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Bürgermeister berichtet

Eine „Vernunftehe“ und andere Projekte: St. Wolfgang blickt in die Zukunft

St. Wolfgang hat viel vor in 2022, berichtet Bürgermeister Ullrich Gaigl.
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St. Wolfgang hat viel vor in 2022, berichtet Bürgermeister Ullrich Gaigl.
  • VonHermann Weingartner
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Keine Bürgerversammlung gab es in St. Wolfgang, trotzdem tut sich viel. Wir haben bei Bürgermeister Ullrich Gaigl nachgefragt, was im Ort heuer ansteht.

St. Wolfgang – Kein Risiko wollte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) angesichts der Pandemielage eingehen und sagte deshalb die in der Goldachhalle geplante Bürgerversammlung ab. Eine Durchführung wäre weder vertretbar noch vermittelbar gewesen, erklärte Gaigl. Im Gespräch mit unserer Zeitung fasst er die wichtigsten Projekte des neuen Jahres zusammen und erklärt, warum St. Wolfgang den Schuldenabbau nicht weiter fortsetzen könne .

Aus Armstorf berichtet Gaigl, dass die umfangreiche Sanierung der Rosen- und Blumenstraße abgeschlossen ist. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Breitbandausbau mit regionalem Anbieter

Der Breitbandausbau sei ein wichtiges Thema in der Kommune und begleite seit Jahren Verwaltung und Gemeinderat, sagte Gaigl. Das werde auch „die nächste Zeit noch so bleiben“ und auch „zusätzliches Geld benötigt“. Erfreulich sei, „dass für die Umsetzung des Bundesförderprogramms unter Co-Finanzierung des Freistaates Bayern mit einer Deckungslücke von 3,7 Millionen Euro die Stadtwerke Dorfen den Zuschlag erhalten haben“. Damit sei ein regionaler Anbieter zum Zuge gekommen, so bleibe die Wertschöpfung vor Ort. Gaigl hoffe, „dass die Baumaßnahmen bis Ende 2022 abgeschlossen werden können“. Dankenswerter Weise hätten im Zuge des Breitbandausbaus die Kraftwerke Haag überall, wo es wirtschaftlich sei, die oberirdischen Leitungen in die Erde verlegt.

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„Leider“, bedauert Gaigl, habe man das Standesamt „aus Vernunftgründen“ an die Stadt Dorfen abgegeben. Statistisch gesehen müsse jeder Bürger nur alle sieben Jahre ins Standesamt. Den häufigsten Kontakt hätten Bürgerinnen und Bürger im Standesamt bei Eheschließungen, Sterbefällen und seltener bei Namensänderungen oder Geburten, da es in St. Wolfgang nur bei Hausgeburten der Fall sei. Gaigl.

In Zeiten von Corona habe sich der Gemeinderat frühzeitig in „vorausschauender Weise für Luftreinigungsgeräte für die Schule, Mittagsbetreuung und den Kindergarten entschieden“. So konnten „noch vor dem großen Ansturm“ die Geräte beschafft werden. Die Gemeinde habe für diese Anschaffung rund 60 000 Euro investiert.

Zu den Baugebieten, die realisiert werden sollen, nennt Gaigl als erstes Schönbrunn. Dort sei die Gemeinde bei den letzten Schritten. „Ich hoffe, dass wir eine Einigung erzielen können. Es ist schwierig, die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen.“

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Auch in St. Wolfgang sei ein Baugebiet mit rund 50 Parzellen geplant. Es soll Einfamilien,- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungsbau entstehen. Die mögliche Realisierung eines Gewerbegebietes werde im Gemeinderat auch diskutiert. Standort neuer Gewerbeansiedlungen sei bevorzugt Armstorf mit der unmittelbaren Nähe zur B15 und A94.

Die rechtliche Vorgabe auf Anspruch einer Ganztagesbetreuung ab 2026 werde auch Auswirkungen in St. Wolfgang haben,sind sich Gaigl und der Gemeinderat einig. Betroffen von Überlegungen seien Krippe, Kita oder Mittagsbetreuung. Ebenso sei über die Ferienbetreuung zu diskutieren. Das alles werde zwangsweise dazu führen, dass entsprechende Räumlichkeiten und personellen Strukturen geschaffen werden müssten, kündigt der Bürgermeister an.

Grundstück für Feuerwehr gefunden

Der technische Fortschritt im Rahmen des Brandschutzes bleibe „weiterhin ein großer Ausgabenposten im Haushalt“, sagt Gaigl. Heuer etwa die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen für die Feuerwehren St. Wolfgang, Pyramoos und anstehend für die Feuerwehr Jeßling. Auch der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in St. Wolfgang, „das den Anforderungen an die Zukunft entsprechen muss“, stehe an.

Nach langer Suche für einen alternativen Standort für die Hauptfeuerwehr konnte ein Grundstück „in verkehrstechnisch guter Lage erworben werden“, teilt Gaigl mit. Viel Geld müsse in die Sanierung von fast 100 Kilometern Gemeindestraßen investiert werden, berichtet der Rathauschef weiter. In den kommenden Jahren sei mit rund 250 000 bis 300 000 Euro jährlich zu rechnen. Die Maßnahmen erfolgen nach einem Straßensanierungskonzept mit zeitlichem Ablauf, das im Bauausschuss beschlossen worden sei.

„Kostet natürlich Geld“

All diese Projekte, die in den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen, „kosten natürlich Geld“, erklärt der Bürgermeister. Ein Großteil werde über die Gewerbesteuer abgedeckt, die eine größten Einnahmequellen der Kommune sei, erläutert Gaigl.

Für heuer wurden bei der Steuerart im Haushalt zwei Millionen Euro angesetzt. Sehr erfreulich sei, dass trotz Corona diese Einnahme momentan bereits bei 3,8 Millionen Euro liege. Trotzdem werde eine Kreditaufnahme nötig sein, „um langfristige Projekte finanzieren zu können“. Den Schuldenabbau der vergangenen Jahre auf einen Stand von etwa 2,6 Millionen Euro werde man „leider nicht fortsetzen können“.

Über 7 000 ließen sich impfen

St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl würdigt im Jahresgespräch mit der Wasserburger Zeitung auch das „großartige Engagement“ des St. Wolfganger Allgemeinarzt Udo Hahn, der mit Kollegen, Mitarbeiterinnen, Helfern sowie mit Unterstützung der Feuerwehr St. Wolfgang und der Gemeinde drei große Corona-Impfaktionen startete. Bei wurden 2021 über 7000 Menschen immunisiert.