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Ex-Bürgermeister wehrt sich

Streit um Trinkwasser-Verkeimung in Ramerberg kocht hoch - Attacke gegen Bürgermeister

Das Trinkwasser durch die Mettenheimer Gruppe wird auch künftig nicht grundsätzlich entkalkt..
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Um das Trinkwasser ist in Ramerberg ein Streit ausgebrochen.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Die Gemeinde Ramerberg kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Sportplatz-Streit ist nun das Thema Trinkwasser in aller Munde. Der ehemalige Bürgermeister Georg Gäch wehrt sich gegen „falsche Behauptungen“.

Ramerberg - Beim Streit rund um den Sportplatz scheint es derzeit ruhig zu sein in Ramerberg, dafür sorgt nun das Trinkwasser für ordentlich Zündstoff. Denn Ex-Bürgermeister Georg Gäch und einige ehemalige Gemeinderäte fühlen ihre Arbeit von Bürgermeister Manfred Reithmeier falsch dargestellt.

Ehemalige Gemeinderäte fühlen sich angegriffen

Hintergrund ist die Informationsveranstaltung, die vor Kurzem im Gasthaus Bichler stattfand. Hier hatte Bürgermeister Reithmeier gemeinsam mit einigen Experten über die Trinkwassersituation in Ramerberg informiert. Das Gemeindeoberhaupt hatte in der Veranstaltung mehrfach auf Bürgeranfragen, wie es zu einer so gravierenden Verkeimung von bis zu 200 coliformen Keimen pro 100 Milliliter Wasser habe kommen können, mit den Worten: „Ich weiß es nicht, da ist viel liegen geblieben“ geantwortet.

Wollen sich gegen die Schuldzuweisung wehren (von links): ehemaliger Bürgermeister Georg Gäch, ehemaliges Verwaltungsmitglied Claudia Schaber und die Gemeinderatsmitglieder Konrad Fuchs und Sebastian Riedl.

Zwar hatte Reithmeier keine namentliche Schuldzuweisung vorgenommen, dennoch ist für den ehemaligen Bürgermeister Georg Gäch, den ehemaligen Gemeinderat Sebastian Riedl, den nach wie vor im Gremium vertretenen Gemeinderat Konrad Fuchs und Claudia Schaber, die bis 2017 in der Ramerberger Verwaltung tätig war, klar, wen Reithmeier damit meinte: Den vorherigen Gemeinderat und die Verwaltung. „Und das können wir so nicht stehen lassen“, erklärt Gäch. Denn es seien „einfach falsche Behauptungen.“

„Wir haben die Wasserverluste reduziert“

Die Informationsveranstaltung hätten sie zwar selbst nicht besucht. Dennoch hätten sie aus Erzählungen und der Berichterstattung entnommen, dass sie „sehr einseitig“ gewesen sei und viele Fakten außer Acht gelassen habe. „Die Behauptung, dass wir nicht am Wasser gearbeitet haben, ist einfach falsch“, verteidigt sich Gäch. Im Gegenteil: „Unter meiner Amtszeit haben wir die Wasserverluste von 30 auf 18 Prozent reduziert.“ Auch die Sanierung des maroden Hochbehälters Eich sei bereits angedacht gewesen. „Für 2020 hatten wir dafür 50.000 Euro eingeplant“, so Gäch.

Wasserproblem schon viel älter

Im Grunde genommen sei das Trinkwasserproblem von Ramerberg ohnehin schon viel älter. Schon unter Babara Reithmeiers Zeiten (Bürgermeisterin von 1996 bis 2010) hätten sie immer wieder mit Wasserverlusten zu kämpfen gehabt. Das bestätigt auch Riedl. Damals hätten er und Gäch einen Wasser- und einen Kläranlagenausschuss eingerichtet. „Wir sind selber in der Nacht durch die Gemeinde gefahren und haben geschaut, wo es Wasserverluste gibt“, erzählt Riedl, dabei wäre die Arbeit sehr mühsam gewesen. Unter anderem auch, weil Bürgermeisterin Reithmeier die Sanierungsarbeiten mehrmals blockiert habe.

Nach Amtsübernahme von Gäch sei die Lösung der Trinkwasserproblematik weiter verfolgt worden. 2015 oder 2016 hätten sie eine Digitalisierung des Hauptnetzes vorgenommen. Das genaue Jahr wisse er nicht mehr. „Ich habe die Unterlagen aus meiner Amtszeit nicht mitgenommen“, sagt Gäch.

Fest stehe aber, es habe Pläne für die Sanierung gegeben. „Wir wollten die Druckerhöhungsstation und den Hochbehälter aus dem System nehmen“, sagt Gäch. „Wir hatten ein Konzept, aber der neue Gemeinderat fängt jetzt wieder komplett von Null an.“ Geldverschwendung sei das, meint auch Konrad Fuchs. „Ich habe den Plänen zugestimmt, weil natürlich was getan werden muss“, sagt er. Aber es hätte auch günstigere Alternativen gegeben, so seine Überzeugung.

Verkeimung aufgrund von „menschlichen Versagen“

Fest stehe auch, für die massive Verkeimung, die 2020 auftauchte, könne der ehemalige Gemeinderat nichts. Denn Grund für die Explosion der Werte, so Gächs Überzeugung, sei vor allem „menschliches Versagen.“ „Es wurde ein falscher Schieber betätigt“, behauptet Gäch, „dadurch kam es zu einem Rückstau von Wasser aus einer der Totleitungen in den Hochbehälter und das hat die Verkeimung ausgelöst.“ Vorwürfe wolle er niemanden machen. „Fehler passieren.“ Dem stimmt auch Fuchs zu. „Wir haben auch Fehler gemacht. Natürlich hätten wir mehr tun können, aber es geht nicht, dass uns die Schuld zugeschoben wird.“

Generell wird für Gäch und seine Mitstreiter das Thema Trinkwasser in Ramerberg aber unnötig „hochgekocht“. „Das Problem haben andere Gemeinden auch. Vogtareuth zum Beispiel“, so Gäch, „warum wird bei uns darauf so herumgeritten. Wahrscheinlich weil Herr Reithmeier endlich einen Erfolg braucht. Beim Sportplatz geht ja auch nichts voran.“

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