JAHRESVERSAMMLUNG DER WASSERBURGER DAV-SEKTION

Die Sektion wächst und wächst

„Goldene Karabiner“erhielten Dr. Denis Barth, Franz Raab, Waltraud Holzapfel, Marlies Klier, Hans Wimmer und Fritz Gottwald (von rechts), er bekam auch den für Jan Erich Stokker aus Norwegen, der zu Touren im hohen Norden eingeladen hatte. Wenn er im Sommer nach Wasserburg kommt, bekommt auch er seinen „Goldenen“. Vonau
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„Goldene Karabiner“erhielten Dr. Denis Barth, Franz Raab, Waltraud Holzapfel, Marlies Klier, Hans Wimmer und Fritz Gottwald (von rechts), er bekam auch den für Jan Erich Stokker aus Norwegen, der zu Touren im hohen Norden eingeladen hatte. Wenn er im Sommer nach Wasserburg kommt, bekommt auch er seinen „Goldenen“. Vonau

Die Wasserburger DAV-Sektion wächst und wächst. Stand bei der Jahresversammlung traten ihr im Januar 93 neue Mitglieder bei, macht ganz aktuell 3676 Mitglieder. Es gab auch 2017 wie immer Kündigungen, 110 waren es, die Neuaufnahmen überwogen mit 254 Neumitgliedern. „Ich bin zufrieden“, sagt Vorsitzender Fritz Gottwald. Die Mitglieder wohl auch: Bei den Neuwahlen gab es keine Gegenstimmen, der komplette Vorstand samt allen Beiratsmitgliedern ist für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt.

Wasserburg– Ein Selbstläufer sind die Werktagstouren donnerstags und freitags, geplant von mittlerweile acht Tourenorganisatoren. Der Bus ist jedes mal gut ausgelastet, im Schnitt sind je nach Wetter Woche für Woche 70 Leute bei diesen Touren dabei.

Das Jahresprogramm bietet vieles für Bergfreunde: Ski- und Schneeschuhtouren, Hochgebirgstouren, Klettern, Bouldern, Wandern in anderen Ländern, Ausbildungen, Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche. Manches allerdings wird schwieriger. Die Hütten sind mittlerweile sehr gefragt, Anzahlungen werden verlangt und die übernimmt der Tourenorganisator zunächst aus eigener Tasche. Die Bitte des Vorsitzenden: Bald anmelden. Was dann allerdings auch für Ärger sorgen kann, wenn Touren früh ausgebucht sind. Einen Stichtag für die Anmeldungen mache wenig Sinn, so Fritz Gottwald, „zufriedenstellend ist dieses Problem nicht zu lösen“.

Und „ein bisserl der Nachwuchs fehlt“ bei den Familientouren. Fritz Gottwald und seine Frau Erika organisieren unter anderem diese. Aus Erfahrung weiß er, „da geht was“. Beim letzten Familienwochenende waren 56 Leute dabei.

Einiges geschehen ist 2017 im Hintergrund. Die AV-Homepage ist komplett neu gestaltet, ausgestattet mit einem Kalender mit neuesten Informationen zu den Touren. Der Boulderraum im „fit&fun“ bekam neue Routen wie auch die Kletterwand an der Realschule, die ständig umgeschraubt werden und der Kooperationsvertrag mit der Sektion Mühldorf scheint in Bewegung zu kommen, vermehrt fahren Mitglieder nach Waldkraiburg ins Kletterzentrum. Das DAV-Büro am Kaspar-Aiblinger-Platz wird rege genutzt, mit einem zweiten Arbeitsplatz ist mehr Service für die Mitglieder möglich. Die Leitung hat Marianne Reich, die Seele dort und im Verein, für die es viel Lob gab.

Die steigende Mitgliederzahl zeigt sich auch im Kassenbericht von Markus Reheis. Die Mitgliederbeiträge stiegen um 9,9 Prozent, Ausgaben von rund 171 000 Euro standen letztes Jahr Einnahmen von rund 186 400 Euro gegenüber, bleibt ein Plus von 15 000 Euro. Die meisten Ausgaben gehen mit 85 000 Euro an den Hauptverein. 42 000 Euro kosten die Busfahrten, ein Defizitgeschäft von rund 5800 Euro, das die Sektion in Kauf nimmt, alle sind sich einig: „Wir wollen mit dem Bus fahren“.

Begonnen hat im vergangenen Jahr der Umbau der vereinseigenen Hütte im Arzmoos, die „sehr gut besucht wird, ein schönes Fleckerl, wo man sich gerne trifft“, so Hüttenreferent Rupert Altermann. Entstanden ist unter anderem ein zweiter Ausgang, in Sachen Brandschutz sollen auch heuer noch einige Maßnahmen folgen.

Endlich gefunden: Neuer Jugendleiter

Für die DAV-Jugend gab es erfreuliches, mit Daniel Hofweber hat sie einen neuen Jugendleiter, nach seiner Grundausbildung war er mit Jugendlichen schon beim Klettern, Skifahren und bei einem Hüttenwochenende. Und angehende Jugendleiterin ist Franziska Oberhuber. Jugendreferent Matthias Seibt und Elisabeth Seibt hielten– alle zwei Wochen Gruppenstunden, es gab Radltouren, Bootfahrten und Skiausflüge.

Nur Positives gebe es zu berichten von den Werktagstouren, so deren Referent Max Seitz, der auch Naturschutzreferent ist, was er „etwas schleifen gelassen hat“, wie er gerne zugab, weil er sich viel mit der neuen Homepage beschäftigt hatte. Zufrieden ist er trotzdem, denn „bei uns setzt sich keiner in die Blumen und geht keiner vom Weg ab, das ist bei uns verwurzelt, ich kann nur loben“. Gleichzeitig würde er sich freuen, wenn im Bereich Naturschutz etwas nachwachsen würde.

„Was wir anbieten, ist immer voll“, so Ausbildungsreferent Georg Mühlbauer. Und die Nachfrage sei groß. 18 Fachübungsleiter und Trainer engagieren sich beim Wasserburger Alpenverein, gesucht werden weitere vor allem für die Bereiche alpines Klettern, Skihochtouren oder auch Skilanglauf. „Die Ausbildungen sind hochanspruchsvoll und spannend und man lernt viel.

„Für jeden etwas“ ist das Motto von Tourenwart Horst Zantner, wenn er das Jahresprogramm zusammenstellt. Für dieses Jahr sind es 21 Ski- und Schneeschuhunternehmungen, zehn Wander- und Bergtouren, sechs Mountainbike-Touren, acht Hochtouren und 20 Ausbildungsangebote im Eis, am Fels und Klettersteigen bis zum Ersten-Hilfe-Kurs, im Familien-, Kinder- und Jugendprogramm stehen acht feste Termine.

Die Jubilare ehrt der Alpenverein bei seiner Weihnachtsfeier, den „Goldenen Karabiner“ für außergewöhnliche Touren in den Bergen gibt es bei der Jahresversammlung. Heuer waren es gleich sieben „Goldene Karabiner“ und die überreichte Zweiter Vorsitzender Ernst Peter an zwei Frauen und vier Männer, darunter Vorsitzender Fritz Gottwald, der vorübergehend zwei dieser Auszeichnungen hat, bis er einen „Goldenen Karabiner“ an den Norweger Jan Erich Stokker überreichen kann, wenn er die Wasserburger Bergfreunde besucht.

Sonnenuntergang nach Mitternacht in norwegischen Bergen

Stokker hatte diesen im Sommer letzten Jahres nach Norwegen eingeladen, 18 brachen von Wasserburg auf Richtung Norden bis knapp unter dem Polarkreis. Erst am späten Nachmittag brachen sie auf zu einer Wanderung zu den sieben Schwestern, weil vorher das Wetter schlecht war. Es ging hoch hinauf, mitunter waren die Steine glitschig, einige kehrten irgendwann um, die nun sechs Ausgezeichneten wollten weiter und schafften die 26 Kilometer, die 3525 Höhenmeter, hinauf auf die rund 1000 Meter hoch gelegenen Berge und wieder hinunter. 17 Stunden waren sie unterwegs und erlebten dabei einen sensationellen Sonnenuntergang nach Mitternacht und gleich danach einen ebenso sensationellen Sonnenaufgang über dem arktischen Meer.

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