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Standortsuche für Ramerberger Fußballplatz: Warum das Vereinsherz blutet

Zur Berichterstattung im Lokalteil über die Sportplatzsuche in Ramerberg:

Die nun schon länger anhaltende kontroverse Diskussion über die zukünftige Heimstatt des SV Ramerberg berührt auch mich als Mitglied des Patenvereins TSV 1880 Wasserburg.

Ich kann nur die Darlegung der verschiedenen Parteien in mein Meinungsbild einfließen lassen, ohne der einen oder anderen Seite per se recht zu geben, da mir Detailwissen fehlt. Es gilt bei der Sportplatzsuche zu bedenken, dass Kinder den Sportplatz auch selbst, etwa mit dem Fahrrad, auf ungefährlichem Wege erreichen können.

Darum könnte ich mir gut vorstellen, dass ein Sportplatz in der Nähe der Tennisplätze in Zellerreit ein geeigneter Standort wäre. Nicht zuletzt die Zusage eines Gönners, dem Verein das Grundstück für die Sportanlage jahrzehntelang kostenlos zu überlassen, ist ein gewichtiges Argument. Unsere Gesellschaft erfährt doch gerade in Zeiten wie diesen, wie negativ sich Bewegungs- und Kontaktarmut auswirken. Es wäre schade, wenn ein so aktiver Sportverein im Ort keinen Platz mehr fände.

Zudem rückte der SV Ramerberg, der auch erfolgreiche Fußballer wie die Haas-Brüder hervorbrachte, auch die Gemeinde in ein sehr positives Licht. Nicht zuletzt deshalb hätte der Verein eine breite Unterstützung durch die Gemeinde verdient. Weiterhin ist die langjährige Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen und es wäre sehr bedauernswert, wenn durch eine einmalige denkbar knappe Entscheidung im Gemeinderat die bisherige Arbeit vergeblich gewesen wäre.

Jeder Verein lebt durch aktive ehrenamtliche Tätigkeit und jede Kommune durch aktive Vereine. Das Ehrenamt ist die Lebensader eines jeden Vereins. Ich wünsche dem SV Ramerberg, dass der große Einsatz und das Bemühen um einen geeigneten Sportplatz belohnt wird. Die dringliche Aufgabe der Verantwortlichen der Gemeinde sollte es sein, zusammen mit den ehrenamtlich tätigen Vereinsvorständen eine schnelle und zufriedenstellende Lösung zu finden, um die aktiven Sportler im Heimatverein zu halten.

Hans Hain

TSV 1880 Wasserburg

Als langjährige engagierte Jugendtrainer des SV Ramerberg wussten wir, wie bedeutsam diese Entscheidung zum Fußballplatz war. Die Umstände (wir denken, man muss sie nicht mehr aufzählen...), die man als Trainer, aber auch als Kind oder Jugendlicher vorfindet, sind einfach nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr tragbar. Umso mehr sind wir über die Abstimmung der Mitglieder seitens UWR und Bürgermeister zutiefst enttäuscht und verstehen es einfach nicht.

Wie kann man als jetziges Gemeinderatsmitglied so ein Angebot (30 Jahre Grundstückszusage, nahezu kostenloser Grund) in die Tonne treten?! Vor allem, wenn man selber nichts vorweisen kann (auf eine gleichwertige, spruchreife Alternative des Bürgermeisters wartet man ja noch immer) und schon etwa 75 000 Euro für das Projekt Zellerreit auf Kosten der Gemeinde ausgegeben hat?

Was ist mit den Gemeinderatsmitgliedern passiert, die im Herbst 2020 noch dafür gestimmt haben, dass unser Vorhaben Fußballplatz weiter verfolgt wird? Anscheinend ist der Mehrheit des Gemeinderats ein lebendiges Vereinsleben und der Breitensport vor allem für Kinder und Jugendliche nicht besonders wichtig.

Die fast 70-jährige ehrenamtliche und überaus erfolgreiche Arbeit vieler Personen, des immerhin zweitgrößten Vereins in der Gemeinde Ramerberg, wird durch diese Entscheidung mit Füßen getreten. Vielleicht sollte das ein oder andere Gemeinderatsmitglied sein Handzeichen zum Beschluss im Sinne der Ramerberger Zukunft nochmals gründlich überdenken. Das Vereinsherz der Ramerberger Jugendtrainer blutet.

Sandra Maier

Ramerberg

Kaum zu glauben, dass die Gemeinde Ramerberg es nicht schaffte, in den letzten Jahren eine sportliche Heimat für seinen sehr rührigen Verein zu finden beziehungsweise nicht zum Abschluss bringt. Das ehrenamtliche Engagement der vielen Trainer, Betreuer und Mitarbeiter wird hier mit Füßen getreten. Der SV Ramerberg legt regelmäßig die Zertifizierung durch den Bayerischen Fußballverband ab und bestätigt somit, dass er ein gut geführter Verein ist, bei dem die Kinder und Jugendlichen nicht nur Sport treiben, sondern auch Werte lernen, die sie fürs Leben prägen.

Ein Sportgelände ist auch immer Treffpunkt aller Generationen in der jeweiligen Gemeinde. Dies müsste doch gerade für die Verantwortlichen ein Ansporn sein, in die Jugend und in die Zukunft zu investieren mit einem zeitgemäßen Sportgelände. Nicht einzelne Empfindlichkeiten müssen hier im Fokus stehen, sondern das Wohl der Allgemeinheit. Nicht alles zerreden und neue Standorte suchen, sondern Lösungen finden für die vorhandenen Einwände.

In anderen Gemeinden und Städten funktioniert doch die Nachbarschaft zwischen Wohngebieten und Sportstätten auch, warum also nicht in Ramerberg beziehungsweise Zellerreit?

Carmen Jutta Gardill

Seeon

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