Schulstart mit Freude und Maske: So erlebte Jonas Obermaier aus Isen den aufregenden Tag

Wohin werden die Schulwege führen? Durch Optimismus und Freude das Beste daraus zu machen, haben sich Jonas und sein Bruder Lukas mit der Mama Julia und dem Papa Franz vorgenommen.
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Wohin werden die Schulwege führen? Durch Optimismus und Freude das Beste daraus zu machen, haben sich Jonas und sein Bruder Lukas mit der Mama Julia und dem Papa Franz vorgenommen.

Der Schulstart ist ein großes Ereignis. Nicht nur die ABC-Schützen sind aufgeregt, auch ihre Eltern und Großeltern. Andreas Burlefinger aus Edling, Mitarbeiter der Wasserburger Zeitung, hat in den vergangenen Wochen miterlebt, wie sein Enkel Jonas aus Isen dem ersten Schultag entgegenfiebert.

Isen/Edling – Der Großvater, daheim in Edling, stellt fest: „Kinder nehmen es lange nicht so schwer wie Erwachsene, dass der Schulstart heuer unter Corona-Auflagen stattfindet.“

„Ich möchte endlich lesen lernen, dann ist mir nicht mehr so langweilig“, sagte der sechsjährige Jonas Obermaier aus Kemating in der Marktgemeinde Isen schon vor einigen Monaten – mitten im Corona-Lockdown, als sein Kindergarten in Mittbach geschlossen bleiben musste. Umso größer war seine Freude, als gleich nach den Pfingstferien zumindest für die Vorschulkinder der Besuch wieder möglich wurde. Denn für Jonas war klar: „Als Vorschulkind bin ich schon groß.“

Endlichlesen lernen

Mit viel Engagement und kreativen Ideen bereiteten die Mitarbeiterinnen des Kindergartens Jonas und die anderen Kinder auf den baldigen Schuleintritt vor. Der Umgang mit der Maske und die Vorgaben der Hygieneschutzregeln standen dabei genauso auf dem Plan wie das Festigen von sozialer Kompetenzen – wofür trotz Corona noch ein Lagerfeuerabend mit Würstlgrillen durchgeführt wurde.

Auch die Gestaltung der Schultüte war Inhalt dieser Vorbereitungen in der Vorschulgruppe. Für Jonas war klar, die Tüte muss was mit Fußball zu tun haben. Schließlich ist sein drei Jahre älterer Bruder Lukas Fußballer in einer „richtigen“ Mannschaft beim TSV Isen. Was natürlich auch Jonas erklärtes Ziel ist. Wie für alle Eltern von schulpflichtigen Kindern waren die großen Ferien auch für die Mama und den Papa von Jonas mit dem Hoffen und Bangen verbunden, ob und wie der erste Schultag überhaupt stattfinden kann. Diese Gedanken konnten im Urlaub auf der Sonneninsel Bornholm zumindest etwas in den Hintergrund gedrängt werden – ebenso wie bei einer Bergwanderung mit Oma und Opa auf der Kampenwand.

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Eine Woche vor Unterrichtsstart kamen von der Grund- und Mittelschule Isen über das Internet die Informationen, wie der Ablauf des ersten Schultages für Jonas sein wird. Mama und Papa dürfen zumindest teilweise mit dabei sein. „Ob die Erstklässler eine größere und somit längere Begrüßungsfeier überhaupt vermissen? Vermisst das kindliche Denken das, was es gar nicht kennt?“, fragt sich der Großvater.

Dann war er da, der erste Schultag im Leben von Jonas. An der Grund- und Mittelschule in Isen wurden die drei ersten Klassen unabhängig voneinander zu verschiedenen Uhrzeiten empfangen – zunächst mit einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter Rektor Michael Oberhofer in der Turnhalle. Danach ging es gleich und nur in Begleitung der Klassenleitung zu einem ersten kurzen Unterrichtstag in das Klassenzimmer – ohne Mama und Papa, ohne Geschwister, ohne Großeltern oder der Patentante. In der Klasse durften die Grundschüler neben der Schultüte und dem Schulranzen auch die Maske wieder ablegen.

Maske kein großes Problem

„Für Jonas scheint das mit der Maske sowieso kein großes Problem zu sein. Er hat sich gemeinsam mit seinem Bruder Lukas offenbar gut daran gewöhnt. Beide machen erkennbar und zuverlässig das Beste daraus“, stellt Andreas Burlefinger fest. „Wenigstens hat die Schule mit Präsenzunterricht und nicht mit Home-Schooling begonnen“, zeigte sich die Mama von Jonas erleichtert. Sie hofft, dass es nach den Erfahrungen in den Wochen des Lockdown weiter so bleiben kann. „Lieber die Maske in den Begegnungsflächen der Schule und im Bus, als noch einmal die Doppelbelastung mit Arbeit und Schulaufgaben zu Hause“, meinte sie dazu.

Eltern fühlen sich gut betreut

Trotzdem fühlte sich die Familie durch die Klassenlehrerin des älteren Sohns Lukas gut betreut. „Das hat recht gut geklappt und die Lehrerin hat sich da wirklich umfassend und mit sehr viel Engagement um ihre Schüler gekümmert“.

Für Jonas war es am Ende des ersten Schultages wichtig, seinen Schulanfang gemeinsam mit der Familie bei einem Essen in einem Gasthaus zu feiern. Natürlich war dabei auch der Inhalt der Schultüte ein Thema. Diese hatte seine Tante Monika, die auch seine Taufpatin ist, nach ihren eigenen Entwürfen genäht. Der geliebte Fußball spielte, wie versprochen, eine große Rolle bei der Gestaltung.

Verständnis fürdie Kinder gefordert

„Wer diesen ersten Schultag in Isen miterleben durfte, kann darauf hoffen, dass die Lebensfreude der Kinder die Corona-Beschränkungen überdauern wird. Das wird möglich sein, wenn die Erwachsenen Verständnis für die Seelen und Bedürfnisse der Kinder haben. Das gilt insbesondere für die Erwachsenen, die Verantwortung in Politik und Gesellschaft haben. Und für die, die meinen, es wäre jetzt Zeit für eigene Egoismen und Selbsterfüllung. Kinder haben es für ihre Zukunft verdient, beachtet und geachtet zu werden. Besonders dann, wenn es um ihre schulische Bildung geht“, findet Jonas Großvater.

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