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BAUSTELLENBESUCH DER WASSERBURGER ZEITUNG

So geht es auf der Baustelle in der Kirche St. Jakob in Wasserburg voran

Hausherr Pfarrer Bruno Bibinger unter dem Dach des Mittelschiffes, das derzeit saniert wird. J
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Hausherr Pfarrer Bruno Bibinger unter dem Dach des Mittelschiffes, das derzeit saniert wird. J
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Wasserburgs neuer Stadtpfarrer ist schwindelfrei: Das hat er der Redaktion der Wasserburger Zeitung bewiesen – bei einem ungewöhnlichen Ortstermin: 60 Meter über der Stadt. Hier wird gerade das Dach des Kirchenschiffs von St. Jakob saniert.

Wasserburg – Bibinger hat uns 99 Stufen hinaufgeführt. Wie ein Eichhörnchen klettert der Pfarrer die uralten Stein- und Holztreppen hinauf, bewegt sich auf 500 Jahre alten Balken wie auf dem Tanzboden. Respekt!

Dem Himmel nah auf dem Dach von St. Jakob in Wasserburg

Wieder geöffnet: das Eisentor im Eingang.
99 Stufen geht es hoch, auch über uralte, ausgetretene Holzleitern.
Klettert wie ein Eichhörnchen: Stadtpfarrer Bruno Bibinger ist schwindelfrei.
Betriebsbereit: das alte Uhrwerk des Glockenturms.
Dem Himmel nah auf dem Dach von St. Jakob in Wasserburg

John Cater, Wasserburger Fotograf, und Reporterin Heike Duczek tun sich da viel schwerer. Klitschnass geschwitzt und mit zitternden Beinen kommen sie oben an, stehen mit flauem Magen auf den Außengerüsten, die einen herrlichen Blick auf die sich in die Innschleife duckende Altstadt bieten. Die Restaurierung von St. Jako b, ein Millionen-Projekt, das 2014 mit der mittlerweile abgeschlossenen Turmsanierung startete und und noch lange nicht beendet ist, wie die wieder eingerüstete Fassade und das eingepackte Dach zeigen, bietet eine einmalige Chance, mit dem Hausherrn das altehrwürdige Gotteshaus ausnahmsweise mal ganz oben zu erkunden.

Klettertouren gewohnt

Bibinger ist solche Klettertouren gewohnt: Baustellen begleiten seine Karriere als Pfarrer von Anfang an. „Das ist das vierte Gerüst am vierten Ort, auf dem ich stehe“, sagt er. Bevor er im September 2020 nach Wasserburg kam, hat er als Leiter des Pfarrverbands Tuntenhausen die Renovierung der Basilika begleitet. Die Stadtpfarrkirche St. Jakob ist noch älter, sie wurde über 70 Jahren bis 1478 erbaut.

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Über einen Seiteneingang geht es zuerst eine enge, kurvenreiche Steintreppe hinauf bis zum Kapitelsaal. Schon hier bietet sich aus dem Fenster heraus ein Traumblick – von oben in das Innere der großen spätgotischen Hallenkirche. Doch Bibinger weist auf eine eher unscheinbare, kleine Mauerskulptur hin: Sie soll ein Selbstbildnis des Bauherrn darstellen: Hans von Burghausen. „Er begleitet uns als Ratgeber“, so empfindet dies Bibinger.

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Weiter geht es Holztreppen hoch auf die erste Ebene des Dachstuhls im Mittelschiff. Ehrfürchtig steht der Pfarrer unter 30 Meter lange Balken. Sie haben schon viele Stürme erlebt – und sind so robust, dass ihnen die Jahrhunderte kaum etwas angehabt haben. Doch durch undichte Stellen ist Feuchtigkeit hineingedrungen. Deshalb muss jetzt saniert werden. Das Dach bekommt neue Ziegel im Biberschwanzmodell mit zwei Haltungsnasen.

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Eine weitere Treppe führt in den bereits sanierten Turm. Der hat eine zwei Meter dicke Wand. Es geht vorbei an einem 100 Jahre alten Uhrwerk, das der Pfarrer noch aufziehen könnte, wie er stolz berichtet. Sechs Glocken läuten hier, zwei sind aus der Entstehungszeit der Kirche. Es gilt, sich zu beeilen, dass der Glockenschlag direkt über den Köpfen nicht das Trommelfell malträtiert. Das scheint die Dohlen nicht zu stören. Für sie hat die Pfarrgemeinde extra Brutkästen angebracht. Das hektische Treiben im Innern beweist: Die Vogel-Kinderstube ist bewohnt.

Über der Orgel bringen Löcher im Boden den Puls nach oben. Nur nicht nach unten schauen, rät der Pfarrer, dem dieser Blick nichts anhaben kann.

Nach 99 Stufen sind wir auf dem Dachgerüst. Von hier aus wird auch die verwaschene und bröckelnde Fassade restauriert. Bibinger schreitet voran bis an den Rand, Fotograf und Reporterin bewegen sich langsam und mit zittrigen Beinen hinterher – und bereuen es dann doch nicht. Zu schön ist es hier – wie im Himmel auf Erden.

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Die Gegenwart entrückt, die Stadt wirkt wie eine Sammlung von Legohäuschen, der Inn schimmert grün wie ein Saphir.

Auch im Innern tut sich viel

Stadtpfarrer Bibinger hat auch im Innern der Kirche St. Jakob einen Änderungsprozess gestartet. Er hat Grünpflanzen entfernt, um mehr Klarheit zu schaffen – und rückt die Kunstobjekte besser ins Licht. „Kommt her und schaut“, so das Motto. Das Gitter im Mittelgang ist auch außerhalb der Gottesdienste geöffnet. Gemälde wie die „14 Nothelfer“aus dem 18. Jahrhundert werden gesäubert und erhalten einen besser sichtbaren Platz. Der Patron der Kirche, der Jakobus, begrüßt bereits am Eingang die Besucher.

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