Das Miteinander fördern

Stadt Wasserburg will Inklusion endlich auch an Spielplätzen umsetzen

Wie könnte man Inklusion auch am Spielplatz möglich machen, wie hier am Palmano-Garten. Bauamt und Bauausschuss wollen einen Fachplaner ins Boot holen.
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Wie könnte man Inklusion auch am Spielplatz möglich machen, wie hier am Palmano-Garten. Bauamt und Bauausschuss wollen einen Fachplaner ins Boot holen.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Wie steht es um die Inklusion an den städtischen Kinderspielplätzen? Das Thema kam erneut im Bauausschuss auf den Tisch.

Wasserburg – Bereits im April 2017 hatte die Stadtratsfraktion der Grünen den Antrag gestellt, die Spielplätze inklusiv zu gestalten. Der Bauausschuss fasste dann den Beschluss, die Verwaltung soll alle Plätze überprüfen, mit Unterstützung eines Fachplaners ein Konzept mit Kostenschätzung erarbeiten und den Behindertenbeirat einbeziehen. Nun hat die Bauverwaltung die Besichtigung durchgeführt und auch noch die Frühförderstelle ins Boot geholt.

Wo kann was verwirklicht werden

Gemeinsam hat man gecheckt, ob es barrierefreie Zugänge gibt und die bestehenden Spieleangebote überprüft. Es soll etwas „für alle Sinne“ geben. Die einzelnen Standorte und die Nutzerkreise wurden betrachtet und man schaute, welcher Platz geeignet ist, um inklusive Elemente zu verwirklichen, erklärte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann.

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„Inklusion bedeutet Teilhabe und nicht nur Barrierefreiheit, so sollten die Plätze die Gemeinsamkeit und das Miteinander fördern, Angebote für alle Sinne da sein. Auch sollen inklusive Spielgeräte von allen genutzt werden“, so Herrmann. Eine differenzierte Ergänzung für etwa Rollstuhlfahrer, Entwicklungsverzögerte oder seh- bzw. hörbehinderte Menschen sei wünschenswert.

Frühförderstelle hat viele Ideen

„In allen Ortsteilen sollten an den Spielplätzen zentral Teilhabemöglichkeiten geschaffen werden“, laute laut Herrmann eine weitere Erkenntnis. Daher wolle man sich auf die Haupt-Anlagen konzentrieren, also Grundschule Reitmehring, Willi-Ernst-Ring, Palmano-Spielplatz in er Altstadt und St. Konrad im Burgerfeld. Auch der Spielplatz am Holzhofweg, wo die Frühförderstelle angesiedelt ist, wird neugestaltet, wenn die Baustelle „Schöpfwerk“ abgeschlossen ist. Hier habe die Frühförderstelle schon konkrete Ideen vorgebracht.

Nun braucht es generell eine Wunsch- und Bedarfsanalyse; Mechtild Herrmann möchte das Projekt 2021 angehen. „Was wünschen sich die Kinder? Wir sollten ihnen nicht einfach etwas vorsetzen, sondern etwa Grundschulen oder Kitas einbeziehen, die an den einzelnen Spielplätzen angesiedelt sind“, so die Stadtbaumeisterin, die einen geeigneten Fachplaner suchen will.

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Christian Stadler (Grüne), der den Antrag ursprünglich gestellt hatte, sagte, wen sie da im Blick habe, es gebe nur wenige, die auf Inklusion spezialisiert seien. Er kenne einen Experten in Mühldorf und könnte den Kontakt vermitteln.

Wolfgang Schmid (CSU) bat darum, dem Spielplatz in Reitmehring an der Straßenseite ein Gartentürl zu verpassen. „Der Platz wirk sonst so, als dürfe man gar nicht rein.“

Teilweise nur kleine Nachjustierungen nötig

Friederike Kayser-Bücker (SPD) sagte, sie freue sich, wenn es endlich losgehe. Am Willi-Ernst-Ring sei ja schon mal Geld in die Hand genommen worden. „Da sind auch nur Kleinigkeiten nötig“, antwortete die Stadtbaumeisterin. Kayser-Bücker bat noch darum, auch den Platz am Landschaftsweg „mitzudenken“.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, entsprechende Haushaltsmittel für 2021 vorzusehen.

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