz zuckt die Schultern: „Große Ressourcen in der Region haben wir da nicht mehr.“

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