Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Streit um Parkplätze und eine Techno-Party

Die Parksituation in der Ledererzeile vor der Neugestaltung vor 25 Jahren: Unser Bild aus dem Jahr 1994 zeigt die Dominanz der Autos in der Straße.
+
Die Parksituation in der Ledererzeile vor der Neugestaltung vor 25 Jahren: Unser Bild aus dem Jahr 1994 zeigt die Dominanz der Autos in der Straße.

Wasserburg – In der Ledererzeile weichen Parkplätze für eine Verbreiterung des Bürgersteiges – doch nicht alle sind davon begeistert.

Für Beschwerden über Lärm sorgt die Jugendinitiative, die mit einer Parade das neue Jugendzentrum feiert. Diese Themen standen im Fokus der Wasserburger Zeitung vor 25 Jahren.

Wasserburg – Für die einen ist es ein Musterbeispiel von bürgerschaftlichem Engagement und Flexibilität der Verwaltung, für die anderen eine Riesensauerei: In der Ledererzeile wird auf rund 100 Metern Länge der Gehsteig verbreitert, dafür fallen 18 Parkplätze weg. Bezahlt wird das bis auf die Materialkosten von den Anliegern – ob freiwillig oder sanft geschoben, ist allerdings umstritten. Manfred Gerer vom Innkaufhaus hatte die Initiative ergriffen, sprach mit Hausbesitzern und Geschäftsbetreibern und erreichte schließlich, dass sich die meisten am Umbau beteiligen wollten. Der Stadtverwaltung gefiel das Privatengagement. Man habe unbürokratisch auf den Wunsch reagieren wollen, so Bürgermeister Dr. Geiger. Das sei auch der Grund dafür, dass sich kein Ausschuss mehr öffentlich mit dem Wegfall der Parkplatz beschäftigte und schon innerhalb weniger Wochen die Bagger rollten. Dass die Anlieger die Finanzierung nicht ganz einmütig übernehmen, war dabei wohl nicht allen klar. „Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir die Sache gar nicht anlaufen lassen.“

Ob man nun Techno mag oder nicht – irgendwann geht jeder mit bei dem Rhythmus. So störte es die etwa 150 Jugendlichen nicht, dass es bei der „Inn-Parade“ so herbstlich ungemütlich war, wie es nur sein konnte. Am Parkhaus an der Kellerstraße starteten die Jugendlichen. Ein Traktor zog den Anhänger, auf dem Musikanlage und Lautsprecher aufgebaut waren. Dann marschierte der Zug durch das Brucktor zum Gries, weiter zum Bahnhof und schließlich zum neuen Jugendzentrum, wo am Samstag die erste große Party stattfinden sollte. Auch manch älteres Semester verlockte die „Inn-Parade“ zum kleinen Spektakel auf der Straße, etliche Fenster öffneten sich bei den in der Altstadt ungewöhnlichen Klängen und bei der Polizei gingen drei Beschwerden wegen der hohen Lautstärke ein. Den richtigen Verlust hatte am Ende jedoch die Jungendinitiative: Durch den Regen entstand an der Anlage ein Schaden von 500 Mark.

Weitere Meldungen in der Woche vom 4 bis zum 10. Oktober 1996:

Frankfurt – In einer „Frankfurter Erklärung“ haben namhafte Autoren wie Günter Grass, Siegfried Lenz und Martin Walser einen sofortigen Stopp der Rechtschreibreform gefordert. Die Unterzeichner begründeten ihren Protest damit, dass die Veränderungen nur 0,05 Prozent eines durchschnittlichen Textes beträfen. Angesichts der sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage dürfe dies nicht dazu führen, dass alle literarischen Werke neu gedruckt werden müssten.

Chicago – Auf jedem dritten Universitäts-Campus der USA sind mehr als die Hälfte der Studenten „starke Trinker“. Unter diese Kategorie fielen laut der Amerikanischen Ärztegesellschaft Frauen und Männer, die in einem Zeitraum von zwei Wochen an mindestens einem Abend vier beziehungsweise fünf oder mehr alkoholische Getränke konsumierten. Der Verband will in den kommenden sieben Jahren rund 8,6 Millionen Dollar in eine Anti-Alkohol-Kampagne für Studenten investieren.

München – Trotz massiver Widerstände wollen Bayerns Regierungschef Stoiber und sein baden-württembergischer Amtskollege Teufel eine Autobahnvignette für Pkw durchsetzen. Stoiber nannte das Wapperl „ein Gebot der europäischen Gerechtigkeit“. Der ADAC wendet sich strikt gegen die Einführung einer allgemeinen Autobahnmaut.

Tunis – Der amerikanische Popstar Michael Jackson hat in Tunesien erstmals ein Konzert in einem arabischen Land gegeben. Fast 60 000 Fans waren aus allen Landesteilen in das in die Hauptstadt gekommen. Für das nordafrikanische Land war es der erste Auftritt eines westlichen Superstars. Der Erlös des Konzertes kommt dem „Nationalen Solidaritätsfonds“ zugute, mit dem die Regierung sozial Benachteiligte unterstützt.

Wien – Britische Taucher wollen im österreichischen Toplitzsee ein „Ungeheuer“ entdeckt haben. Eine gezackte Flosse des angeblich zehn bis 15 Meter langen Untiers wurde auf Videoband festgehalten. Dann habe das „Monster“ die Taucher attackiert und das Kabel der Kamera durchgebissen. Im Toplitzsee wird seit Jahrzehnten immer wieder nach einem „Nazi-Schatz“ gefahndet, dessen Existenz höchst fragwürdig ist.

Kommentare