Stadt appelliert: Wasserburger Bücherschränke sind keine Altpapiertonne

Die Bücherschränke in Wasserburg erfreuen sich großer Beliebtheit, werden aber inzwischen häufig als Altpapiersammelstelle missbraucht.
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Die Bücherschränke in Wasserburg erfreuen sich großer Beliebtheit, werden aber inzwischen häufig als Altpapiersammelstelle missbraucht.

Der Brockhaus in 50 Bänden hat hier nichts zu suchen. Trotzdem findet die Stadt manchmal ganze Lexika-Reihen in den öffentlichen Bücherschränken. Das soll jetzt ein Ende finden.

Wasserburg–Die Wasserburger Bücherschränke, verteilt im ganzen Stadtgebiet, finden einen regen Zuspruch. Seit ihrer Aufstellung im Jahr 2015 werden Bücher eingestellt, mitgenommen und ausgetauscht. „Und das nicht nur von den Wasserburgern selbst, sondern auch vom überregionalen Publikum, insbesondere von Berufspendlern“, stellt Thomas Rothmaier, Leiter der Hauptverwaltung bei der Stadt Wasserburg, fest.

Hilferuf der Paten

Die Stadt Wasserburg habe die Bücherschränke aufgestellt, betreut würden sie aber von engagierten, ehrenamtlichen Bürgern, die für einen ordentlichen Zustand in und um die Bücherschränke sorgen. Und obwohl diese allseits beliebt seien, rufen ihre Paten nun gemeinsam mit der Stadt Wasserburg um Hilfe, denn die Bücherschränke seien in den vergangenen Monaten oft missbraucht worden. „Viele Nutzer scheinen die Bücherschränke mit ihrer Altpapiertonne zu verwechseln“, wie Rothmaier mitteilt. „Sie lagern dort ihren nicht mehr brauchbaren Lesestoff ab, schlimmstenfalls entsorgen sie ihn sogar vorsätzlich.“

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„Auch andere, artfremde Gegenstände werden immer häufiger gefunden“, berichtet Rothmaier weiter. So würden dort auch ausgedehnte Lexika-Sammlungen, Zeitschriften, CDs oder Videos eingestellt. „Zum Teil findet sich dort sogar Haus- und Unrat.“

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Rothmaier und die Stadtverwaltung appellieren daher an alle Bücherschrankfans, sich wieder auf die Nutzungsregelungen zu besinnen. „Willkommen sind einzelne Bücher aller Art – egal ob Krimis, Romane, Thriller, Kinderbücher oder Sachbücher. Jedoch müssen sie in gutem Zustand sein“, erklärt Rothmaier.

Helfer gesucht

Außerdem sucht die Stadtverwaltung neue helfende Hände, zur Unterstützung der bisherigen, teils langjährigen Bücherschrankpaten. Wer sich gerne ehrenamtlich um Bücher kümmern möchte und nicht scheut, etwa zwei bis dreimal in der Woche an der frischen Luft in den Bücherschränken nach dem Rechten zu sehen, meldet sich bei der Stadtverwaltung, Ansprechpartner ist Thomas Rothmaier unter der Telefonnummer 08071/105 13. „Der Dank vieler Leser ist den neuen „Kümmerern“ bereits jetzt gewiss“, ist Rothmaier überzeugt.

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