Bei schweren Unfälle im Raum Wasserburg ist oft Alkohol im Spiel

Die Unfallstatistik im Dienstbereich der Polizeiinspektion Wasserburg verzeichnet in fast allen Bereichen einen Rückgang im Vergleich zum Jahr 2018. Klinger/OVB
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Weniger Unfälle, weniger Todesopfer: Die Polizeiinspektion Wasserburg vermeldet eine positive Entwicklung auf den Straßen im Dienstbereich. Das sind wichtigsten Zahlen.

Wasserburg – Auffällig trotzdem: der hohe Anteil von Wildunfällen. Doch in den meisten Fällen gingen diese auch im vergangenen Jahr glimpflich aus.

42 000 zugelassene Fahrzeuge

Der Dienstbereich der Polizeiinspektion (PI) Wasserburg umfasst die Gemeinden, Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramberg, Rott, Schonstett, Soyen und die Stadt Wasserburg – mit rund 46 000 Einwohner auf 321 Quadratkilometern Fläche. Hier sind etwa 42 000 Fahrzeuge zugelassen.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich 1372 Verkehrsunfälle, 2018 waren es 1429. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 57 Unfälle beziehungsweise 3,38 Prozent. Eine positive Entwicklung, die nach Einschätzung von Wasserburgs PI-Chef Markus Steinmaßl jedoch nicht einem bestimmten Grund zuzuordnen ist. Vor allem die Zahl der Kleinunfälle sei zurückgegangen, das könne auch an baulichen Veränderungen an Straßen liegen. Die Unfallkommission mit Vertretern des Landratsamtes, der Polizei und der Straßenbaulastträger seien hier regelmäßig um Verbesserungen bemüht.

Drei Personen wurden bei Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr getötet (2018 waren es vier), 258 verletzt (2018: gleichbleibende Anzahl). In der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sind 471 sogenannte Wildunfälle beinhaltet. Das heißt also: Bei jedem dritten Unfall war ein Wildtier beteiligt. Im Wasserburger Land mit den vielen Waldanteilen nicht verwunderlich.

208 Verkehrsunfälle wurden nach Angaben der PI Wasserburg wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (2018: gleichbleibende Anzahl) erfasst.

Als Hauptunfallursachen nennt die Polizeiinspektion „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren“.

Zwei Bundesstraßen im Dienstbereich

Bei den Unfällen mit schweren Folgen ist immer noch der Konsum von Alkohol und berauschender Mitteln eine sehr häufige Ursache. Von 79 erkannten Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss endeten im vergangenen Jahr 18 mit einem Unfall. 61 Fahrten wurden durch Kontrollen rechtzeitig beendet, sieben konnten ganz (noch vor Fahrtantritt) verhindert werden, teilt die PI mit.

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion liegen zwei Bundesstraßen – die B 15 und die B 304. Das heißt nach Informationen von Wasserburgs PI-Leiter Steinmaßl nicht unbedingt, dass diese Bundesstraßen Unfallschwerpunkte sind. Denn sie seien weniger kurvenreich und in der Regel gut ausgebaut. Komme es jedoch zu einem Unfall, falle dieser in der Regel aufgrund der höheren Geschwindigkeit schwerer aus als auf Dorfstraßen.

Intensive Kontrollen auf der Kesselseestrecke

Ein Unfallschwerpunkt ist außerdem die kurvenreiche Kesselseestrecke, auf der auch viele Motorradfahrer unterwegs sind. Hier findet regelmäßig Schwerpunktkontrollen statt – als gemeinsame Aktionen mit den Polizeidienststellen Ebersberg und Haag sowie der Verkehrspolizei, Hohenbrunn, Mühldorf und Rosenheim. Mit nach wie vor ernüchternden Ergebnissen (wir berichteten).

2019 war dort im Bereich Steinhöring auch ein Polizist der PI Wasserburg tödlich verunglückt. Am 17. Mai dieses Jahres hatte sich ein schwerer Motorradunfall ereignet.

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