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Wohin geht die Entwicklung in Edling?

Sondersitzung des Gemeinderats: ÜWG fordert Ortsentwicklungsplan

Das Leben könnte bunter sein in der Gemeinde Edling, so hofft zumindest die ÜWG Edling, die sich einen professionellen Ortsentwicklungsplan für die Gemeinde wünscht.
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Das Leben könnte bunter sein in der Gemeinde Edling, so hofft zumindest die ÜWG Edling, die sich einen professionellen Ortsentwicklungsplan für die Gemeinde wünscht.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Der Edlinger Gemeinderat tagt am Donnerstag, 11. März, um 19 Uhr in der Franziska-Lechner-Schule. Einziges Thema: ein Antrag der Überparteilichen Wählergemeinschaft Edling (ÜWG). Sie fordert einen Ortsentwicklungsplan für die Gemeinde. Bürgermeister Matthias Schnetzer „muss noch überzeugt werden“.

Edling– Eine Sondersitzung hat der Edlinger Gemeinderat für Donnerstag, 11. März, um 19 Uhr in der Mensa der Franziska-Lechner-Schule anberaumt. Einziges Thema der Zusammenkunft: die Ortsentwicklung der 4623-Seelen-Gemeinde. Zehn Besucher sind coronabedingt zugelassen. Wer zuerst kommt, darf rein.

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Die Überparteiliche Wählergemeinschaft Edling (ÜWG) hatte einen Antrag auf die Entwicklung und Ausarbeitung eines professionellen Ortsentwicklungsplans (OEP) für die Gemeinde Edling gestellt (siehe Infokasten), um eine nachhaltige, zukunfts- und bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Gemeinde Edling zu ermöglichen und zu gewährleisten.

Wolfgang Baumann, Vorsitzender der ÜWG, erhofft sich, dass am Donnerstagabend über diesen Antrag diskutiert und abgestimmt wird. Im Gespräch mit unserer Heimatzeitung erläutert er die Hintergründe für diesen Vorstoß.

Einheimische mit bereichernden Ideen

Im Wahlkampf hätte seine Wählergemeinschaft unter anderem bei den „Gesprächen am Rathaus“ erkannt, dass es viele Edlinger gebe, die bereichernde Ideen für die Gemeinde hätten. „Wir wollen dieses Potenzial anzapfen. Unsere Gemeinde befindet sich im Umbruch.

Da ist es wichtig, dass wir nicht immer nur reagieren und hinterherlaufen, sondern den Kurs vorgeben“, sagt Baumann. Am morgigen Abend soll nicht im Detail genau festgelegt werden, was einmal entstehen könnte, sondern „eher eine grundsätzliche Leitlinie festgelegt werden, die künftig Orientierung geben könnte.

Der bessere Ausdruck wäre vielleicht Gemeindeentwicklungskonzept“, beschreibt er das Anliegen der ÜWG Edling und stellt an sich selbst die nächste Frage: „Für was sitzen wir denn im Gemeinderat? Wir wollen doch selbst aktiv gestalten.“ Die Leitlinien sollten im Übrigen für den gesamten Bereich der Gemeinde gelten, nicht nur für den Ortskern.

Schnetzer „muss noch überzeugt werden“

Dieses Anliegen teilt auch Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU). „Wir haben 36 Ortsteile, nicht nur den Ortskern“, macht er im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. „Ich muss noch überzeugt werden“, verrät er im Hinblick auf den Antrag. „Heute geht es um eine Grundsatzentscheidung, mehr wird nicht passieren. Steigen wir in dieses Thema ein, wollen wir ein Büro mit weiteren Planungen beauftragen, was darf das kosten?“ All diese Fragen würden Donnerstag im Gemeinderat diskutiert, glaubt er und spricht in diesem Zusammenhang auch von „einem Spagat zwischen Wunschdenken und rechtlich Möglichem“. „Der Gemeinde gehören die Immobilien im Ortskern nicht“, warnt er vor zu großem Eifer.

„Wir können keinen Eigentümer zwingen, unsere Begehrlichkeiten zu erfüllen.“ Er selbst fände es auch wünschenswert, dass sich im Ort wieder ein Blumenladen oder eine Bäckerei ansiedeln würde. Die Gemeinde könne aber nur Empfehlungen aussprechen, erklärt er. Und so eine neue Ortsentwicklung mache viel Arbeit – über Jahre. „Da darf man nicht glauben, dass das die Verwaltung übernimmt, das ist nicht ihre Aufgabe“, macht das Gemeindeoberhaupt deutlich.

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Florian Prietz trat bei der Kommunalwahl 2020 für die Unabhängige Bürgergemeinschaft Edling (UBG) als Bürgermeisterkandidat an. „Eine Gemeinde wie Edling braucht ein Konzept für die Zukunft“, lautete schon damals seine Botschaft. Für morgen sieht er „eine realistische Chance, dass dieses Thema einen guten Schritt vorankommt“.

UBG will Bürger „ehrlich mitnehmen“

Für die UBG gehören Umwelt und Energie unbedingt dazu. „Wir sollten mit den Bürgern gemeinsam dafür sorgen, dass Edling noch attraktiver wird. Die Bürger müssen ehrlich mitgenommen werden bei den Plänen und Entscheidungen“, hofft er. Dann würden sie sich auch gern beteiligen und für die kommenden Generationen einen Mehrwert schaffen.

Die Bürgerwerkstätten im Wahlkampf hätten gezeigt, dass sich die Edlinger bereits Gedanken zu dem Thema gemacht hätten. Manche meinten, dass Edling gar keine Ortsmitte habe. Wo ist denn die Ortsmitte überhaupt und wie weit soll sie gefasst werden? Fragen, die eventuell auch am Donnerstagabend gestellt werden.

Auszüge aus dem Antrag der ÜWG

„Seit vielen Jahrzehnten ist die Gemeinde Edling eine stetig wachsende Gemeinde. (...) Die gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Veränderungen in den letzten Jahren und aktuell fordern unserer Ansicht nach ein anderes Denken und Handeln bezüglich unserer Ortsentwicklung.

Vor allem das Hineinwachsen unserer Gemeinde in die Metropolregion München erfordert unser aktives und zukunftsorientiertes weitblickendes Tun in Bezug auf Infrastruktur, Verkehrspolitik, Daseinsgrundversorgung und Klimaneutralität. (...) Die ÜWG sieht es als unabdingbar an, dass ein übergeordneter Handlungsrahmen für die Entwicklung der Gemeinde Edling notwendig ist. Mit Hilfe eines Ortsentwicklungsplans, der die Leitlinien für die Entwicklung unserer Gemeinde in den nächsten 15 bis 20 Jahren aufzeigen soll, kann die Vielfalt an Herausforderungen betrachtet und vorausschauend angegangen werden.

Er bietet die große Möglichkeit, dass in Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, dem aktiven Gemeinderat und externen Ortsplanern Leitbilder, Ziele und Maßnahmen entwickelt werden, die langfristig dafür sorgen, dass unsere gesamte Gemeinde lebenswert bleibt und mit gemeindespezifischen Ansätzen oder Lösungen die enormen gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen in unserer Gemeinde gut gemeistert werden können.“

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