Spontan eingesprungen: Wasserburger Tafel dankt ihren Rettern

Die Retter der Tafel freuen sich, dass ihr spontanes Einspringen geholfen hat, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
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Die Retter der Tafel freuen sich, dass ihr spontanes Einspringen geholfen hat, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Wasserburg hält in der Krise zusammen: Das hat das Beispiel der Tafel gezeigt. Weil viele Ehrenamtliche aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehörten, drohte die Einstellung des Betriebs. Spontan sprangen zahlreiche junge Helfer ein – unter ihnen viele Fußballer der Wasserburger Löwen.

Von Winfried Weithofer

Wasserburg – Wasserburg hält in der Krise zusammen: Das hat das Beispiel der Tafel gezeigt. Weil viele Ehrenamtliche aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehörten, drohte die Einstellung des Betriebs. Spontan sprangen zahlreiche junge Helfer ein – unter ihnen viele Fußballer der Wasserburger Löwen.

Zu einem Fototermin versammelte die Leiterin der Tafel, Renate Steinbichler, die vielen ehrenamtlichen Helfer, die den Lieferservice sicherstellten. Fast alle, die zugepackt hatten, waren gekommen. Mit dabei: Philipp Hufschmid, der die Organisation übernommen hatte.

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Das Stammpersonal habe die Aufgabe aus Altersgründen nicht allein stemmen können. „Ich habe jüngere Leute zur Unterstützung gesucht“, sagte der Student für Tourismusmanagement. Und er hatte Erfolg: Insgesamt engagierten sich 39 Helfer für die 110 Kunden. Es ging vor allem darum, die Ware bei den Spendern - in erster Linie die großen Supermärkte – abzuholen und sie an die Berechtigten zu verteilen. Zusätzlich ging es um die Sortierung. Dabei mussten die Helfer auf individuelle Bedürfnisse eingegehen. Ob etwa eine Laktoseintoleranz besteht oder die Abnehmer aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen, habe man durch Fragebögen herausgefunden, so Hufschmid. Es war auf jeden Fall ein logistischer Kraftakt, der viel Übersicht verlangte.

Froh ist Hufschmid, dass es bei allen Fahrten mit Privatautos zu keinem einzigen Unfall gekommen ist. „Es ist nichts passiert. Und bei den Kunden waren die Freude und die Dankbarkeit groß, wenn die Lieferung ankam. Die haben das toll gefunden“, resümierte Hufschmid. Für etwa zwei Dutzend Bedürftige wird der Lieferservice allerdings noch aufrechterhalten.

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Auch Steinbichler äußerte sich begeistert über den Ablauf der Aktion. „Es hat geklappt, weil wir so viele ehrenamtliche Helfer hatten. Es gab eine unglaubliche Solidarität und der Philipp hat alles perfekt organisiert.“ Auch Johannes Hain, Lehrer am Luitpold-Gymnasium und Fußballspieler des TSV 1880 Wasserburg, gehörte zu den Fahrern, die die Lebensmittel heranschafften: „Das war eine gute Sache“, sagte er.

Die Tafel Wasserburg geht nun wieder in den Normalbetrieb über: Wochenlang wurden die Lebensmittel direkt angeliefert, ab Montag, 22. Juni, können die Kunden sie wieder in der Halle am Gries abholen (wir berichteten).

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