Sie war die gute Seele der Pfarrgemeinde Gars: Trauer um Theresia Otter

Beliebt und überall in Gars  gern gesehen war Theresia Otter, die nun im Alter von 84 Jahren verstarb. Unser Bild zeigt sie mit Enkelkind.
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Beliebt und überall in Gars gern gesehen war Theresia Otter, die nun im Alter von 84 Jahren verstarb. Unser Bild zeigt sie mit Enkelkind.

Unter Anteilnahme einer großen Trauergemeinde wurde Theresia Otter, in Pfarrei und Gemeinde hochgeschätzte Mitbürgerin, auf dem Garser Friedhof beigesetzt. Sie war die gute Seele der Pfarrgemeinde Gars und stets „Mädchen für alles“. Sogar dem Nikolaus schrieb sie ins goldene Buch.

Von Bruno Münch

Gars – Familie, Freunde und die Bevölkerung nahmen Abschied in einem feierlich gestalteten Requiem unter Mitwirkung der Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt, in der Resi Otter über 50 Jahre lang in der Altstimme mitgesungen hatte.

Theresia Nieder, so ihr Geburtsname, wurde 1936 in Thal bei Gars geboren, sie hatte vier Brüder und zwei Schwestern.

Bruder starb drei Tage nach ihr

Ihr letzter Bruder verstarb nun drei Tage nach ihr. Nach dem Besuch von Volks- und Haushaltsschule absolvierte sie ein hauswirtschaftliches Praktikum. Gerne hätte sie weitere Schulen besucht, aber damals sei man der Meinung gewesen, Mädchen würden sowieso heiraten und „dann ist die Schule umsonst gewesen“, schreibt Resi Otter in ihren Erinnerungen.

Im Jahr 1960 folgte die Hochzeit mit Sebastian Otter aus Gars, sodass das Paar heuer auf 60 gemeinsame glückliche Jahre zurückblicken konnte. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor, die das Paar zu Großeltern machten und ihnen vier Enkelinnen und einen Enkelsohn schenkten. Vor 25 Jahren musste Familie Otter den frühen Tod der ersten Enkeltochter verschmerzen.

Sie bestimmte, was der Nikolaus zu sagen hatte

Trotz der familiären Belastung als Hausfrau und Mutter gelang es Resi Otter, über vier Jahre hin in Tagesheim und Internat des Klosters der Redemptoristen für Mahlzeiten der Schüler zu sorgen. Seit 1976 arbeitete sie dann als Sekretärin und „Mädchen für alles“ im Pfarrhof. Sie wirkte bei der Planung des neuen Pfarrheims mit, organisierte die dazu notwendigen Provisorien und kümmerte sich auch um die Verwaltung des Kindergartens und des Besinnungshauses in Wang. Mit „stoischer Ruhe“ bewältigte sie ihr enormes Arbeitspensum, heißt es. Vierzig Jahre lang war sie darüber hinaus Aushilfsmesnerin der Pfarr – und Klosterkirche.

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Mit Herzblut war sie auch 24 Jahre lang Vorsitzende des Gartenbauvereins und hat diesen zu einem der größten im Kreisverband ausgebaut. Dafür verlieh ihr der Landesverband die „Goldene Ehrennadel“. Resi Otter war Mitglied bei den Maltesern, beim Roten Kreuz, im Sportverein Gars, beim Kath. Landvolk, im Frauenbund, im Liebesbund der Frauen und im Krankenpflegeverein. Als es noch das Jugendheim Gars gab, war sie auch Jungschar – und Jugendführerin, sang ein Jahrzehnt lang im Jugendchor und spielte im Theaterverein mit.

Eine sehr hilfsbereite Frau

Zahlreich sind die Geschichten, die von „der guten Seele der Pfarrei“, die sich durch immerwährende Hilfsbereitschaft auszeichnete, berichtet werden: So war es für sie selbstverständlich, wenn es nötig war, Notenblätter auch noch in letzter Minute vor den Proben des Kirchenchors zu kopieren. Ein sehr großes Anliegen war ihr, dass Feste und Feiertage einen feierlichen Rahmen bekamen.

Mit Hingabe schrieb sie alljährlich dem Nikolaus in Gedichtform ins goldene Buch, was er zu sagen hatte. Für die Nikoläuse und die Hl. Drei Könige, die in der Pfarrei in Aktion traten, richtete sie liebevoll Brötchen her, damit die Jugendlichen sich stärken konnten.

Verstorbene war Trägerin der Ehrennadel

Bürgermeister Robert Otter würdigte in seinem Nachruf die Verstorbene, die Trägerin der Ehrennadel der Marktgemeinde war, als engagiertes Mitglied des Gemeinderates in den Jahren 1990 – 1996. „Sie hat Bedeutsames für unseren Ort geleistet“, stellte er fest und ergänzte: „Ihr Lebenswerk hat Bestand und ist ein Beispiel für großes soziales Engagement.“

Pater Ulrich Bednara ging in seiner Ansprache auf die Grundlagen christlicher Hoffnung ein: Jesus Christus habe den Tod überwunden und sei für uns Weg, Wahrheit und Leben. Besondere Symbolkraft habe für ihn die Tatsache, dass Resi Otter gerade am Fest Mariä Himmelfahrt, zugleich Patrozinium von Pfarrei und Kirche, zu „ihrer Himmelfahrt“ heimgerufen worden sei.

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