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BREITBANDAUSBAU

St. Wolfgang legt los: ultraschnelles Internet für 340 Gebäude

Der Auftakt zum Glasfasernetzausbau erfolgte einen Tag nach der Vertragsunterzeichnung: Dorfens Stadtwerkegeschäftsführer Klaus Steiner (blaues Hemd) und Bürgermeister Ullrich Gaigl (rechts) verfolgten in Aign die Arbeiten des Kabelpfluges.
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Der Auftakt zum Glasfasernetzausbau erfolgte einen Tag nach der Vertragsunterzeichnung: Dorfens Stadtwerkegeschäftsführer Klaus Steiner (blaues Hemd) und Bürgermeister Ullrich Gaigl (rechts) verfolgten in Aign die Arbeiten des Kabelpfluges.

Einen Tag nach der Unterzeichnung des Konzessionsvertrags durch Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) und Klaus Steiner, Geschäftsführer der kommunalen Stadtwerke Dorfen, startete in St. Wolfgang der Glasfaserbreitbandausbau zur Versorgung der noch „weißen Flecken“.

St. Wolfgang – Planungsschwierigkeiten und eine darauf nötige Neuausschreibung hatten das Projekt um weit über ein Jahr verzögert. Diesmal soll alles besser laufen. Der Breitbandausbau kostet insgesamt 3,7 Millionen Euro, wovon die Gemeinde 748.000 Euro aus Eigenmitteln besteuern muss.

204 Kilometer Glasfaserleitungen

Jetzt kann es endlich los mit dem Breitbandausbau für mehr als 340 Gebäude in über 81 Ortsteilen, freuten sich Gaigl und Steiner am Freitag. Beim Weiler Aign verfolgten sie die ersten Kabelverlegearbeiten per Erdpflug. Wenn die insgesamt 204 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt sind, haben alle Anwesen in der Gemeinde schnelles Internet.

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Nach der Vertragsunterzeichnung sagte der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es freut mich und wir sind froh, dass die Stadtwerke Dorfen den Zuschlag für den Auftrag bekommen haben. Damit haben wir einen sehr guten Partner mit Ansprechpersonen direkt vor Ort“. Das sei eine „ganz wichtige Sache“, denn im Verlauf der Ausbaumaßnahmen tauchten sicher Fragen und Anregungen auf die zügig zu klären seien.

Klaus Steiner zeigte sich nach der Vertragsunterschrift ebenfalls zuversichtlich und meinte: „Heute unterschrieben am nächsten Tag angefangen“. Sofort nach Vertragsabschluss starteten die Stadtwerke mit dem Ausbauprojekt. Als Erstes werde mit den Pflugstrecken begonnen, um auf den landwirtschaftlichen Fluren möglichst keinen Schaden anzurichten, bevor die Aussaat beginne.

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Als „schöne Sache“ bezeichnete der erfolgreiche Geschäftsführer, dass mit der Kraftwerke Haag Netz GmbH auch gleich Stromleitungen erneuert und ins Erdreich verlegt werden. Da „wir gehen wir gemeinsam in einen Graben. Das schafft Synergien“. Es wäre den Bürgern auch kaum zu vermitteln, wenn dann in paar Jahren der Haager Energieversorger erneut Gräben für Stromleitungen aufreißen müsste.

Ein eigener „Spot“ für den Ort

Der Technische Leiter des Dorfener Energieversorgers und Telekommunikationsunternehmen Alois Huber erläuterte, dass das künftige St. Wolfganger Glasfaserbreitbandnetz über 20 Verteiler versorgt werde. Und später sei es möglich einen „eigenen Spot“ in St. Wolfgang aufzubauen. Das brauche es jetzt aber noch nicht, da man das neue Datennetz über eine Glasfaserleitung aus Dorfen mitversorgen könne. Damit sei man „deutlich schneller“ in der Umsetzung.

Die Inbetriebnahme der Anschlüsse erfolge sobald ein Stück oder Abschnitt fertig sei und nicht erst, wenn alles ausgebaut ist. Die ersten Glasfaserhausanschlüsse und Aktivierung der Leitungen werden so noch heuer erfolgen können, die Letzen dann im Herbst 2022.

Werbung für den Breitbandanschluss

Die Stadtwerke haben den Bürgern bereits mitgeteilt, dass der komplette Glasfasernetzausbau Ende September 2022 abgeschlossen sein werde, berichtete Stadtwerksgeschäftsführer Klaus Steiner. Die Baumaßnahme erfolge in mehreren Abschnitten. Bereits jetzt versuche man so viel Vorvermarktung wie möglich zu machen. Das bedeute, den Abschluss von Nutzungserklärungen. Damit gäben die Grundstückseigentümer ihr Einverständnis ab, dass Glasfaserleitungen auf ihrem Boden verlegt werden dürfen. Steiner verspricht, „dass jeder Haushalt einen Besuch der Stadtwerke zur Beratung bekommt“. Man hoffe auf eine 100-prozentige Quote bei der Aktivierung der angebotenen Dienste. Steiner betonte, die Gemeinde investiert „ja auch erhebliche Finanzmittel“ für den Ausbau. Dann sollten möglichst auch alle Bürger mitmachen.

Datentransfer bis zu einem Gigabit

Wenn Corona vorbei sei, werden viele Beschäftigte vom Homeoffice nicht mehr ins Büro pendeln: „Da wird sich ganz viel ändern“, ist sich Stadtwerksgeschäftsführer Klaus Steiner sicher. Eine vernünftige Breitbandversorgung über Glasfasernetz sei somit „ein absolut entscheidender Standortfaktor für eine Kommune. Ich glaube, da geht’s gar nicht mehr ohne“. Durch die Übertragungstechnik per lichtoptischen Signal via Glasfaser seien der Geschwindigkeit grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Im Moment würden Übertragungsraten bis zu einem Gigabit pro Sekunde angeboten. Zu den privaten Investitionen berichtete der Geschäftsführer, dass bis zum Anschluss im Haus alles kostenlos sei. Für die Aktivierung samt eines Routers seien einmalig 380 Euro fällig. Nach Auftrag übernehmen die Stadtwerke auch Installationen im Haus.

Ersten Abschnitt teuer bezahlt

Der erste Breitbandausbauabschnitt sei noch mit der Telekom realisiert werden, erinnerte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW). Dies sei dem Bayerischen Förderprogramm geschuldet gewesen. Der Ausbau mit wenigstens 30 Mbit/sec erfolgt vorwiegend über die „Letzte Meile Kupfer“, also mit Telefonleitungen. Da werde es „irgendwann technisch weitergehen“. Damals habe auch ein zweites Angebot vorgelegen, das rund 600 000 Euro teuerer als das Telekom-Angebot gewesen sei und nicht den Zuschlag bekommen habe. Dieses Angebot wäre trotz des höheren Preises auf lange Sicht dennoch besser gewesen, denn der Anbieter hätte damals bereits ein komplettes Glasfasernetz aufgebaut. Die 600 000 Euro Mehrkosten wären aus heutiger Sicht „ein Schnäppchen“. Der Gemeinderat sei aber an die Förderrichtlinien gebunden. Zwölf Monate Bauzeit waren mit der Telekom vereinbart, 19 Monate wurden es. Diesmal gibt sich Gaigl sehr optimistisch, dass die Realisierung bis September 2022 klappt.

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