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Künstlergemeinschaft AK 68

Kreative Finanzierung: Wie in Wasserburg die nächste Ruine zur Galerie werden soll

Hofft darauf, dass sich weitere Sponsoren auf der Fassade verewigen: AK-68-Vorsitzende Katrin Meindl.
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Hofft darauf, dass sich weitere Sponsoren auf der Fassade verewigen: AK-68-Vorsitzende Katrin Meindl.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Die Künstlergemeinschaft AK 68 in Wasserburg hat ein zweites Zuhause gefunden – allerdings nur auf Zeit: Das Umspannwerk an der Priener Straße ist – zusätzlich zum Ganserhaus – Ausstellungsraum, Galerie, Atelier. Doch das kostet, deshalb hat der Verein eine kreative Idee entwickelt.

Wasserburg – Es ist das Herzensprojekt von Katrin Meindl, der neuen Vorsitzenden des AK 68. Nach den erfolgreichen Streetart-Projekten an der ehemaligen Essigfabrik, die im Herbst abgerissen werden soll, hatte sie die nächste Ruine als Kreativzentrum entdeckt: das alte Umspannwerk – außer Betrieb, von der Stadt gekauft.

Eine Industriebrache, die dem neuen Wertstoffhof weichen soll. Bis es soweit ist, dürfen sich hier nach Erlaubnis der Stadt Künstlerinnen und Künstler austoben. „Power on am Umspannwerk“ nennt Meindl das Projekt: Ausstellungen finden hier statt, Workshops, Kurse und Künstlertreffen.

„Doch Kunst braucht Geld“, sagt Meindl angesichts der mahnenden Worte von Mischa Schubert, ehemaliger zweiter Vorsitzender und nach wie vor Kassenprüfer. Schubert warnte vor der Pachtung des Umspannwerks: „So ein Kunstprojekt wie die Essigfabrik kann sich der Verein nicht mehr leisten. Trotz Förderung würden wir auf 5.000 Euro Kosten sitzenbleiben. Daher: Wenn ja zum Kunstraum Umspannwerk, dann aber auch bitte kreative Finanzierungsideen.“

Der Vorstand nahm sich die Mahnung zu Herzen. Und entschloss sich, die Fassade am Umspannwerk, die bereits mit vielen Streetart-Werken ins Auge sticht, als Logowand für Sponsoren zu nutzen. 15 Wasserburger Firmen und Geschäfte wurden gefragt und haben bereits mitgemacht, freut sich Meindl. Künstler Mister Woodland (Daniel Westermeier aus Erding) erhielt den Auftrag, mit der Spraydosen die Logos aufzubringen. Er hat sich auf der Wand außerdem mit zwei Werken für etwa ein Jahr verewigt: mit den Murals (Wandmalereien) unter den Themen „who got the balls“ und „the thief“.

Warum Kunst Geld braucht

Der AK 68 steht nach Angaben von Meindl finanziell auf fünf Beinen: Sponsorengelder, Mitgliedsbeiträge, Eintritte, Erlöse aus Verkäufen, Zuschüsse. Die Stadt unterstützt die Künstlergemeinschaft jährlich mit 5.000 Euro für alle Ausstellungen. Denn es entstehen Kosten für die Anfahrt der Künstler, den Aufbau, für Strom und Wasser, für Sicherheitsvorkehrungen, Materialien und für die Verpflegung der Gäste bei den Vernissagen. Bei denen gibt es beim AK 68 zwar nicht Sekt und Kaviar, sondern traditionell nur Butterbrezen und Cappuccino, doch auch das kostet.

11.000 Euro benötigt der Verein nach eigenen Angaben für das neue angepachtete Haus, das bis zum 30. September 2023 zur Verfügung steht. Kosten, die unter anderem durch die Verlegung von Leitungen, für Strom, Wasser und Malmaterial entstehen, so Meindl. Außerdem seien Aufwandsentschädigungen für geladene Gäste notwendig.

Eigenleistungen halten Kosten gering

Durch Eigenleistungen handwerklich geschickter Mitglieder gelinge es dem Verein, die Kosten gering zu halten, berichtet die Vorsitzende weiter. Trotzdem: Die 11.000 Euro, die das Umspannwerk benötigt, könnten nur etwa zur Hälfte über einen Zuschuss des Freistaates gedeckt werden. Es bleiben etwa 5.000 Euro übrig, die zu finanzieren sind. Kunst braucht eben Geld.

Hier gibt es Infos

Interessenten, die das Projekt „Power on am Umspannwerk“ unterstützen wollen, melden sich bei Katrin Meindl, Telefon 0171/4103719.

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