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Händler im Wasserburger Land klagen über steigende Kosten

Der Schulanfang wird teurer: Was Eltern für eine Grundausstattung heuer berappen müssen

Der Schulanfang soll den Kindern möglichst leicht fallen – doch was brauchen sie wirklich für einen guten Start?
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Der Schulanfang soll den Kindern möglichst leicht fallen – doch was brauchen sie wirklich für einen guten Start?
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Alles wird teurer – auch Schulbedarf. Das ist eine schlechte Nachricht für Eltern. Warum Mütter und Väter heuer tiefer in die Tasche greifen müssen beim Kauf von Heften und Stiften und warum sich Qualität trotzdem auszahlt, erläutern Schreibwarenhändler aus der Region.

Wasserburg/Ramerberg/Haag – Nur noch 17 Tage, dann fängt die Schule in Bayern wieder an – und deshalb machen sich bereits jetzt viele auf die Suche nach der richtigen Ausstattung für den Unterricht, der am 13. September beginnt.

Die größeren Schüler ergänzen, was ihnen fehlt, die ABC-Schützen bekommen ihren ersten Schulranzen. Manche Eltern sind überrascht, wie tief sie für den Schulbedarf in die Tasche greifen müssen – denn ein moderner Ranzen kann heute bis zu 300 Euro kosten. Wir haben in mehreren Fachgeschäften im Altlandkreis Wasserburg nachgefragt, wie viel der Schulstart kostet.

Fünf Cent mehr pro Schulheft, das summiert sich schnell

Gismunde Pöhmerer hat vor acht Jahren das Geschäft für Büro- und Schulbedarf am Weberzipfel in Wasserburg übernommen. Sie stellt fest, dass der Rohstoff Papier um 30 Prozent teurer geworden ist. Diese Preissteigerung wirkt sich beim Kopierpapier aus und natürlich auch bei den Schulheften. „Ich kaufe inzwischen zu einem Preis ein, zudem ich früher verkauft habe“, erklärt sie.

Ein Schulheft kostet bei ihr momentan fünf Cent mehr als vor einem Jahr. „Das hört sich vielleicht erst mal wenig an, aber wenn jemand drei Kinder hat, dann kommen da schnell mal 50 Hefte zusammen und das summiert sich,“ rechnet sie vor. Dazu kämen dann Stifte, Lineale und vieles mehr.

Man solle beim Einkauf schon auf Qualität achten, findet die Geschäftsfrau. „Wer billig kauft, kauft zweimal“, gibt sie zu Bedenken und fügt an: „Ein minderwertiger Anspitzer kann selbst den hochwertigsten Stift ganz schnell ruinieren.“

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Die Qualität sollte beim Einkauf im Vordergrund stehen, findet sich auch Angelika Müller-Czap von Schreib- und Spielwaren Czap in Haag. Beim Thema Nachhaltigkeit gebe es ebenfalls große Unterschiede. „Man kann dünnes, lappiges Papier erwischen oder aber stabile, hochwertige Hefte“, beschreibt sie. 80 Prozent ihrer Kunden würden allerdings „normal“ einkaufen und 20 Prozent nachhaltig, schätzt die Kauffrau. Freuen würde sie sich, wenn ihre Kunden zum Einkauf eine Tasche oder einen Einkaufskorb mitbringen würden. Dann könnten die Papiertüten eingespart werden, sagt sie.

Das Thema liegt auch Geschäftsfrau Inge Seltmann aus Ramerberg in ihrem Fachgeschäft für Geschenkartikel und Bastelzubehör, sowie Büromaterial und Schulbedarf sehr am Herzen. Sie ärgert sich besonders darüber, dass Plastikumschläge immer noch günstiger sind als die aus Papier. „Da müsste man sich in der Politik doch mal was einfallen lassen“, fordert sie. Um Plastikverpackungen entgegenzuwirken, bietet sie ein ganzes Sortiment an Stiften im Einzelverkauf an – „ohne Drumherum“ – zum Packungsangebotspreis. Wenn jetzt die Schule anfängt, dann steht bei ihr die ganze Familie für drei, vier Tage zum Helfen parat, von den Kindern bis zur Enkelin helfen alle mit, um den Kundenansturm bewältigen zu können. „Die kennen das Geschäft ja alle von klein auf“, freut sich die Geschäftsfrau über die Unterstützung.

Auch im Innkaufhaus wird zum Schulstart das Personal aufgestockt, damit den Kunden der Einkauf der vielen Hefte, Ordner und Umschläge leichter fällt. „Auch bei uns kann man dann seine Listen abgeben und wir suchen das gewünschte Material zusammen“, sagt Inhaberin Sibylle Schuhmacher. Genau wie die vorher genannten drei Geschäftsfrauen habe sie versucht, dem Preisanstieg mit einer engen Kalkulation entgegenzutreten. Denn Qualität aus dem Fachgeschäft Und

Wunschbaum verteilt heuer 80 Schulranzen im Altlandkreis

Wer ganz eng kalkulieren muss – und das nicht nur zum Schulstart – wird im Altlandkreis Wasserburg vom Verein Wunschbaum beim Schulstart unterstützt. „Wir haben dazu viele sachbezogene Geldspenden erhalten“, berichtet der Vorsitzende Peter Fichter, „damit konnten wir heuer 80 qualitativ hochwertige Schulranzen kaufen, die an bedürftige Kinder verteilt werden.“

Peter Fichter und sein Verein Wunschbaum unterstützen Familien mit kleinem Geldbeutel.

Der Fokus habe heuer bei Kindern gelegen, die aus der Ukraine flüchten mussten. 70 Schulranzen seien bereits ausgeliefert worden, zehn Schulranzen könnten noch vergeben werden, verrät er. Die Kinder hätten riesige Freude an den schönen Modellen und könnten nun einen fröhlichen Schulstart erleben, freut sich Fichter mit ihnen.

Das kostet die Grundausstattung für Erstklässler

Sibylle Schuhmacher, die mit ihrem Mann Tobias das Innkaufhaus in Wasserburg führt, fasst zusammen, was ein Schulanfänger zum Schulstart braucht: Zuerst einmal der Schulranzen. Hier ist der Preis relativ einheitlich. Ein Qualitätsprodukt der gängigen Marken, gefüllt mit Turnbeutel, sowie bestücktem Feder- und Schlampermäppchen, kostet etwa 250 Euro. Der Schulranzen sei dafür aber für vier Jahre ausgelegt und besitze auch vier Jahre Garantie. Für Brotbox und Trinkflasche fallen zwischen zehn und 15 Euro an.

Für Hefte, Umschläge, Malutensilien, Papier und Mappe sowie Schreibtafel zahlen Eltern etwa 60 Euro. Summa summarum kostet der Schulstart für einen Erstklässler also in Bezug auf Unterrichtsmaterialien rund 330 Euro – Pi mal Daumen. Hinzu kommt die Sportausrüstung.

Zahl der Woche

13,6 Prozent: Das ist die Zahl der Woche laut Statistischem Bundesamt. Schulhefte und Zeichenblöcke seien im Juli 2022 um 13,6 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.

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