Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinde rüstet sich für Stromausfälle

Hacker-Angriff: Im Ernstfall ist Europa dunkel, aber Haag leuchtet

Es sind nicht die Kaftwerke Haag, die Energieberater und Umweltreferent Hans Urban Sorgen bereiten, sondern vor allem das europäische Gesamtnetz. Eine Notstromversorgung soll die Gemeinde für den Ernstfall rüsten.
+
Es sind nicht die Kaftwerke Haag, die Energieberater und Umweltreferent Hans Urban Sorgen bereiten, sondern vor allem das europäische Gesamtnetz. Eine Notstromversorgung soll die Gemeinde für den Ernstfall rüsten.
  • VonLudwig Meindl
    schließen

Der Haager Energieberater und Umweltreferent Hans Urban möchte die Marktgemeinde vor großflächigen Stromausfällen schützen, die vor allem durch Hacker-Angriffe immer realer werden. Die Gemeinde soll deshalb mit Notstromaggregaten für den Ernstfall vorbereitet sein.

Haag – Die Energieversorgung im Notfall stand auf der Tagesordnung des Verwaltungs- und Kulturausschusses im Haager Bürgersaal. Energieberater und Gemeinderat Hans Urban (CSU) regte eine Planung für den Ernstfall an, die nun nach vier Beschlüssen angegangen werden soll.

Urban: Strom durch Hacker-Angriffe in Gefahr

In dem Antrag, der der Redaktion vorliegt, bezog sich Urban insbesondere auf die Gefahr von Hacker-Angriffen. Zwar gelte das europäische Stromnetz als eines der Sichersten der Welt, doch auch hier steige das Risiko für Stromausfälle nach Meinung aller Experten immer weiter an, so Urban im Antrag. Zudem sei es in den vergangenen Jahren zu mehr und mehr „Zockerei“ an den Strombörsen gekommen, wodurch eine gefährliche Unterdeckung riskiert werde. Die Gefahr von Stromausfällen sei insbesondere deshalb so bedenklich, da „wir von einer zuverlässigen Stromversorgung zunehmend abhängiger werden.“

Weitere Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Im Ernstfall sei es deshalb für die Haager Bevölkerung wichtig, eine gewisse Not-Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Dabei sei vor allem das Feuerwehrhaus ein wichtiger Stützpunkt für den Katastrophenschutz, der Bürgersaal könne als Anlaufpunkt für die Bevölkerung dienen.

Wasserversorgung auch im Notfall gewährleistet

Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) befürwortete den Antrag als sinnvoll und überlegenswert: „Naturkatastrophen können bedenkliche Situationen auslösen.“ Die Verwaltung werde Experten zu Rate ziehen, um ein Konzept zu erstellen.

„Das ist eine Schwachstelle“, stimmte Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) zu. Einerseits gelte es, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten, andererseits den Einsatz der Rettungskräfte zu gewährleisten. Die Wasserversorgung sei auch im Notfall gewährleistet, betonte Egon Barlag (Freie Wähler).

Feuerwehr begrüßt weitere Notversorgung

Die weitere Debatte dreht sich um Notstrom. Kommandant und Hausmeister Thomas Göschl schilderte die Lage für Bürgersaal und Feuerwehrhäuser. Hier sei nichts abgesichert. Die Wehr sei lediglich in der Lage, mit Notstromaggregaten kleinere Einsätze durchzuführen. Er erachte es für sinnvoll, so Göschl, eine Notversorgung fest zu installieren. Dann könnten im Ernstfall auch in Not geratene Bürger aufgenommen werden.

Lesen Sie auch: Die Realschule Haag verabschiedet 122 Absolventen mit dem Song „Viva la Vida“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Von der Gefahr, dass auch stationäre Noteinrichtungen beschädigt und ausgeschaltet werden können, berichtete Siegfried Meier (SPD). Er rate demnach zu einer mobilen Notstromversorgung. Hermann Jäger (PWG) warf einen Blick auf die Finanzierung und stellte klar, dass für die Stromversorgung in Haag die Kraftwerke zuständig seien. Deshalb solle die Gemeinde mit ihnen eine Vereinbarung für derartige Eventualfälle abschließen, damit gesichert sei, „dass nicht die Gemeinde alles zu bezahlen hat“.

Aggregate einstimmig beschlossen

Der erste der einstimmigen Beschlüsse sieht die Anschaffung und Installation eines Notstromaggregats für Bauhof, Bürgersaal und Feuerwehrhaus vor. Nach Kenntnisnahme, dass der Notstrom für die Wasserversorgung gewährleistet sei, galt der nächste Beschluss der Kläranlage, die auf ihre „mögliche Funktion bei Stromausfällen“ geprüft werden soll. Weiter soll das Rote Kreuz in die Überlegungen einbezogen werden. Schließlich will der Gemeinderat eine mobile Lösung in Betracht ziehen und mit den Kraftwerken über die Finanzierung verhandeln.

Antrag bezieht sich auf Ausfälle im Gesamtnetz

Dazu kommentierte Hans Urban: „Mir geht es hier um größere Katastrophenfälle wie einen Gesamtausfall im Europäischen Verbundnetz, der bei der heutigen Bedrohungslage durch Naturkatastrophen, aber zum Beispiel auch durch Hacker gar nicht so unwahrscheinlich ist. Und das wäre dann schon eine Bedrohung.“

Auch interessant: Kann die Straße „An der Wieskapelle“ als Entlastungsstraße in Haag dienen?

Stromausfälle im regionalen Netz, so der ansässigen Kraftwerke, stünden nicht im Vordergrund. Die würden prinzipiell kein existenzielles Problem für die Bürger darstellen, so Urban. Und vor allem sei es ja gerade ein Vorteil, dass Haag einen regionalen Netzbetreiber habe, der auch Personal für eine Störungsbehebung vor Ort biete. Urban folgert: „Allerdings könnte man sich durchaus regionale Konzepte für solche Fälle überlegen nach dem Motto: Europa ohne Strom, aber Haag immer noch versorgt…“

Mehr zum Thema

Kommentare