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Gewissensentscheidung oder Finanzfrage?

Streit um Strom in der Gemeinderatsitzung in Rott

Die Gemeinde Rott will künftig Ökostrom beziehen.
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Die Gemeinde Rott will künftig Ökostrom beziehen.
  • vonRichard Helm
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Welchen Strom will Rott künftig beziehen? In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es kontroverse Standpunkte dazu. Ist die Frage nach dem Strom eine alternativlose Gewissensentscheidung oder doch eher eine Frage der Finanzen?

Rott - Der Strombedarf einer Gemeinde ist so groß, dass er europaweit ausgeschrieben werden muss. Dies erfolgt über eine Sammelausschreibung des Bayerischen Gemeindetages. Die nächste anstehende Ausschreibung betrifft die Jahre 2023 bis 2025. Der kommunale Spitzenverband hat damit die Firma KUBUS (Kommunalberatung und Service; zu hundert Prozent in kommunaler Hand) beauftragt. Dem Rotter Gemeinderat lag in seiner jüngsten Sitzung eine Anfrage von KUBUS vor, welche Stromart sich die Gemeinde wünsche. Zur Auswahl stand Normal oder ein Ökostrom – mit oder ohne Neuanlagenquote.

Bei Ökostrom mit Neuanlagenquote stammt ein Drittel des Stroms aus Anlagen, die nicht älter als sechs Jahre sind, ein weiteres Drittel aus Anlagen, die nicht älter als zwölf Jahre sind. Dadurch wird ein Anreiz zum Bau neuer Erzeugungsanlagen von regenerativem Strom erzeugt.

Gemäß den letzten Ausschreibungsergebnissen ist der Ökostrom ohne Neuanlagenquote bis zu 0,5 Cent pro Kilowattstunde teuer als der Normalstrom. Bei Ökostrom mit Neuanlagenquote macht der Unterschied zum Normalstrom schon bis zu 1,2 Cent pro Kilowattstunde aus.

Ökostrom oder nicht?

Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) fand, das Festhalten an Ökostrom sei alternativlos. Gemeinderat Max Zangerl (BfR) betonte, solch eine Entscheidung sei rein für das Gewissen. Es könne keiner überprüfen, welcher Strom da aus der Steckdose komme.

Hans Gilg (BfR) mahnte, angesichts der knappen Haushaltsmittel habe die Gemeinde nichts zu verschenken, es könne auf einen teuren Ökostrom verzichtet werden. Dem hielt Christian Franke (BfR) von der eigenen Fraktion entgegen, Rott strebe eine Fair-Trade-Zertifizierung an, da wäre die Wahl eines Normalstroms „a Watschn“.

Matthias Ganslmaier (BfR) erinnerte an die Sitzung des Schulverbandes, bei dem bereits der Ökostrom ohne Neuanlagenquote gewählt wurde. Altbürgermeister Marinus Schaber (BfR) machte deutlich, dass Deutschlands Nachbarländer immer noch eine große Anzahl von Kernkraftwerken an der Grenze betreiben. Die Vergangenheit habe gezeigt, die Kernkraft ist nicht beherrschbar, die Wahl des Ökostroms sei unerlässlich.

Am Ende sprach sich der Gemeinderat einstimmig für einen Ökostrom ohne Neuanlagenquote aus.

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