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Bericht der Behindertenbeauftragten

„Senioren-Spielplatz“ steht auf der Wunschliste für Schnaitsee

Am Weitsee  in Schnaitsee sorgt dieser Zugang bisher für einen sicheren Einstieg für Menschen mit Behinderung.
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Am Weitsee sorgt dieser Zugang bisher für einen sicheren Einstieg für Menschen mit Behinderung. Er soll erneuert werden.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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In Schnaitsee könnte Mitbürgern mit Behinderung das tägliche Leben erleichtert werden. Behindertenbeauftrage Marianne Fraitzl nennt mehrere Ansatzpunkte.

Von Manfred Heistracher

Schnaitsee - Mit einem Lob startete Marianne Fraitzl als Behindertenbeauftragte der Gemeinde Schnaitsee kürzlich ihren Jahresbericht im Gemeinderat. Der Sozialkreis Schnaitsee sei sehr aktiv. Gerade in der schwierigen Corona-Zeit war dieser Zusammenschluss aus verschiedenen sozialen Einrichtungen und Vereinen eine wichtige Stütze., so Fraitzl. Sie freue sich auch wieder, einen Bericht persönlich vortragen zu können, coronabedingt war das in den vergangenen Jahren nicht möglich.

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Das Seebad am Weitsee war erstes Thema im Bericht. Die Anregungen hinsichtlich einer behindertengerechten Dusche wurden mittlerweile umgesetzt: Es wurden Haltegriffe montiert und der Sitz erhöht. Der schon altersschwache Behinderteneinstieg ins Seebad wird bis zur neuen Saison ersetzt, die Vorbereitungsarbeiten in der Werkstatt laufen dazu bereits. Dies ist auch dringend notwendig, der Steg wird von vielen Menschen, mit und ohne Behinderungen, gerne genutzt, hieß es. Wichtig wäre aber für den Sommer 2023 auch den Zugang, also die Wegstrecke hin zum Steg, einfacher zu gestalten, so Marianne Fraitzl. In der moorigen Seebadwiese sei beispielsweise mit einem Rollator ein Vorankommen kaum möglich. Ein befestigter Kiesweg, beispielsweise mit Staffnerkies, könnte eine deutliche Erleichterung bringen, erklärte Fraitzl.

Bemängelt wurde auch das hölzerne Podest entlang des Funktionsgebäudes. „Es ist zu schmal, dass es für Rollstuhlfahrer oder Benutzer von Rollatoren wirklich praktikabel wäre“, machte die Behindertenbeauftragte deutlich.

Schon mehrfach angesprochen und diskutiert wurde ein „Seniorenspielplatz“, wobei das mehr im Sinne einer Outdoor-Fitness-Anlage gemeint ist, erklärte Fraitzl weiter. Auf alle Fälle, so führte sie aus, wäre ein Treffpunkt für ältere Menschen mit der Möglichkeit zu körperlicher Ertüchtigung wünschenswert.

Als Stolperfalle im Alltag falle tagtäglich der hohe Randstein von der Raiffeisenstraße Richtung Raiffeisenparkplatz am Kirchenweg auf, mahnte Fraitzl weiter. „Es bedarf schon einer gewissen Rüstigkeit, um mit einem Rollator oder einem vollen Einkaufswagen diese Stufe zu nehmen“, stellte sie fest und weiter: „Eine Absenkung wäre für viele Mitbürger eine große Erleichterung.“

Leider gebe es noch immer keinen Lösungsansatz, um das katholische Pfarrheim barrierefreier zu machen, bemängelte Fraitzl außerdem. Seit Jahren sei das bereits ein Thema. Das Obergeschoss könne nach wie vor nur über eine Treppe erreicht werden. Für gehbehinderte Mitbürger sei es deshalb nahezu unerreichbar. Sie hätten somit keinen Zugang zur öffentlichen Bücherei und zum Pfarrsaal. „Da hilft es dann auch nicht, wenn die Behinderten-Toilette im Obergeschoss untergebracht ist“, bemängelte Fraitzl.

Die 30er-Zone im Umfeld der Seniorenwohnanlage wurde hingegen von der Beauftragten gelobt, eine Verlängerung durch das Dorfzentrum wäre aber noch besser. Weitergehende verkehrstechnische Maßnahmen seien bekanntlich schwierig, wobei es durchaus Kommunen gebe, die eigene Wege gehen würden. Im oberfränkischen Pettstadt wurde im Herbst 2021 im ganzen Ort eine 30er-Zone eingeführt, nannte Fraitzl als Beispiel.

Für die Zukunft wünscht sie sich eine Seniorentagesstätte in Schnaitsee. „Der Bedarf steigt in unserer alternden Gesellschaft deutlich“, so die Behindertenbeauftragte. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2005 habe sich die Anzahl der Mitbürger mit einem Pflegegrad 1 von 100 auf 300 Personen verdreifacht. Abschließend wies sie noch auf das Landespflegegeld Bayern hin. Ab Pflegegrad 2 könnten Pflegebedürftige jährlich 1.000 Euro Unterstützung beantragen – und dies einigermaßen unbürokratisch, wie Marianne Fraitzl festgestellt hat.

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