Stilles Gedenken am Volkstrauertag, keine verkaufsoffenen Sonntage und Bürgerversammlung in Wasserburg entfällt

Die Schiffsleute beim Volkstrauertag im vergangenen Jahr. Heuer gibt es keinen Umzug und kein öffentliches Gedenken. Im Stillen wird der Bürgermeister einen Kranz niederlegen.
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Die Schiffsleute beim Volkstrauertag im vergangenen Jahr. Heuer gibt es keinen Umzug und kein öffentliches Gedenken. Im Stillen wird der Bürgermeister einen Kranz niederlegen.

Die Corona-Zahlen steigen im Landkreis Rosenheim. Daher reagieren nun Stadt und Vereine. Für heuer sind die verkaufsoffenen Sonntage und die Bürgerversammlungen abgesagt. Auch der Volkstrauertag wird mit einer stillen Kranzniederlegung ohne Öffentlichkeit begangen. Und eine Eislaufbahn wird es nicht geben.

Von Andrea Klemm

Wasserburg – Nach Rücksprache mit dem Bayerischen Gemeindetag und dem Gesundheitsamt in Rosenheim verkündete Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) in der jüngsten Stadtratssitzungen diverse Absagen. So fallen die Bürgerversammlungen in diesem Herbst aus. „Das nicht Stattfinden ist bis zum Jahresende gerechtfertigt“, so der Bürgermeister mit Blick auf die Gemeindeordnung für den Freistaat. Dort das „Mitberatungsrecht“ der Bürger in Form einer Bürgerversammlung in Paragraf 18 nieder geschrieben.

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Kölbl sagte, er wolle die Termine – auch für die Stadtteile – so schnell wie möglich nachholen und etwa via Internet die Bürger jetzt so gut es geht auf dem Laufenden halten. Steffi König (Grüne) regte ein Webinar mit Chatfunktion an. Kölbl könnte die Versammlung online halten und die Bürger sich über einen Link registrieren und via Chat ihre Fragen stellen. Kölbl sagte, man müsse erst klären, was da datenschutzrechtlich möglich sei und wie. „Ich bin zu jeder Schandtat bereit, es muss halt praktikabel sein“, so Kölbl. Er werde seine Präsentation so überarbeiten, dass sie benutzerfreundlich und selbsterklärend sein und ins Netz stellen.

Der Stadtrat nahm die Absage der Versammlung zustimmend zur Kenntnis.

Auch der Volkstrauertag wird nicht wie üblich mit Musikapelle und Umzug stattfinden können. Die Gottesdienste soll es geben. Aber die Kranzniederlegung durch den Bürgermeister und die Vereine erfolge im Stillen und ohne Öffentlichkeit.

Auch die verkaufsoffenen Sonntage sind für heuer gestorben. Seinen Antrag, die Aktionssonntage als Ersatz für die ausgefallenen Märkte durchführen zu dürfen, hatte der Wirtschaftsförderungsverband vor der Sitzung zurückgezogen – angesichts der Corona-Zahlen.

„Auch wird es keine große Eislaufbahn geben können heuer und ein großer Christkindlmarkt ist bekanntlich auch nicht möglich“, so Kölbl.

Ob vereinzelt Weihnachtsbuden aufgestellt werden können, sei bis dato noch nicht geklärt. „Das müssen wir sehr kurzfristig entscheiden“, so Kölbl.

Es sollen sich in Zeiten wie diesen nirgends Menschenmengen ansammeln.

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