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Gefahr in Verzug

Sperrung der Wege im Wasserburger Wuhrtal: „Es geht um Leib und Leben“

Am Badria musste der Gehweg gesperrt werden.
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Am Badria musste der Gehweg gesperrt werden.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Derzeit sind in Wasserburg einige Wege vorübergehend gesperrt – etwa im Wuhrtal. Denn hier könnten Äste herabfallen oder Bäume umstürzen, erklärt Marius Benner, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Trotzdem sieht der Bund Naturschutz die Fällungen kritisch.

Wasserburg – Benner gibt trotzdem in einem anderen Punkt angesichts besorgter Anrufe von Lesern in der Redaktion der Wasserburger Zeitung, die unverhältnismäßig große Fällaktionen befürchten, Entwarnung: Welche Bäume entfernt werden müssten, das werde erst nach umfangreichen Untersuchungen und Besprechungen vor Ort entschieden.

Wie bereits berichtet, finden derzeit umfangreiche Arbeiten zur Baumpflege in Wasserburg statt. Eine Baumart steht nach Angaben der Stadt im Fokus: die Esche. Sie ist seit einigen Jahren vom sogenannten Eschentriebsterben, einer nach Informationen der Stadt auch in Wasserburg inzwischen weit verbreiteten Pilzkrankheit betroffen. Diese schreite meist rasch voran und könne sehr schnell dazu führen, dass Bäume instabil würden und umstürzen könnten, warnt die Stadt in einer Pressemitteilung. Das könne sogar bei Bäumen passieren, die teilweise noch belaubt seien.

Sofortiger Handlungsbedarf steht an

Im Herderwald wurde bereits mit der Fällung betroffener Bäume begonnen. Jetzt sei auch im Wuhrtal festgestellt worden, dass sofortiger Handlungsbedarf bestehe. Hier ständen besonders viele Eschen, die zum Teil bereits Schädigungen aufweisen würden, bedauert die Stadtverwaltung.

„Deshalb muss aus Sicherheitsgründen ab sofort der Fuß- und Radweg durch das Wuhrtal von und nach Bachmehring komplett gesperrt werden. Auch oberhalb der Hangkante ist eine Sperrung des Weges um das Badria-Gelände zwingend erforderlich. Ab der Jugendverkehrsschule ist deshalb kein Durchkommen mehr Richtung Dirnecker Straße“, teilt die Stadt weiter mit. Eine Umgehung der gesperrrten Flächen ist zum Beispiel über den Weg an den Tennisplätzen vorbei möglich, ergänzt die Verwaltung.

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Beide Sperrungen müssten voraussichtlich über mehrere Wochen bestehen bleiben und seien im Interesse der eigenen Sicherheit zwingend zu beachten. Dies bestätigt Benner: „Wir bitten die Bevölkerung eindringlich, die Sperrungen ernst zu nehmen. Es geht um Leib und Leben.“ Die Gefahr, dass Äste herunter stürzen oder Bäume umfallen könnten, habe sich nach den stürmischen vergangenen Tagen erhöht, warnt er.

Alle Bäume im Kataster erfasst

Alle städtischen Bäume in Grünanlagen und entlang der Straßen und Wege sind nach Informationen der Stadt in einem Baumkataster erfasst. Ihr Zustand werde turnusmäßig von den Stadtgärtnern oder Fachfirmen begutachtet und erfasst. Für die städtischen Wälder ist das Forstrevier Babensham beauftragt. Tobias Büchner ist seit kurzem der für die Stadt Wasserburg zuständige Förster und prüft regelmäßig den Baumbestand. In alle aktuellen Maßnahmen ist auch Lorenz Huber als Umweltreferent der Stadt eingebunden, betont die Verwaltung.

Bund Naturschutz: „nicht hinnehmbar“

Trotz dieser Vorgehensweise sieht Max Finster, Vorsitzender des Bund Naturschutz Wasserburg, die Maßnahmen im Wuhrtal sehr kritisch. Sie seien im geplanten Umfang „nicht hinnehmbar“ – auch aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit. Mehrere Bürger hätten sich am Wochenende bei der Ortsgruppe gemeldet und sich besorgt dazu geäußert, dass sehr viele Bäume markiert worden seien. Darunter nach Angaben von Finster auch Höhlen- und Altbäume, Lebensraum für Vögel und Fledermäuse. Aufgrund des beginnenden Frühjahrs warnt er davor, Altbäume mit Lebensstätten etwa von Schwarz- und Buntspecht sowie zahlreichen Fledermausarten zu entfernen. Im Wuhrtal empfehle der Bund Naturschutz Wasserburg, „nur die einzelnen wirklich extremen Gefahrenstellen durch Astentnahmen und Kronenabwurf zu entschärfen“.

Hochstümpfe als Biotopbäume

„Die besorgten Bürger sollten sich nicht von den Kennzeichnungen der Bäume irritieren lassen. Wir werden sensibel und selektiv entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind“, verspricht der Abteilungsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forst. Was getan werden müsse, wo und wie, das werde in den nächsten Tagen bei einem Ortstermin entschieden. Zum Teil sei es sicherlich auch möglich, Hochstümpfe als Biotopbäume stehen zu lassen, betont Benner.

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