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Kunstwerk von Bildhauerin Ute Lechner

Abstrakte Skulptur im historischen Zentrum von Haag - „Fragestellung“ regt zum Nachdenken an

Am Bauernmarkt in Haag: Jakob Keller, Bildhauerin Ute Lechner und Bürgermeisterin Sissi Schätz bei der Feier für die drei Meter hohe Bronzeskulptur.
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Am Bauernmarkt in Haag: Jakob Keller, Bildhauerin Ute Lechner und Bürgermeisterin Sissi Schätz bei der Feier für die drei Meter hohe Bronzeskulptur.
  • VonLudwig Meindl
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Das Haager Zentrum verfügt nun über ein Kunstwerk. Vor dem Bauernmarkt fand eine Skulptur der überregional bekannten Bildhauerin Ute Lechner Aufstellung. Bauernmarktchef Josef Hederer freute sich: „Das ist eine Aufwertung für den Platz.“

Haag – Nach anfänglicher Skepsis im Haager Gemeinderat über abstrakte Kunst im historischen Zentrum fügte sich nun alles in Harmonie: Zwischen der Friedenseiche der Krieger- und Soldatenkameradschaft und der Löwenbrunnenlinde reckt sich nun auch die drei Meter hohe Bronzeskulptur der „Fragestellung“ in die Höhe. Offizielle Worte und ein musikalischer Auftakt zu Gitarre und Ziehharmonika verliehen der kleinen Feier einen stilvollen und würdigen Rahmen.

Auftakt für weitere Gestaltung

Die zeitliche Verzögerung der Aufstellung ergab sich nach Bürgermeisterin Sissi Schätz durch „Corona“. Ein Dank gelte dem Bauhof für die fachgerechte Fundierung der Leihgabe, aber auch Jakob Keller, der als Bekannter der Künstlerin immer wieder die Verwirklichung angemahnt habe. Josef Hederer sprach nicht nur von einer Aufwertung, sondern sah darin „vielleicht den Auftakt für eine weitere Gestaltung“ des kleinen Platzes an Zehentstadel, Bauernmarkt und Löwenbrunnen. Das Kunstwerk außen passt zu seinen Kunstausstellungen und musikalischen Abenden im Bauernmarkt.

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Jakob Keller berichtigte vorweg den häufig falsch zitierten Namen des Kunstwerks. Es heiße nicht „Fragezeichen“, sondern „Fragestellung“ und habe nun an einem „hervorragenden Platz in Haag“ einen neuen Standort gefunden. Er erinnerte an die privaten wie künstlerischen Stationen von Ute Lechner, die seit 1988 in der von ihr selbst ausgestalteten Kumpfmühle in Rechtmehring zuhause ist. „Der Liebe wegen“ sei sie nach Bayern gezogen, so Jakob Keller. Hier habe sie vor allem mit ihrem bereits verstorbenen „Lebens- wie Kunstpartner“ Hans Thurner, einst Bürgermeister und Bildhauer in Obing, viele gemeinsame Objekte gestaltet.

Ute Lechner ist gebürtig aus Berlin, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel und später Bildhauerei. In Neubeuern, Wasserburg und Rosenheim betreute sie Malschulen. „2017 erhielt sie den Kulturpreis des Landkreises Rosenheim“, schloss Jakob Keller seine Laudatio. Werke von ihr stehen unter anderem am Wörthsee, in Rosenheim, Prien, Dresden und nun auch in Haag.

Die Künstlerin war vor allem darüber erfreut, dass nach ihrem Umzug von Obing nach Rechtmehring bei Haag nun auch die „Fragestellung“ eine neue Heimat gefunden habe: „Besser könnte es gar nicht sein, wo ich jetzt hier wohne.“ Für die Zukunft prognostizierte die Künstlerin: „Ein, zwei Skulpturen könnte ich noch verwirklichen.“ Schwer falle ihr inzwischen das Schweißen: „Das ist gar nicht so einfach.“

Viele Ideen rund um das Kunstwerk

Historiker Rudolf Münch resümierte angesichts des historischen Zehentstadels spontan: „Moderne trifft Geschichte. Die Skulptur hier ist nicht schlecht.“ Künstlerkollege Ulrich Hutter, der die Haager Hofgartenlinde zum Kunstwerk gestaltet hatte, bemerkte: „Von so einer renommierten Künstlerin eine Skulptur im Zentrum zu haben, ist für Haag eine Bereicherung.“ Vor dem Kunstwerk solle die Gemeinde aber noch ein Parkverbot anordnen, dass es auch zur Wirkung komme. Hans Schrank stellte fest: „Es ist zwar abstrakt, aber harmoniert mit der Umgebung.“ Er brachte eine weitere Anregung ein: „Man müsste es anstrahlen.“

Den abschließenden Tipp erteilte die Künstlerin selbst: „Da können die Leute hergehen, sich hinsetzen und die Fragestellung auf sich wirken lassen.“ Vielleicht bekommt der eine oder andere dann auch eine Antwort.