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So sollen die Probleme behoben werden

Hilfsfrist nur knapp eingehalten: St. Wolfgangs Feuerwehren müssen sich mehr sputen

Grundsätzlich ist die Brandbekämpfung, wie hier auf unseren Symbolbild, in Sankt Wolfgang gesichert. Lediglich bei der Hilfsfrist gibt es Verbesserungsbedarf.
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Grundsätzlich ist die Brandbekämpfung, wie hier auf unseren Symbolbild, in Sankt Wolfgang gesichert. Lediglich bei der Hilfsfrist gibt es Verbesserungsbedarf.
  • VonJohanna Furch
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Reichen die örtlichen Feuerwehren für das gesamte Gemeindegebiet Sankt Wolfgang? Dieser Frage ging Lorenz Huber von der Kreisbrandinspektion in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats nach.

Sankt Wolfgang – Zwar seien die Feuerwehren personell und mit ihrem Fuhrpark gut ausgestattet, zeigte die Feuerwehrbedarfsplanung, aber gerade in der Hilfsfrist gebe es Verbesserungsmöglichkeiten.

Personell sind die sechs Feuerwehren im Gemeindegebiet gut aufgestellt. „Es helfen die schönsten Fahrzeuge nichts, wenn es im Ort keine Leute gibt, die ausrücken können“, betonte der Kreisbrandinspektor. Insgesamt rücken über 280 Aktive für Sankt Wolfgang und seine Ortsteile aus. „Zum Vergleich: Erding hat etwa 250“, so Huber. Dass mehrere Feuerwehren im Gemeindegebiet verteilt zu mehr Einsatzkräften führen als eine Wehr im Hauptort, lasse sich häufiger beobachten.

Insgesamt sechs Mannschaften vor Ort

Und diese sechs Wehren in Sankt Wolfgang, Gatterberg, Jessling, Lappach, Pyramoos und Schönbrunn brauche es auch, denn die geografische Struktur der Gemeinde mache es unmöglich, vom Hauptort aus das komplette Gemeindegebiet innerhalb der Hilfsfrist von zehn Minuten zu erreichen.

Diese Hilfsfrist setzt sich zusammen aus der Gesprächs- und Dispositionszeit, für die man pauschal etwa anderthalb Minuten ansetzt, die Ausrückzeit bis alle Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus und fahrbereit sind und die Anfahrtszeit.

Versorgung in Schönbrunn schwierig

Die Feuerwehr Sankt Wolfgang braucht vier Minuten, bis die Aktiven zu einem Einsatz ausrücken können – im Ortsteil Schönbrunn dauert es über sieben. Das ergaben die Auswertung des Kreisbrandinspektors. Das liege hauptsächlich an der Zugänglichkeit des Ortsteils, der nur über eine Zufahrtsstraße von Ost und West verfügt. „Wer vom Norden kommt, muss außen rum fahren“, erklärte Huber. Und das brauche Zeit.

Trotzdem würden sich die Feuerwehren im Gemeindegebiet fast ideal ergänzen. Die Feuerwehr Sankt Wolfgang erreiche – auch mit dem geplanten neuen Feuerwehrhaus – Armstorf innerhalb der Hilfsfrist und die außen liegenden Bereiche würden von den übrigen Feuerwehren größtenteils abgedeckt.

Einige Randgebiete ließen sich allerdings nicht in der Geschwindigkeit erreichen, „da greifen externe Feuerwehren aus Nachbargemeinden“. Für Schönbrunn rücken beispielsweise die Oberornauer mit aus, in Pyramoos erhalten die Floriansjünger Unterstützung aus Winden und auch die Feuerwehr Dorfen kommt notfalls für einen Einsatz ins Gemeindegebiet.

Probleme: Kalte Schuhe und fehlende Schlüssel

Huber ist sich sicher: „Wenn wir bei allen Feuerwehren eine Minute rausholen, sind die Lücken geschlossen.“ Vor allem Jessling, Gatterberg, Pyramoos und Schönbrunn müssten schneller werden, um ihr Gebiet abdecken zu können. Hier schlug der Kreisbrandinspektor mehrere Möglichkeiten vor. Schon die Ausstattung mit einer Heizung, sodass die Feuerwehrleute nicht in kalte Schuhe und Hose steigen müssen, könne etwas Zeit verschaffen. Und in manchen Gerätehäusern brauche man für den Zugang einen Schlüssel „und wenn ausgerechnet der mit dem Schlüssel später kommt, müssen die anderen warten“.

Zudem regte er Doppelmitgliedschaften an, je nachdem wo die Feuerwehrler wohnen und arbeiten. Beispielsweise könne man die Gewerbebetriebe im Gemeindebereich gezielt ansprechen, um Einsatzkräfte aus anderen Gemeinden zu gewinnen, die aber in Sankt Wolfgang arbeiten.

Alarmierung per Smartphone

Auch der Landkreis arbeite an Optimierungen durch eine Alarmierung per Smartphone. „So kommt es bei allen gleichzeitig an und spart eine halbe Minute.“ Damit würden die Feuerwehrleute besser darüber informiert, was und wo passiert ist, um gezielter ausrücken zu können.

Fuhrpark gut bestückt

Insgesamt stünden die Feuerwehren im Gemeindegebiet Sankt Wolfgang gut da, wie der Kreisbrandinspektor auf Nachfrage von Stefan Müller (WGA) zusammenfasste. Es gebe viele Aktive – hier betonte Huber allerdings die Wichtigkeit der Jugendarbeit.

Auch die nötigen Fahrzeuge haben sich seit der vergangenen Feuerwehrbedarfsplanung vor fünf Jahren kaum verändert. Pyramoos hat erst vor Kurzem seinen Fuhrpark aufgestockt. Nur das TSF Jessling hat inzwischen seine Nutzungsdauer überschritten und müsste demnächst ersetzt werden.

Neue Haushaltsstelle für Fahrzeuge?

Grundsätzlich schlug Alexander Axenböck (FW Einigkeit) vor, für die Anschaffungen eine Struktur zu entwickeln, um sie kontinuierlich im Haushalt auszuweisen. „Wir haben zehn Autos mit je 25 Jahren Nutzungsdauer, müssen also im Schnitt alle drei Jahre eines auswechseln.

Kreisbrandinspektor Huber schloss die Feuerwehrbedarfsplanung mit den Worten: „In fünf Jahren sehen wir es uns wieder an und hoffen, dass wir eine Minute schneller geworden sind.“ Der Gemeinderat Sankt Wolfgang nahm die Ausführungen einstimmig zur Kenntnis.

Versorgung mit Notstrom angeregt

Am Ende seines Vortrags regte Kreisbrandinspektor Lorenz Huber noch an, über eine Notstromversorgung im Ort nachzudenken. Seiner Ansicht nach müssten „einzelne Gemeinden resilienter werden und können nicht auf Hilfe von außen hoffen“. Im Arbeitskreis wurde bereits thematisiert, die Feuerwehrhäuser zu Leuchttürmen auszustatten. Außerdem befürchte er, dass die Unwettereinsätze mit dem Klimawandel weiter zunehmen werden. „Dafür brauchen wir jeden Mann“, betonte er, das habe sich auch bei den Starkregenereignissen in den vergangenen Monaten gezeigt.

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