Stadt Wasserburg und Tierheim streiten über Fundtiere

Tierheim und Stadt Wasserburg stritten vor 25 Jahren vor dem Amtsgericht über Fundtiere.
+
Tierheim und Stadt Wasserburg stritten vor 25 Jahren vor dem Amtsgericht über Fundtiere.

Wasserburg – Stadt und Tierheim diskutieren, wer für Fundtiere zuständig ist – die Polizei zeigt sich diplomatisch.

Am Gries können Autofahrer künftig länger parken, in der Altstadt wird die Parkzeit auf eine Stunde begrenzt; sobald das Wetter eine Änderung an den Parkuhren zulässt.

Wasserburg– Eine alte Diskussion lebt wieder auf: Muss die Stadt einen „gefundenen Hund“ annehmen oder nicht? Tierheim und Stadt waren schon 1993 vor Gericht Gegner. Dabei ging es um einen Fall, bei dem ein Schäferhund in Wasserburg aufgegriffen und zum Tierheim gebracht wurde. Dieses schickte die Rechnung für die Versorgung an die Stadt, die die Bezahlung ablehnte.

Das Amtsgericht gab der Stadt recht: Das einfache Abgeben eines in der Stadt gefundenen Tieres könne nicht als Handeln im Auftrag der Stadt gesehen werden. Die entscheidende Feststellung aber war, dass ein herrenloses Tier rechtlich gesehen keine Fundsache sei. Ob ein Tier aber herrenlos ist oder tatsächlich verloren wurde, könne im Einzelfall nicht festgestellt werden. Deshalb, so die Folgerung der Stadt „gibt es für uns keine Fundtiere – wir sind bei Tieren nicht zuständig“. Fremde Tiere einfach laufen lassen, ist der Rat der Stadtverwaltung.

Ganz anders sieht die Situation das Innenministerium: Die Gemeinden seien verpflichtet, Fundtiere entgegenzunehmen und ihre Versorgung zu bezahlen. Und bis zum Nachweis des Gegenteils müsse davon ausgegangen werden, dass das Tier verloren wurde. Die Wasserburger Polizei dagegen geht die Sache unbürokratisch an: „Wir werden in so einem Fall auf alle Fälle weiterhelfen.“

Billiger und länger können in naher Zukunft Autofahrer beim Parkplatz Am Gries ihre Fahrzeuge abstellen. Der Stadtrat stimmte für eine Erhöhung auf drei Stunden, wobei je Stunde eine Mark bezahlt werden muss. Ungefähr zeitgleich damit soll das Parken im Altstadtbereich teurer und kürzer werden. Dies könne jedoch nicht sofort in Kraft treten, da die meisten der Parkuhren nicht umgestellt werden könnten, gab Bürgermeister Dr. Martin Geiger zu bedenken. Stadtkämmerer Robert Brandl wies darauf hin, dass man außerdem eine wärmere Witterung abwarten müsse, um die restlichen Uhren umzustellen. Deshalb will man die Parkuhren nach und nach durch Parkscheinautomaten ersetzen.

Weitere Meldungen in der Woche vom 22. bis zum 28. Februar 1996:

Bonn– Die Entscheidung des französischen Präsidenten Jacques Chirac zur Abschaffung der Wehrpflicht wird nach Ansicht der Bundesregierung keine Konsequenzen für die Bundeswehr haben. Bundeskanzler Helmut Kohl und Verteidigungsminister Volker Rühe unterstrichen, es gäbe keinerlei Anlass, das bewährte Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland aufzugeben.

München– Jeder Bundesbürger verspeist mit 690 Kilogramm Lebensmitteln im Jahr das durchschnittlich Zehnfache seines Körpergewichts. Dabei liegt die pflanzliche Kost mit 400 Kilo deutlich vor den Lebensmitteln aus tierischer Produktion. Der Anteil an Fleisch liegt bei 62,6 Kilogramm, Obst und Gemüse sind mit 200 Kilogramm vertreten.

London– Aufregung auf Schloss Windsor – Diebe haben einen Schlüsselbund und Pläne über bevorstehende Feste auf dem Wochenendsitz der Königin gestohlen. Diese befanden sich in dem Auto eines Polizeibeamten, das vor dessen Haus gestohlen worden war. Die Polizei ist wegen der jüngsten Anschlagsserie der irischen Untergrundorganisation IRA in der britischen Hauptstadt besonders besorgt.

Annaberg-Buchholz– Das Originalmanuskript des Rechenbuches „Coß von Adam Ries“ ist erstmals vorgestellt worden. Rechenmeister Adam Ries – im Volksmund Adam Riese – schrieb 1524 die erste Fassung dieser „Algebra-Bibel“. Das 534 Seiten starke Werk dokumentiert beispielhaft den damaligen Wissenstand auf mathematischem Gebiet. Zum Zeitpunkt seines Erscheinens konnte das Buch wegen Geldmangel nicht gedruckt werden. Heute hat es einen Versicherungswert von einer Millionen Mark.

Wiesbaden– Maria ist in Deutschland zum beliebtesten weiblichen Vornamen aufgestiegen und verdrängt im Westen Julia und im Osten Lisa von Platz eins der Rangliste. Bei den Buben hat Alexander seinen Platz an der Spitze gehalten. Zudem lässt sich eine zunehmende Neigung zu alttestamentarischen Namen wie Elias, Jeremias, Joshua und Noah beobachten.

-

Kommentare