St. Wolfgang unterstützt Pflegekrisendienst im Landkreis

St. Wolfgang – Über die Notwendigkeit eines zusätzlichen, kreisweiten Angebots in der Patientenversorgung nach einer Klinikentlassung hat der Gemeinderat St. Wolfgang kontrovers diskutiert.

Dabei ging es um finanzielle Unterstützung des neuen „Pflegekrisendienstes“, den der Landkreis anbieten will.

Patienten, die nach einer Klinikentlassung unerwartet in eine Notfallsituation geraten, sollen das Hilfsangebot nutzen können. Alle Gemeinden im Kreis sind aufgerufen, sich anteilmäßig nach Einwohnerzahl zu beteiligen. Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) stellte das „Pilotprojekt“ des Landkreises vor. Der Pflegekrisendienst sei nur für die ersten Tage im Anschluss an einen Klinikaufenthalt gedacht, etwa wenn Lücken bei der medizinischen Versorgung des Patienten bis zur Einleitung weiterer erforderlicher Pflegemaßnahmen entstehen.

Ausschreibungbereits beschlossen

Die Leistung werde von einem professionellen Pflegedienst erbracht. Eine Ausschreibung dazu wurde im Kreisausschuss beschlossen. Die Unterstützung des Projekts sehe vor, dass die Kommunen einen Euro je Einwohner beisteuern. Die Summe sei zunächst für ein Jahr fest und könne danach aufgekündigt oder bis zu fünf Jahren verlängert werden. Für die Gemeinde würden damit vorerst einmalig knapp 5000 Euro fällig. Die Hälfte der Landkreisgemeinden unterstützten bereits das Projekt, sagte Gaigl.

Im Gremium wurde auf die kürzlich gegründete Nachbarschaftshilfe St. Wolfgang hingewiesen. Josef Göschl (WG Armstorf), Einsatzkoordinator dieser Sozial einrichtung, betonte, dass die Nachbarschaftshilfe keine medizinische Kompetenz habe und etwa nötige Medikamente zwar besorgen, aber dann nur übergeben und bei der Verabreichung nicht mal behilflich sein dürfe. Ein Pflegekrisendienst sei wichtig, komme aber vor einem möglichen Einsatz der Nachbarschaftshilfe.

„Mir gefällt diese Idee“, meinte Magdalena Wandinger-Strauß (FW). Für die Nachsorge eines Klinikaufenthalts seien aber bereits Möglichkeiten vorhanden, etwa Sozialstationen. Nun würde „wieder was ins Leben gerufen“. Kosten für derartige Angebote seien nicht Aufgabe der Gemeinde, „das gehört in die Krankenkasse“. Die Notwendigkeit des neuen Dienstes sah auch Eva-Maria Rottenwaller (CSU) nicht unbedingt für nötig. Ein Entlassungstermin aus einer Klinik würde Patienten und Angehörigen nicht unvermittelt mitgeteilt. Da sei Zeit, sich um die Nachsorge zu kümmern.

Dem widersprach Günter Kellner (WG Armstorf). Er könne aus eigener Erfahrung berichten, in Kliniken werde es „immer krasser“, und es wäre durchaus möglich, dass man von heute auf morgen entlassen werde. Da könne es durchaus zu Notsituationen kommen, etwa bei alleinstehenden Menschen.

Grundsätzlich stand der Gemeinderat der Unterstützung des Landkreises beim „Pflegekrisendienst“ positiv gegenüber.

Erneute Prüfungvor der Verlängerung

Werner Axenböck (CSU) schlug vor: „Wir sollten das mal ein Jahr probieren.“ Gegen vier Stimmen wurde schließlich die finanzielle Unterstützung des Hilfsprojekts zunächst für ein Jahr beschlossen. Vor einer eventuellen Verlängerung müssen dann Zahlen im Gemeinderat vorgelegt werden, etwa wie viele St. Wolfganger Bürger den Notdienst in Anspruch genommen haben. hew

Kommentare