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Nachhaltige Energie in Albaching

„Früher als Spinner bezeichnet“: So ist die Firma Altmann steigenden Energiepreisen ausgewichen

Das Dach auf dem Gebäude der Firma Altmann bietet ausreichend Platz für Fotovoltaik. re
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Das Dach auf dem Gebäude der Firma Altmann bietet ausreichend Platz für Photovoltaik. re
  • VonKarlheinz Günster
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Erfolgreich einen großen Schritt voraus. Wie die Firma Altmann steigenden Energiepreisen rechtzeitig ausgewichen ist.

Albaching – Die Kosten für Gas und Strom steigen beständig und sind aktuell nur schwer zu kalkulieren. Zwei, die dieser Entwicklung in Ruhe zusehen können, sind die Brüder Achim und Robert Altmann von der Firma Altmann in Albaching. Die beiden Geschäftsführer haben bereits vor Jahren auf erneuerbare Energie gesetzt und ihre neuen Hallendächer mit großen Photovoltaikflächen bestückt. Eine Investition, die sich bereits ausgezahlt hat, freuen sich die beiden.

Die Firma Altmann in Albaching ist eigentlich weltweit agierender Spezialist für Krananlagen. Doch bereits vor Jahren habe man entsprechende Schritte in Richtung erneuerbare Energien unternommen, führt Robert Altmann aus.

Die beiden Geschäftsführer Achim und Robert Altmann (rechts).

Die erste Halle in Albaching ist mittlerweile vermietet, während das Unternehmen seit zehn Jahren auf der östlich gelegenen Seite über zwei Gebäude verfügt. Beide Hallen sind aktuell unabhängig von fossilen Brennstoffen.

Zwei Brunnen für die Wärmepumpen

Als die neuen Hallen entstanden, war auch schnell klar, dass eine Heizung mit Photovoltaik günstiger ist als Heizöl. Das hat sich durch die aktuelle Weltlage mit Verknappung dieser fossilen Energie noch einmal zugespitzt. Robert Altmann: „Ich bin wenig Idealist, am Ende des Tages muss da eine schwarze Null stehen“. Schnell sei klar gewesen, dass die Rechnung aufgehe, wenn das Unternehmen auf erneuerbare Energie setze.

Daher laufen in beiden Hallen Wärmepumpen. Dafür sind, nachdem die Hürden des Bayerischen Wassergesetzes überwunden waren, zwei Brunnen gebohrt worden. Wasser finde man schon, man müsse nur entsprechend tief bohren, ist Altmanns Erfahrung. Zehneinhalb Grad habe das Wasser, dreieinhalb davon entnehme man ähnlich dem Kühlschrank-Prinzip. Als optimal habe sich für eine Wärmeabgabe eine Fußbodenheizung herausgestellt.

Der Strom dafür kommt von einer 1400 Quadratmetern Photovoltaikfläche, die im Jahr 207 000 Kilowattstunden Strom erzeuge. 170 000 Kilowattstunden benötige man davon selbst. Insgesamt, so die einfache Rechnung, kostete das vor fünf Jahren 200 000 Euro. Das habe sich bei den aktuellen Ölpreisen schon lange bezahlt gemacht. Früher sei man dafür „als Spinner bezeichnet worden“, heute sei so etwas nur richtig. Damit decke man den eigenen Bedarf, muss nur wenig Strom bei schlechtem Wetter zukaufen und bekomme den eigenen Überschuss vergütet.

Zukunft: Speichern mit Methan

Von Förderprogrammen halten die Altmanns wenig, das gehe oft an der Realität vorbei, die Auflagen seien zu hoch, ein Verfahren dauere zu lange und die erhoffte Summe sei für den Aufwand zu niedrig. Interessant könnte hingegen in der Zukunft eine Speichertechnik werden, glauben die Brüder, etwa das Umwandeln des Stroms in Methan.

Frage an Finanzexperten: Für wen lohnen sich Förderprogramme für erneuerbare Energien?

Zum Thema erneuerbare Energien sprachen wir auch mit Experten aus der Finanzbranche: Paul Wimmer von der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg und Bernhard Graßl vom Bankhaus RSA in Rechtmehring.

Gibt es derzeit zur Energieerzeugung oder Einsparung verstärkt Anfragen zu Förderprogrammen und zinsverbilligten Krediten?

Paul Wimmer: Seit geraumer Zeit nehmen die Anfragen tatsächlich zu. Dabei geht es vorrangig um Anfragen zur Finanzierung größerer PV-Anlagen oder Heizkraftwerken mit Nahversorgung zum Beispiel auf Basis von Hackschnitzel.

Die Heizungsanlage mit Wärmepumpe.

Wer sollte hingegen von einem Förderprogramm Abstand nehmen?

Paul Wimmer: Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann sollten die zur Verfügung stehenden Förderprogramm immer in Anspruch genommen werden. Mit Blick auf die Zuschüsse und Förderungen, die je nach Maßnahme unterschiedlich sind, ist es immer sinnvoll, einen Energieberater hinzu zu ziehen.

Ist der Einwand berechtigt, dass der Aufwand, die Vorgaben und die Dauer des Antragsverfahrens in einem ungünstigen Verhältnis zum finanziellen Vorteil stehen?

Das war in der Vergangenheit vielleicht im Bereich Neubau von Wohnraum hin und wieder der Fall. Zwischenzeitlich sind die Förderprogramme passend. Gerade für energetische Maßnahmen im Bestandsgebäudebereich gibt es hohe Förderungen, wahlweise als BAFA- (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Direktzuschuss oder in Form eines Förderdarlehens mit entsprechendem Tilgungszuschuss über die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder dem Landesförderinstitut des Freistaats Bayern.

Wie hoch sind die Summen, um die es dabei durchschnittlich geht?

Paul Wimmer: Die Fördersumme bemisst sich an der Maßnahme sowie dem Umfang der erreichten Energieeinsparung und kann im besten Fall bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

Welche Möglichkeiten haben kleine und mittelständische Firmen?

Paul Wimmer: Hier ist der Energieberater mit gewerblicher Zulassung der erste Ansprechpartner. Gerade im Bestandsbereich kann dieser die Möglichkeiten von energiesparenden Maßnahmen ausfindig machen.

Prokurist Bernhard Graßl vom Bankhaus RSA in Rechtmehring verzeichnet zu erneuerbaren Energien im gewerblichen Bereich „wenige Anfragen“. Das werde wahrscheinlich erst künftig ein Thema, vermutet er. „Es rechnet sich aber für das Gewerbe, denn die Fördersätze sind sehr hoch“, macht er deutlich. Von Bedeutung sei ein Energieberater, um die Effizienz der Maßnahmen zu beschreiben; exakt danach rechne sich die staatliche Unterstützung. Eine Größenordnung von 2000 Euro Sanierungskosten je Quadratmeter Nutzfläche sei ein grober Anhaltswert für eine 50-prozentige Förderung.

Interessant seien da die Möglichkeiten der LfA (Förderbank Bayern) etwa mit Laufzeiten von fünf bis 20 Jahre, davon bis zu fünf Jahre tilgungsfrei und einer Zinsbindung bis zu 20 Jahre bei Höchstbeträgen bis zu zehn Millionen Euro. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) berücksichtigt auch Initiativen zum Klimaschutz wie nachhaltige Mobilität, das Schonen von Ressourcen bis zur Energieeffizienz in der Produktion. Im letzten Jahr hat das Bankhaus über 300 Förderkredite ausgereicht, der Großteil im wohnwirtschaftlichen Bereich.

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