So viele Pläne: Das hat der Umweltreferent in Rott noch alles vor

Umfangreich ist der Maßnahmenplan, den der neue Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit Matthias Eggerl (CSU) mit Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) für Rott erarbeitet hat.
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Umfangreich ist der Maßnahmenplan, den der neue Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit Matthias Eggerl (CSU) mit Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) für Rott erarbeitet hat.

„ Wir haben noch viel vor“, sagt Eggerl (CSU), Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit in der Gemeinde Rott im Interview. Der 25-Jährige hat mit Bürgermeister Daniel Wendrock einen gemeinsamen Maßnahmenplan zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit aufgestellt. Immer mehr Unterstützer kommen ins Boot.

Von Richard Helm

Rott – „Wir haben noch viel vor“, kündigen Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) und der neue Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit Matthias Eggerl (CSU) für die Gemeinde Rott an. Im September hatte sich der Gemeinderat dafür entschieden, eine E-Ladesäule in Rott aufzustellen. Dies war nur ein Punkt in dem umfangreichen Maßnahmeplan, den die beiden erarbeitet haben. Die Wasserburger Zeitung wollte wissen, was weiter geplant ist und befragten Matthias Eggerl (25 Jahre) nach seinen Zielen. Der junge Mann sitzt auch im Kreisrat und arbeitet dort im Umweltausschuss mit.

Wie kam es dazu, dass Sie der neue Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit in Rott wurden?

Matthias Eggerl: Da sind die Wünsche von Bürgermeister Wendrock und mir zusammengetroffen. Für den Bürgermeister ist die Umwelt ein zentrales Thema. Ich habe innerhalb der CSU und JU mich für die Belange der Umwelt stark gemacht. Nur wenig später nach der Ernennung in der konstituierenden Gemeinderatssitzung habe ich mich mit dem Bürgermeister, mit der Sachbearbeiterin im Bauamt Katharina Aicher, dem Leiter des Bauhofs Manfred Lunghammer, Wolfgang Matschke vom Bund Naturschutz und Susanne Verheller vom Obst- und Gartenbauverein zusammengesetzt und einen Fahrplan entworfen.

Was sieht der Maßnahmeplan für Rott noch vor?

Eggerl: Wir konnten bereits erste Schritte umsetzen. Die Gemeindeverwaltung stellt auf Recyclingpapier um und verwendet ökologische Putzmittel im Rathaus und in der Schule. Der Bauhof mäht die Grünflächen später.

Bürgermeister Daniel Wendrock steuerte eine weitere Idee bei. Das Geschenk für Neugeborene stammt nun von MJP-Fashion in Rott. Der Inhaber Marcel Pumpe fertigt aus ökologischen Material Lätzchen an, die er selbst gestaltet hat.

Vom Bund Naturschutz kam die Anregung, gegen die Lichtverschmutzung vorgehen.

Eggerl: Matschke schlug vor, nachts die Straßenlaternen zu dämpfen. Das Rotter Netz der Straßenlaternen gehört zum Bayernwerk. Dort hat Bürgermeister Wendrock eine Anfrage gestellt, inwieweit das realisiert werden könne, ohne die Sicherheit zu gefährden. Für das kommende Jahr ist außerdem die Fair-Trade-Zertifizierung geplant. Das ist eine Zertifizierung, die vom Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ in Köln vergeben wird. Hierzu ist die ganze Gemeinde eingeladen. Angefangen von der Verwaltung, der Schule, der Kirche, die Vereine, die Gastronomie bis hin zum Einzelhandel. Jeder sollte ein fair gehandeltes Produkt anbieten können. Bad Aibling, Rosenheim, Bad Endorf und Prien haben bereits eine Zertifizierung erreicht. Für das nächste Jahr ist auch eine Broschüre für einen naturnahen Garten in Vorbereitung. Begleitet soll dies von einer Vortragsreihe werden. Hierfür konnten Referenten vom Naturschutz und vom Obst- und Gartenbau gewonnen werden.

Sobald die neue Schule fertiggestellt ist, sollen die Grünflächen naturnah in pädagogischen Konzepten gestaltet werden.

Da haben Sie sich viel vorgenommen. Glauben Sie, dass Sie die Unterstützung dafür bekommen?

Eggerl:Ich habe die Unterstützung vom Bürgermeister, der immer wieder neue Ideen beisteuert. Der Gemeinderat ist fraktionsübergreifend diesen Vorschlägen aufgeschlossen. Wir konnten die Vereine dafür gewinnen. Wir haben zu einem runden Tisch aufgerufen, zu dem sich viele gemeldet haben. Im November soll er zusammenkommen.

Ich habe mit vielen gesprochen, jeder war davon angetan. Ich bin überzeugt davon, es findet langsam ein Umdenken statt. Ich denke, Rott ist auf einem guten Weg. Ich wünsche mir, dass unsere Gemeinde eine Vorreiterrolle im nördlichen Landkreis übernimmt.

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Inwieweit leben Sie den Gedanken Umwelt und Nachhaltigkeit als Privatmann selbst?

Eggerl: Ich sorge beim Einkauf auf regionale Bio-Produkte. Das ist selbst bei meinem Budget als Student der Geschichte möglich. Ich koche viel selbst und verzichte auf Fertiggerichte. Beim Putzen nehme ich auch nur ökologische Produkte. Die kosten ein wenig mehr, sind aber wesentlich ergiebiger. Und ich versuche, meine Autofahrten zu reduzieren.

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