Serie vor 25 Jahren: Obermeister der Bauinnung Wasserburg-Ebersberg malt düsteres Bild

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Ein düsteres Bild malt der Obermeister der Bauinnung Wasserburg-Ebersberg und prophezeit für die nächsten Jahre einen tief greifenden Wandel im Baugewerbe. Dies und mehr aus der Ausgabe von vor 25 Jahren.

Von Laura Hofner

Wasserburg – Alle Jahre wieder – mit diesen Worten beschrieb Joe Prantl den Antrag des „Arbeitskreis 68“und die darauffolgende Diskussion im Hauptverwaltungsausschuss.

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Schnell war klar, dass gegen die große Sommerausstellung selbst nichts einzuwenden sei. Gründe für Diskussionen ergeben sich nur wegen der Wahl des Zeitpunkts: dieses Mal vom 29. Juli bis 6. September. Dies sei schließlich die Hauptreisezeit, meinte Prantl, und da finde er es unverantwortlich, den Besuchern den historischen Rathaussaal, mit dem schließlich auch in allen Prospekten der Stadt geworben werde – vorzuenthalten. Diesem Argument hielt Anton Hundmeier entgegen, dass die Ausstellung genau zu diesem Zeitpunkt im Jahr bereits Tradition geworden sei. Um zu klären, wie viele Besucher nun wirklich in die Ausstellung und wie viele wegen des Rathaussaales in die Stadt kämen, wünscht sich der Verwaltungsausschuss für die nächsten Jahre aussagekräftiges Zahlenmaterial.

Ein düsteres Bild malte der Obermeister der Bauinnung Wasserburg-Ebersberg, Martin Haydn, bei der Versammlung in Wasserburg. Es werde in den nächsten Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel im Baugewerbe geben, der Markt werde um 25 bis 50 Prozent schrumpfen. Grund dafür ist in den Augen Haydns gleich ein ganzes Bündel von Entwicklungen, für die überwiegend die große Politik verantwortlich sei. Steuern und Abgaben würden „exzessive erhöht“, es fließe zu viel Geld in den Osten, das im Westen fehle und die neue Bauförderung gehe klar am Ziel vorbei. Betriebsschließungen und Konjunktur hielte er für fast unausweichlich. Im Moment ist von den Turbulenzen allerdings noch wenig zu spüren: Mit 95 Lehrlingen hat man wieder ein hohes Ausbildungsniveau erreicht.

Weitere Meldungen in der Woche vom 2. bis zum 8. November 1995:

Jerusalem – Die Ermordung des israelischen Regierungschefs Izchak Rabin hat weltweit Sorge um den Friedensprozess in Nahost ausgelöst. PLO-Chef Arafat, der zusammen mit Rabin und Peres den Friedensnobelpreis erhalten hatte, sprach von einer Tragödie. Zahlreiche Regierungen äußerten Bestürzung über das Attentat, bei dem Rabin durch einen Studenten niedergeschossen worden war.

Hannover – Popstar Michael Jackson hat Box-Weltmeister Henry Maske bezwungen – zumindest bei den Einschaltquoten. Der Auftritt des 37-jährigen Megastars in Gottschalks Show „Wetten, dass…?“ war das Fernseh-Ereignis des Jahres. Mit 17,99 Millionen Zuschauern setzte sich die ZDF-Sendung an die Spitze der TV-Hitliste und übertraf die 17,61 Millionen Box-Fans, die im Oktober bei RTL die Titelverteidigung von Maske gegen „Rocky“ Rocchigiani verfolgt hatten.

Münster – Auf den Pisten der Wintersportgebiete kommt es immer häufiger zu Zusammenstößen von Skifahrern. Da auch auf den Brettln die Straßenverkehrsordnung gelte, sei es am Hang sinnvoll, Skizzenblock und Kamera bei sich zu führen, um der privaten Haftpflichtversicherung den genauen Unfallhergang illustrieren zu können, empfahl die Westfälische Provinzial. In der Saison sei mit 100 000 Unfällen zu rechnen.

Kiew – Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und dem Westen über die Stilllegung des Kernkraftwerks Tschernobyl stehen vor dem Durchbruch. Nach einem Angebot der sieben führenden Industrienationen G7, 2,3 Milliarden US-Dollar für die Schließung zu geben, wurde der Dialog in Kiew um einen Tag verlängert.

Wien – Die 19-jährige Nonja – angeblich das einzige malende Orang-Utan-Weibchen der Welt, bemalt jetzt auch Etiketten für Weinflaschen. Ein Weinbauer ziert seinen Pinot Blanc mit Werken des im Tierpark Schönbrunn lebenden Affenweibchens. Zehn Prozent des Erlöses sollen dem Zoo zugutekommen und für den Umbau des Affenhauses genutzt werden.

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