Die Stammgäste atmen auf

Bilderbuchstart in die Biergartensaison bei Livemusik und Sonnenschein in Haag. Bauer

Haag – Den ersten Biergartentag nach der Corona-Zwangspause eröffnete der Haager „Graf Ladislaus“ mit Livemusik von den „Green Hornys“.

Die Stammgäste atmeten auf. Ein Ortsbesuch bei bestem Biergartenwetter.

So mancher Stammgast fühlte sich nach acht Wochen Zwangspause wie Horst Berchthold „wieder in die Freiheit entlassen“, um trotz Abstandsgebot bei sommerlichen Temperaturen wieder zusammenzusitzen. „Mit Geduld und Respekt“ habe er die Pause überbrückt. Manuela Grundei berichtet: „Wir sind heute gleich mit dem Rad hergefahren. Die Wirte gehören unterstützt.“ Übertrieben findet sie die Auflagen, dass zum Beispiel jede Speisekarte nach Gebrauch desinfiziert werden müsse.

Auf den Tischen lagen die Anmeldeformulare. Sie müssen die Gastronomen, so Chefkellner Roland Maurer, 14 Tage lang aufheben. Acht traurige Wochen hat Stammgast Karl Boyer hinter sich: „Jetzt kann man endlich wieder Freundschaften pflegen.“ Nicht nur der Ausfall des Stammtisches habe ihn geärgert, sondern dass Leute auf der Straße, wenn man ihnen begegnete, die Seite gewechselt haben: „Jetzt können wir wieder aufatmen.“ Ein Gast hatte die Pause genutzt, um „ein paar Wochen nichts zu trinken“. Ernst Seisenberger gewann der Situation einen philosophisch angehauchten Aspekt ab: „Man hat Zeit gehabt, über das Leben nachzudenken.“ Die Alternative zeigte sich, entweder zu verzweifeln oder es neu zu gestalten. Die Erfahrung, einmal keinen Kontakt zu haben, sei auch als wertvoll einzustufen: „Dann schätzt man den Alltag wieder.“

Auf den zwar kurzen und ohne große Anlage durchgeführten Auftritt freuten sich auch die Musiker der „Green Hornys“, die mit Applaus empfangen wurden. „Wir haben uns zwei Monate nicht gesehen“, so Drummer Uli Mierwald.

Gastronom Fred Schweiger war ebenfalls zufrieden. Trotz ungewöhnlicher Situation mit Abstandsregeln und Desinfektionsvorschriften habe der erste Biergarten große Resonanz gezeigt. „Jeden hat es gefreut, wieder unter die Leute gehen zu können.“ Jetzt hoffe er auf Normalbetrieb. Zum Start habe die Gastronomie großes Glück gehabt: „Der Wettergott hatte kein Corona.“

Ludwig Meindl

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