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GEMEINDEWAPPEN ALS BUNTES KUNSTWERK

Straßenbaumeister Michael Engl spendet 200 Kilogramm schweres Pflastermosaik für Rott

Das fertige Werk: Weit über 300 Steine bilden das Rotter Wappen als Mosaik. Helm
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Das fertige Werk: Weit über 300 Steine bilden das Rotter Wappen als Mosaik. Helm
  • VonRichard Helm
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Eine besonderes Spende erhielt die Gemeinde Rott von Straßenbaumeister Michael Engl: Das Gemeindewappen aus Mosaik. 200 Kilogramm ist es schwer und mit viel Geschick angefertigt. Dabei war es nicht die Zusammensetzung, die ihn die meiste Zeit gekostet hat.

Rott – Ein Stein für Stein – mit Präzision und Geschick und jahrelanger Erfahrung als Meister im Straßenbau hat Michael Engl (50) aus Meiling ein ganz besonderes Geschenk für die Gemeinde Rott angefertigt. Das bunter Kunstwerk zeigt das Rotter Wappen, ist 200 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von einem Meter. Das Schwierigste war die Beschaffung der über dreihundert Steine, die das Gesamtbild des Roter Wappens ergeben sollten. Die Suche nach dem passenden Material brauchte er Jahre, die eigentliche Arbeit, das Wappen zusammen zu setzen, dauerte nur drei Tage.

Straßenbaumeister Michael Engl hat Rott ein Geschenk gemacht.

Mosaik kann bei Bedarf den Standort ändern

Besonders angetan haben es dem Meister im Straßenbau die Pflastermosaiken in Freiburg. Die Stadt ist berühmt für ihre vielen Mosaiken, die die Pflasterflächen schmücken. Engl hat sich unterhalten mit den dortigen Fachmännern und hat viel von ihren Erfahrungen gelernt. Alle Pflastersteine müssen witterungsbeständig sein. Es war auch wichtig, dass das Mosaik in einer Stahlpfanne verlegt wird, damit auch bei Bedarf der Standort verändert werden kann.

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2007 hat er begonnen und hat bei Metallbau Maier & Sohn eine Stahlpfanne mit einem Durchmesser von einem Meter anfertigen lassen. Dann brauchte er Granitstücke als Einfassung des Wappens. Da wurde er bei Franke Naturstein in Rott fündig. Hier konnte er alte Granitplatten zerschneiden.

In Kiesgruben nach Steinen gesucht

Zum großen Problem wurden jedoch die kleinen Steine für das Mosaik. Die Stadt Freiburg verwendet hierfür Rheinkiesel. Ursprünglich wurden sie bei Niedrigwasser auf den Sandbänken der Rheinauen bei Breisach gesammelt. Heute werden kaum noch Kieselsteine aus dem Rhein gewonnen. Der Bestand nimmt ab, ist aber sehr gefragt. Wenn Kieselpflaster einer Asphaltdecke weichen muss, wird der kostbare Rheinkiesel sorgsam aufgehoben.

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Der Inn bei uns bewegt vor allem Sand und nur wenig Steine. Hier konnte Michael Engl auch nicht fündig werden. Also machte er sich auf und besuchte die heimischen Kiesgruben und suchte mühsam nach einzelnen Steinen, die die richtige Größe oder die geeignete Farbe hatten und obendrein noch witterungsbeständig waren.

Fertigstellung dauerte nur drei Tage

Dann kamen Jahre, in denen er stark beschäftigt war und keine Zeit für sein Bodenmosaik hatte. Seine drei Kinder kamen auf die Welt und spielten irgendwann mit diesen Steinen. Sorgsam hob er sie immer wieder auf. In den Wintermonaten, wenn der Geschäftsbetrieb ruhiger verlief, machte sich Michael Engl an die Arbeit. Er fotografierte das Rotter Wappen von der Wand des Bauhofes. Nach dem Foto fertigte er eine Zeichnung. Daraus machte er eine Holzvorlage.

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In einer Stahlpfanne legte der Künstler das Mosaik – hinten der gezeichnete Plan vom Wappen – aus.

Zuerst füllte er die Wanne mit Kies als Untergrund. Dann legte er die Holzvorlage darauf und umrandete sie mit den Granitstücken. Danach begann er Schritt für Schritt, das Wappen zu legen. Als Abschluss wurde das Kunstwerk in Sand verfugt. Nach drei Tagen war die Arbeit getan.

Nur eines verstand Michael Engl nicht. Wieso waren auf dem Wappen vom Bauhof die Dächer der Kirche blau und der dahinterliegende Inn weiß? Er fragte den langjährigen Gemeinderat Franz Ametsbichler, ob das schon so stimme. Der meinte lächelnd, dann ändere es einfach um. Deswegen sind auf dem Wappenmosaik die Kirchendächer rot und der Inn blau. Dazu bestellte er blaue Klinkersteine, die die Firma per Post sandte.

Wo das Kunstwerk hinkommt, ist offen

Michael Engl meinte, wenn die Gemeinde es anders mag, „dann ändere ich einfach ab“. In der letzten Sitzung hatten sich der Gemeinderat über das angebotene Mosaik gefreut und die Annahme beschlossen.

Wo es hinkommen soll, wird noch entschieden. Denkbar ist das Wappen vor dem Rathaus oder am Maibaum. Andere Überlegungen gehen dahin, die Pflastersteinlegearbeit an der neuen Schule zu zeigen. Aber dann wird es noch zwei Jahre dauern, bis das Wappen als Mosaik zu sehen ist.

Meister im Straßenbau

Michael Engl (50) aus Meiling ist Meister im Straßenbau und hat seit 1995 einen Betrieb für Pflaster- und Gartenbau. Er pflastert Hofeinfahrten bis hin zu kompletten Außenanlagen. Er übernimmt viele Aufträge für Straßenbaumaßnahmen. So hat er im November den Übergang vom Gehweg um den Maibaum zum Gehweg an der Bahnhofstraße gebaut und die Ausfahrt vom Gemeindeparkplatz neu gepflastert. In seiner Handwerkerlaufbahn hat er sich viel Wissen angeeignet. Als er einen Biergarten pflasterte und der Auftraggeber sich dazu ein Bodenmosaik wünschte, kam ihm die Idee, doch auch einmal das Rotter Wappen als Pflastersteinlegearbeit anzufertigen.

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