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Slam Poet unplugged in Wasserburg

In Szene gesetzte Poesie, Bumillo bei seinem Auftritt in der FOS.  Foto  re
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In Szene gesetzte Poesie, Bumillo bei seinem Auftritt in der FOS. Foto re

Wasserburg - "Wo samma? Do samma! Wo samma? Do samma! Wo samma? In Wasserburg?" - in Anlehnung an Bumillos furiosen Text "Mingration (Die Geldstadt mit Scherz)" waren die Schüler der Beruflichen Oberschule bisweilen versucht, sich ungläubig die Augen zu reiben über den außergewöhnlichen Besuch, den sie in ihrem Deutschunterricht erhielten.

Statt konventionell zur Autorenlesung in die Stadt zu rufen, schickte das Literaturhaus München im Rahmen des Backstage-Programms beim Literaturfest den Autor Bumillo nach Wasserburg, um durch authentische Begegnungen das Interesse Jugendlicher an Literatur zu wecken oder wach zu halten. Die beiden Klassen FOS 12 Wa und Wb hatten sich zusammen mit ihrer Deutschlehrerin Mechtild Storm-Propp um den Spoken-Word-Poet Bumillo beworben, der mit seiner Familie in München lebt und auch als Veranstalter, Autor und Moderator wirkt. Mehrfach hat er sich allein oder mit seinem Team "PauL - Poesie aus Leidenschaft" den Titel des deutschsprachigen Meisters in Poetry Slam gesichert. Er organisiert und moderiert den Schwabinger Poetry Slam im Lustspielhaus und tritt monatlich mit der Leseshow "Die Rationalversammlung" im gleichnamigen Theater auf.

Bumillo hatte sein Wasserburger Publikum von Anfang an fest im Griff. Die fast 50 Zuhörer der Ausbildungsrichtung Wirtschaft folgten dem Künstler beim Vortrag gebannt. Schließlich geht es bei der Slam Poetry um in Szene gesetzte Poesie, die den Autor nicht nur stimmlich fordert, sondern vollen Körpereinsatz verlangt. Die rhythmische Nähe der Texte zum Rap, ihre an den Erfahrungshorizont der Teilnehmer anknüpfenden Themen, die virtuose, freche, jugendnahe Sprache voller Witz und Ironie und nicht zuletzt Bumillos unkomplizierte, offene Art, auf sein Publikum einzugehen, all dies ließ diesen Besuch zu einer wirklichen Begegnung werden.

Für Bumillo selbst, mit bürgerlichem Namen Christian Bumeder, war es fast ein Ausflug "back to the roots", denn der gebürtige Rosenheimer ist in Reit im Winkl aufgewachsen, dem Chiemgau nach wie vor verbunden und mit dem hiesigen Dialekt vertraut. Die weitgehend in Bairisch gehaltenen Verse, mit denen Schüler den Gast aus München begrüßten, um ihn mit einigen Besonderheiten Wasserburgs bekannt zu machen, trugen sicher mit dazu bei, dass sich schnell eine angenehme, entspannte Atmosphäre einstellte. re

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