Stille Einkehr in schweren Zeiten: Wie Gläubige in Schnaitsee Gott um Hilfe gegen Corona bitten

Viele Gläubige, die die Wallfahrtskapelle besuchen, bitten um Gottes Beistand in schwiegen Zeiten

Es ist ein Ort der Stille und des Gebetes: die kleine Wallfahrtskapelle „Frauenbründl“ bei St. Leonhard im Schnaitseer Pfarrverband. In diesen Zeiten der Unsicherheit und Sorgen bietet die Kapelle so manchem Gläubigen einen Ort, in dem um Gottes Beistand gebeten wird.

Von Josef Unterforsthuber

Schnaitsee – Der Wallfahrtsort liegt verlassen und versteckt im Wald bei Holzwimm. Doch wer Trost und göttlichen Beistand sucht, der findet den Weg dorthin. Zahlreiche emotionale Dankschreiben und Bittschriften finden sich in den Büchern am kleinen Fenster der Kapelle. Fast jeden Tag kommen ein oder mehrere Anliegen dazu, die von Gläubigen an die Gottesmutter, der diese Gnadenkapelle geweiht ist, gerichtet sind.

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Dabei geht es auch in den vergangenen Tagen und Wochen immer mehr um die Corona-Pandemie. „Mein Sohn ist am Urlaubsort und darf zur Zeit nicht nach Hause fliegen. Heilige Maria lass sie bitte dort immer gesund sein“ oder „Stille Einkehr in dieser aufgewühlten Zeit. Mögen unsere Lieben und wir selbst diese schwierige Zeit schadlos überstehen. Danke für unser Leben und die schützende Hand.“

Kerze als Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht

Ein betender Wallfahrer hat sogar eine Kerze als Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht angezündet: „Das Licht soll Trost spenden all jenen, die Freunde oder Angehörige verloren haben. Lass uns ein paar Minuten innehalten und einen positiven Gedanken in die Welt hinaustragen.“

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Nach dem Gebet folgt bei den meisten Besuchern dieses sakralen Kleinods der Gang zum „Bründl“ hinter der Kapelle. Nach mehrmaligen Pumpen kommt das klare und eiskalte Wasser heraus. Diesem wird Heilkraft für die Augen zugeschrieben. Die Augen werden ausgewaschen und die Klarheit des Wassers soll sich auf die Augen übertragen.

Brunnen schon um 1600 bei Augenleiden aufgesucht

1850 wurden die Kapelle und das hölzerne Brunnenhaus gebaut. Aber schon um 1600 wurde der Brunnen laut den Überlieferungen bei Augenleiden aufgesucht.

Freilich muss man im Brunnenhäuschen an die zehn Mal pumpen, bis der kalte Wasserstrahl aus der Tiefe nach oben kommt. Doch dann kann mit der daneben liegenden Kanne das heilversprechende Nass auch in mitgebrachte Flaschen abgefüllt werden.

Gestärkt und bereichert in Seele und Geist kann auf diese Weise mancher Besucher aus Schnaitsee und Umgebung gerade jetzt in diesen schweren Tagen der Unsicherheit über die Folgen der Pandemie wieder vom Frauenbründl heimkehren.

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