Stadt Wasserburg warnt vor illegalen Abfallsammlern

Nicht mehr gebrauchte Gegenstände einfach auf die Straße stellen und gewerblichen Sammlern überlassen: Das ist verboten, warnt die Stadt Wasserburg.
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Nicht mehr gebrauchte Gegenstände einfach auf die Straße stellen und gewerblichen Sammlern überlassen: Das ist verboten, warnt die Stadt Wasserburg.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Derzeit liegen sie wieder in vielen Briefkästen: Handzettel, auf denen die Bürger aufgefordert werden, ausgediente Gegenstände aller Art vor die Haustür zu stellen. Die Stadt Wasserburg warnt davor, sich auf gewerbliche Sammler einzulassen.

Wasserburg– Meist stehen auf den Handzetteln weder Name noch Adresse des Sammlers, berichtet die Stadtverwaltung. Die Zettel enthalten oft viele Rechtschreibfehler – eine „Masche“ der Verwertungsfirmen.

Masche: Zettel mit Rechtschreibfehlern

Experten gehen nach Angaben von Bernhard Schachner, im Rathaus zuständig für die Abfallwirtschaft, von einem psychologischen Effekt aus: Das holprige Deutsche ziehe entweder die Aufmerksamkeit auf sich und verführe dazu, das Schriftwerk genau zu lesen, oder vermittle den Eindruck, es handle sich um eine wohltätige Aktion ärmerer Menschen. Dahinter stecke in der Regel jedoch eine gewerbliche Sammlung.

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Die Sammlungen sind nach Angaben der Stadt jedoch bereits seit dem 1. Juni 2012 anzeigepflichtig. Wer Abfälle wie zum Beispiel Altpapier, Altkleider, Schuhe und Schrott bei privaten Haushalten einsammle, müsse eine Zulassung vom Landratsamt Rosenheim beantragen. Diese gewährleiste, dass eine ordnungsgemäße Entsorgung durch einen Fachbetrieb stattfinde.

Im Stadtgebiet Waserburg haben bislang nur folgende gewerbliche Sammler eine Genehmigung: Kolpingsfamilie Wasserburg für Alttextilien; BRK Rosenheim für Alttextilien; Aktion Hoffnung, Augsburg, für Alttextilien, das Nepal-Schulprojekt, Ebersbach, für Alttextilien; die Diakonia GmbH, München, für Alttextilien; die Lorenz Wittmann GmbH, Geisenhausen, für Alttextilien.

Wer Hausrat vor die Tür stellt, muss mit Bußgeld rechnen

Würden Haushalte dazu aufgerufen, Hausrat wie Elektrogeräte, Möbel, Geschirr und dergleichen auf die Straße zu stellen, dann handeln die Firmen und Organisationen illegal, so Schachner. Wer sich darauf einlasse, müsse mit einem Bußgeld rechnen, denn die Abgabe nicht mehr gebrauchter Dinge an illegale Sammler stelle einen Verstoß gegen die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Wasserburg dar und könne geahndet werden.

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Die Erfahrung zeige, dass die illegalen Sammler meistens alle bereitgestellten Abfälle mitnähmen, um weitere Sammlungen nicht zu gefährden. Später sortieren sie Brauchbares aus und entsorgen die nutzlosen Dinge oft in der freien Natur oder an Rastplätzen, warnt Schachner.

Da die Sammlungen meist sehr kurzfristig bekanntgegeben werden, ohne Daten der Organisation, könne das Landratsamt Rosenheim als zuständige Behörde oft nicht rechtzeitig reagieren. Die Stadt appelliert an alle Bürger, sich an diesen illegalen Sammlungen nicht zu beteiligen, sondern widerverwendbare Gegenstände nur über zugelassene Sammler wie die Diakonie Rosenheim, Telefon 08031/2845-0, und wiederverwertbare Abfälle über den städtischen Wertstoffhof, Telefon 08071/95030, ordnungsgemäß zu entsorgen. Als unerlaubte Abfallablagerung geahndet werden nach Angaben der Stadt Gegenstände, die auf der Straße stehen gelassen oder woanders abgelagert aufgefunden werden. Der Verursacher werde mit einem Bußgeld bestraft.

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