Sportvereine in Haag und Rott trotzen Corona: Bloß kein Mitglied verlieren

Mit Onlinetraining hielten die Rotter ihre Basketballer am Ball: Unser Foto zeigt Athletik- und Herrentrainer Peter Breitfeld in einem der Athletikvideos.
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Mit Onlinetraining hielten die Rotter ihre Basketballer am Ball: Unser Foto zeigt Athletik- und Herrentrainer Peter Breitfeld in einem der Athletikvideos.

DJK-SV Oberndorf und die Basketballer aus Rott haben die schwierigen Corona-Zeiten gut überstanden. Es scheint fast so, als gingen sie gestärkt daraus hervor. Beide Vereine berichten sogar von positiven Entwicklungen.

Von Petra Maier

Haag/Rott – Langen Atem brauchen Sportler immer, besonders aber seit Beginn der Corona-Pandemie. Sie gibt nicht nur die Bedingungen für ihre Wettkämpfe, sondern auch für das Training vor. Der DJK-SV Oberndorf zieht dennoch eine positive Corona-Bilanz und auch die Rotter Basketballer blicken zuversichtlich in die Zukunft. Die beiden Vereine schildern der Wasserburger Zeitung stellvertretend für viele andere ihre Erfahrungen im Krisenmanagement.

Die Corona-Krise habe bei allen Nachteilen auch eine zweite positive Seite, so die Oberndorfer. Oberstes Ziel sei gewesen, kein Mitglied zu verlieren, benennen es die Rotter Coaches. Peter Bauer und Peter Breitfeld. Und das scheint bei beiden Vereinen geglückt zu sein.

Die Oberndorfer Vereinsvorsitzende Evi Ziel konnte in der jüngsten Vereinsversammlung sogar verkünden, „dass das kostenlose Sportangebot des SVO, das vor Corona selbstverständlich Woche für Woche in Anspruch genommen wurde, jetzt wieder mehr geschätzt wird.“

„Das Beste aber ist“, so Jugendleiter Gerhard Hartinger, „dass sogar wieder mehr Jugendliche Sport treiben. Es haben sich sogar Jugendliche, die bereits aufgehört haben, wieder ihren Mannschaften angeschlossen.“ Diesen positiven Trend bestätigte auch die Vorsitzende: „Auch alle Ehrenamtlichen sind nach der Corona-Pause wieder mit neuer Motivation ihre Aufgaben angegangen.“

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Der Verein nutzte die Sportpause, um die neue Tennis-Terrasse fertigzustellen. Den Bau und die Kosten in Höhe von über 50.000 stemmte der Verein in Eigenleistung – ohne Zuschüsse der Marktgemeinde Haag.

Über die kalte Jahreszeit hinweg wird künftig Tischtennis für Jugendliche als neue Sportart angeboten. Darüber hinaus bietet der Verein erstmals ein freiwilliges soziales Jahr an.

„Wir können resümieren, dass wir uns auch in der Krise weiterentwickelt haben und wir das Sportangebot und die Leistungsbereitschaft sowie das soziale Dorfleben aufrechterhalten haben,“ so die Vorsitzende.

Ein großes Dankeschön galt auch den Sponsoren des Vereins. Der SVO hatte ihnen als Zeichen der Solidarität zu Beginn der Krise eine deutliche Pachtreduzierung der Bandenwerbung angeboten. Nur etwa die Hälfte der Sponsoren machte davon t gebrauch. „Das ist ein starkes Zeichen für die Verbundenheit zum Verein und zur Region“ so Ziel. „Und das ist die zweite Seite der Corona-Medaille“, so Ziel: „Der Umweltschutz und die Regionalität werden eine Renaissance erleben.“

Dazu betont Johann Grundner, der Geschäftsführer des DJK-Sportverbands München und Freising: „Während so manch anderer Verein sich in das Schicksal der scheinbaren sportlichen Unmöglichkeit ergeben hat, konnte sich der DJK-Sportverein Oberndorf ganz im Sinne der DJK-Leitidee „Sport um der Menschen willen“ und auch im Sinne des vereinseigenen Leitbildes deutlich als gut aufgestellt, kreativ und von hohem gesellschaftlichem Wert präsentieren.“

Positiv fällt auch die Corona-Bilanz der beiden Rotter Headcoaches Peter Bauer und Peter Breitfeld aus. Gemeinsam mit Abteilungsleiter Martin Schreyer haben sie die nächsten Schritte der ambitionierten Rotter Basketballer besprochen.

Es ist viel passiert: Kaum waren die Basketballligen corona-bedingt eingefroren, bot Peter Breitfeld, zu dem Zeitpunkt noch Athletiktrainer der Rotter BasketballerInnen, zweimal wöchentlich Trainingseinheiten via Videomeeting an. Martin Schreyer ergänzt, dass das Ziel während „der Krise kein Mitglied zu verlieren“ zum als erfüllt betrachtet werden kann.

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Als einer der ersten Vereine der Region konnten die Rotter dank intensivem Austausch mit dem neuen Rotter Bürgermeister Daniel Wendrock den Trainingsbetrieb auf dem Freiplatz hinter der Schulturnhalle wieder aufnehmen. Unterstützt hat sie dabei eine App, mit der die Spieler Trainingszeiten als Termine buchen konnten. Stolz stolz schwärmt Abteilungsleiter Schreyer: „Unsere Jugendtrainer haben dabei einen Spitzenjob gemacht, jeden Tag war ein anderer am Freiplatz und betreute die Kinder und Jugendlichen individuell in Kleingruppen.“

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Dabei wusste keiner, wie es weitergeht. Die Rotter Damen lagen auf dem 3. Tabellenrang, hatten fünf der letzten 6 Spiele gewonnen und man hatte das Gefühl, man könnte noch Großes erreichen. Dann kam das Aus. Aus der anfänglichen Frustration entwickelten sich aber auch positive Energien: Kapitänin Anja Sattler verschob ihr mögliches Karriereende und bleibt noch ein Jahr.

„Und dann begann mitten in der Corona-Krise das wohl größte und spannendste Projekt der jüngeren Rotter Basketballgeschichte“, so Paul Brandl. Mithilfe einer nicht genutzten Spielberechtigung des TSV Wasserburg wollen die Rotter Korbjäger auch im männlichen Bereich Fuß fassen. Peter Breitfeld kam mit der Idee „Bezirksoberliga in Rott“. Gemeinsam möchte man den männlichen Basketball mit Eigengewächsen nach vorn bringen. In Abteilungsleiterin Paula Zaschka hat man in Wasserburg Unterstützung gefunden.

In der Krise geboren: u18-Mannschaft mit Wasserburg

Zur neuen Saison wird es eine gemeinsame u18-Mannschaft im männlichen Bereich geben. Trainiert wird einmal in der Woche in Rott und einmal in Wasserburg. Breitfeld wird das Rotter Team als Spielertrainer betreuen.

Im Jugendbereich konnten neue Trainer und Spieler gewonnen werden. Corona kann die Lust am Basketball nicht ausbremsen.

Heimspiele in Rott geplant

Das erste Heimspielwochenende ist für das Wochenende 7. und 8. November datiert. Stand jetzt finden die Spiele statt, so Pressewart Paul Brandl.

Brücke zwischen Sport und Kirche

Der DJK-Sportverein Oberndorf ist in der DJK, dem katholischen Sportverband, organisiert und versteht sich als Brücke zwischen Sport und Kirche. Darüber hinaus bietet er seinen Mitgliedern, vor allem auch den Kindern und Jugendlichen, ein umfangreiches Spektrum an spartenübergreifenden, gemeinschaftsbildenden und geselligen Angeboten.

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