Stiftung Attl schafft Mitten in Edling neue Wohn- und Förderstätte für Menschen mit Behinderung

Ein neues Zuhause für eine Wohn- und Förderstätte für Menschen mit Behinderung entsteht in der Lärchenstraße in Edling. Franz Hartl (links), kaufmännischer Leiter der Stiftung Attl, stellte dem Edlinger Gemeinderat und Bürgermeister Matthias Schnetzer (2. von links) die Pläne vor.
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Ein neues Zuhause für eine Wohn- und Förderstätte für Menschen mit Behinderung entsteht in der Lärchenstraße in Edling. Franz Hartl (links), kaufmännischer Leiter der Stiftung Attl, stellte dem Edlinger Gemeinderat und Bürgermeister Matthias Schnetzer (2. von links) die Pläne vor.

Die Stiftung Attl wird ein Gebäude in der Edlinger Lärchenstraße pachten, um dort eine Förderstätte sowie Wohngruppen für Menschen mit Behinderung zu schaffen. 36 Schützlinge werden die Förderstätte im Erdgeschoß besuchen und 14 finden in den Wohngemeinschaften ein neues Zuhause. Das Gebäude bietet außerdem Platz für ein Stehcafé und einen Gemüseverkauf.

Von Andrea Klemm

Edling – Franz Hartl, kaufmännischer Leiter der Einrichtung und Vorstandsmitglied der Stiftung Attl, stellte das Vorhaben dem Edlinger Gemeinderat vor, der einstimmig grünes Licht für den Antrag auf Nutzungsänderung gab.

Die Eigentümerin des Gebäudes ist eine Wasserburger Bürgerin, die bisher in den Räumen Wohnungen im Obergeschoß und ein Fitness-Studio im Erdgeschoß untergebracht hatte. Nach dem Umbau, der auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen zugeschnitten ist, wird sie in der Stiftung Attl einen langjährigen Partner haben. „Der Pachtvertrag geht über mindestens 15 Jahre“, sagt Hartl auf Nachfrage des Gremiums. Die Stiftung bemühe sich stets um möglichst lange Mietverhältnisse, „denn wir wollen für die Menschen Heimat schaffen“.

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Im Erdgeschoß wird eine Förderstätte mit sechs Gruppenräumen Platz finden. Die Förderstätte besuchen all jene, die nicht fit genug sind, in der Werkstätte zu arbeiten.

Hier sind Therapieräume und Werkräume nötig sowie ein Speiseraum, ein Mehrzweckraum, ein Aufenthaltsraum, eine Garderobe und etwa ein Pflegebad. 36 Schützlinge werden hier zwischen 8 und 16 Uhr im Ganztagsbetrieb betreut.

Außerdem soll auch noch Platz für ein Stehcafé sein und für den Gemüseverkauf für die Erzeugnisse aus der stiftungseigenen Gärtnerei. Hier können also die Bürger einkaufen und zum Kaffeetrinken kommen.

Ein richtiges Café mit Sitzgelegenheiten – ähnlich wie im Cafésito in Wasserburg – ist nicht machbar, erklärte Hartl auf Nachfrage. „Da hätten wir Probleme mit den Auflagen, etwa bei der Umsetzung der Gästetoiletten.“ Der Bezirk sei finanziell für die Fläche zuständig, jedoch den Betrieb müsse Attl eigenwirtschaftlich stemmen. Im ersten Obergeschoß werden zwei Wohngemeinschaften mit jeweils sieben Schlafzimmern und einem Gemeinschaftsraum entstehen. Je zwei Bewohner teilen sich eine Dusche. „Wir haben Wohraumbedarf“, so Hartl weiter. Die Menschen, die hier einziehen, haben eine geistige Behinderung. Ein Großteil werde zu den Werkstätten gefahren, der Rest brauche nur ein Stockwerk tiefer in die Förderstätte gehen. „Das sind alles Menschen, die sich selbst bewegen und versorgen können. Sie kriegen Unterstützung im Alltag. Aber nachts brauchen sie keine Betreuung. Ab 21 Uhr steht die Rufbereitschaft zur Verfügung“, erläuterte Hartl dem Gemeinderat.

Lieber wäre es dem Vorstand natürlich, wenn die Gruppen kleiner wären. Der Bezirk allerdings orientiere sich am Platz und am Betreuungsschlüssel.

Gemeinderätin Resi Hargasser wollte wissen, ob untertags die Bürger die brachliegenden Parkplätze nutzen dürften, oder ob mit einer Kette abgesperrt werde. „Das könnte man doch mit Schildern lösen, die erlauben, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens dort zu parken“, so Hargasser.

Bürgermeister Matthias Schnetzerwies darauf hin, dass es sich um ein Privatgelände handel und man die Parkregelung dem Eigentümer überlassen müsse.

Hartl sagte, der hintere Teil des Parkplatzes werde zu einem Freibereich für die Bewohner. Und die Stiftung habe nicht vor, Parkplätze mit Ketten abzusperren.

Man hoffe, im Sommer loslegen zu können.

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