Viel Arbeit für Einsatzkräfte

Silvester in Pfaffing: Zwei Rohrbrüche – kaum Wasser im Hochbehälter und dann Feueralarm

Großes Kaliber: Der zweite Wasserrohrbruch hatte sich in Scheidsöd ereignet.
+
Großes Kaliber: Der zweite Wasserrohrbruch hatte sich in Scheidsöd ereignet.
  • vonPetra Maier
    schließen

Bis 4 Uhr morgens suchte Wasserwart Georg Gürtler aus Pfaffing Seite an Seite mit 35 Feuerwehrmännern zunächst ein Leck in der Leitung und dann noch ein weiteres und zu allem Überfluss gab es zwischendrin einen Feueralarm. Das war „ganz großes Kino“, freut sich Gürtler über die Unterstützung.

Pfaffing – Diese Silvesternacht wird Wasserwart Georg Gürtler aus Pfaffing so schnell nicht vergessen: Er verbrachte sie gemeinsam mit 35 Feuerwehrmännern auf der Suche nach einem Leck in den Pfaffinger Wasserleitung – und am Ende stellte sich heraus, dass es sogar zwei Löcher in der Wasserversorgung gegeben hatte, die den Hochbehälter fast leerlaufen ließen. Und zu allem Überfluss gingen um kurz nach Mitternacht auch noch die Sirenen: ein Feueralarm – und kein Wasser im Netz.

Doch der Reihe nach: Gegen 21.30 Uhr wurde Pfaffings Wasserwart Gürtler, der eigentlich keinen Dienst hatte, benachrichtigt, dass der Wasserverbrauch der Gemeinde ungewöhnlich hoch sei. Tatsächlich: Im Hochbehälter stand das Wasser nur noch 40 Zentimeter hoch. „Da wusste ich, dass sich jetzt jede Menge Hilfe brauchen würde“, so Gürtler. Er alarmierte die Ortsfeuerwehr und die stand von da an mit 35 Mann an seiner Seite – die ganze Nacht hindurch.

80 Kilometer Wasserleitungen

Zunächst verschafften sich die Einsatzkräfte anhand der Karten und Pläne, die Gürtler von den Wasserleitungen hat, einen Überblick über die rund 80 Kilometer langen Leitungen. Dann rückten sie aus, um zu sehen, ob irgendwo auf der Strecke bereits Wasser an die Oberfläche sprudelte. Fehlanzeige. Im nächsten Schritt wurden einzelne Leitungen abgesperrt, um dem Leck auf die Spur zu kommen. „Nach und nach nähert man sich auf diese Weise der undichten Stelle“, erklärt Gürtler.

Und tatsächlich: Kurz vor Mitternacht ein Erfolg. Im Wald zwischen Forsting und Pfaffing konnte ein Loch in der Leitung entdeckt werden. Doch das Aufatmen der Einsatzkräfte dauerte nur kurz. Schnell war klar, dass es noch ein weiteres Leck in der Leitung geben musste. Die Zähler zeigten weiterhin große Wasserverluste an. „Da begann die Suche quasi wieder von vorn“, berichtet Gürtler und kann es selbst drei Tage nach dem Vorfall noch nicht wirklich fassen. „Dass zwei Rohrbrüche zeitgleich passieren, ist so selten wie ein Sechser im Lotto“, beschreibt er.

Feueralarm beim Pfaffinger Hof

Kaum hatten die Einsatzkräfte begriffen, dass ihre Suche noch nicht beendet war, da hörten sie die Sirenen im Ort: Feueralarm. Das fehlte noch: Der Hochbehälter ohne Wasser – und jetzt ein Brand beim Pfaffinger Hof.

Sofort wurden die Kollegen aus Rott und Edling alarmiert. Wasser musste her, für den Fall der Fälle. Doch glücklicherweise entpuppte sich das gemeldete Feuer als Heckenbrand, der schnell gelöschte werden könnte. „Als unsere Einsatzkräfte vor Ort waren, hatten die Pfaffinger Feuerwehr und die Anwohner das Feuer bereits gelöscht“, so ein Polizeisprecher aus Wasserburg. Lediglich zehn Meter Hecke wurden abgefackelt, als sich die Böller zweier Buben in der Silvesternacht unter dem Gebüsch verirrt hatten und das Strauchwerk entzündeten.

Lesen Sie auch:

Kirchen im Lockdown? Gottesdienste aus Albaching werden live gestreamt

Nach diesem kleinen Zwischenfall, der den Puls der Einsatzkräfte mit Sicherheit noch einmal beschleunigt hatte, konnte die Suche nach einem weiteren Leck in der Wasserleitung fortgesetzt werden.

Akribisch wurde wieder Leitung um Leitung abgeschaltet, die Zählermesswerte immer im Auge und endlich – um vier Uhr morgens – war auch das zweite Leck gefunden. „Es befand sich in Scheidsöd, also zwischen Pfaffing und Edling“, beschreibt Gürtler die Stelle. Die defekten Leitungen wurden vom Netz genommen, der Hochbehälter füllte sich wieder. „Viele Pfaffinger werden von dem Zwischenfall gar nichts gemerkt haben“, glaubt der Wasserwart.

Ihm selbst wird diese Silvesternacht wohl länger in Erinnerung bleiben. Auch den Neujahrstag verbrachte er bei den Leitungen: Bis 17 Uhr reparierte eine Tiefbaufirma die beiden kaputten Rohre. „Jetzt fließt wieder alles“, freut sich Gürtler. Aber die größte Freude machte ihm die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrmänner in dieser besonderen Nacht. „Sie haben alle ohne zu zögern geholfen, das war großes Kino“, schwärmt er.

Kommentare