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Schulsozialarbeit in Wasserburg und Edling ist eine Stütze in der Coronakrise

Herausforderung: das Homeschooling.
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Herausforderung: das Homeschooling.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Schon in der Vor-Corona-Zeit waren sie wichtige Stützen im Schulleben. Jetzt – im Lockdown mit Homeschooling – ist ihre Unterstützung noch wichtiger geworden: Die Schulsozialarbeiterinnen in Wasserburg und Edling helfen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien durch die Krise und unterstützen die Lehrerkollegien.

Wasserburg/Edling – „Wer hätte das gedacht: Die Kinder vermissen ihre Schule sehr“, stellt Dagmar Kopriva, Sozialarbeiterin an der Mittelschule Wasserburg, fest. „Bei aller Virtualität: Online-Unterricht ist kein Ersatz zum persönlichen Treffen.“ So sieht es auch ihre Kollegin an der Mittelschule Edling, Sarah Miebach.

Größte Sorge der Schüler: „Verpasse ich was?“

Sie sind derzeit besonders gefordert: Denn vor allem die älteren Schüler beschäftigt die Frage „Verpasse ich was?“ Sie sorgen sich um ihren Abschluss in Corona-Zeiten, fragen sich, ob sie auch daheim im Homeschooling eine gute Vorbereitung schaffen, berichten die Schulsozialarbeiterinnen.

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Sie unterstützen – per Videokonferenzen, extra eingerichteten Chats, Mail, Anrufen – und sogar bei Hausbesuchen. Im zweiten Lockdown hat sich in vielen Familien nach ihren Erfahrungen zwar viel getan in puncto Online-Technik, doch nach wie vor gebe es auch Probleme: Mal fehle ein Laptop, mal sei kein Wlan vorhanden, mal seien die Zugangsdaten verloren gegangen, mal gebe es Sprachbarrieren zu überwinden. Spenden wie jene der Firma Huber & Sohn, die Leih-Tablets finanzierte, helfen. Und wenn selbst diese nicht bedient werden können, werden den Kindern die Arbeitsblätter halt an die Haustür gebracht.

Organiseren, helfen, Mut machen

Hauptaufgabe der Schulsozialarbeiterinnen: organisieren, unterstützen, helfen, Mut machen. Mit Erfolg, wie es scheint: „Die Stimmung in der Schulfamilie ist noch ziemlich gut“, sagt Kopriva. „Wir tun alles, um die Lehrer und Familien zu unterstützen, damit niemand in dieser Zeit hinten runterfällt.“

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Kreativität, Flexibilität und ein erweitertes Angebot der Schulsozialarbeiter seien sehr gefragt, berichtet auch Startklar Soziale Arbeit Oberbayern als Träger der Schulsozialarbeit in Wasserburg und Edling. Vermehrte Hausbesuche – coronakonform – seien nicht nur eine wertvolle pädagogische und psychosoziale Unterstützung für die Familien, sondern hätten oft den Charakter einer „Rund-um–Unterstützung“. Es werde Hilfestellung bei Lerninhalten, beim Umgang mit der Homeschooling-Technik und in Alltags- wie auch Erziehungsfragen gegeben. Dies sei besonders für Familien mit Migrations- und Fluchthintergrund sehr wichtig, aber auch für alle anderen benachteiligten Familien.

Einige dieser Aufgaben nehmen auch die 51 Schulbegleiter von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern für ihre Schützlinge wahr. Sie unterstützen coronakonform die ihnen anvertrauten Inklusions-Schüler im Homeschooling.

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„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind absolut systemrelevant und nehmen ihre Verantwortung auch in dieser besonderen Zeit sehr ernst. Sie unterstützen, wo sie können, klären auf, bleiben vernetzt und sind für die Menschen in unserer Region da“, erklärt Silvio Gödickmeier, Geschäftsführer von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern.

So bietet die Jugendsozialarbeit von Startklar im Landkreis Rosenheim auch eine Online-Beratung an. Per Mail können Klienten am Montag und Dienstag Dagmar Kopriva von der Mittelschule Wasserburg von 15 bis 17 Uhr unter kopriva@startklar-soziale-arbeit.de erreichen und Sarah Miebach von der Franziska-Lechner-Schule Edling von Mittwoch und Donnerstag jeweils von 13 bis 15 Uhr unter miebach@startklar-soziale-arbeit.de.

Auch Ehrenamtliche unterstützen

Ein weiterer wertvoller Netzwerkpartner für die Jugendsozialarbeit seien die ehrenamtlichen Paten des Projekts „Jugend in Arbeit, unter der Leitung „junge arbeit rosenheim“, vertreten durch eine der drei Projektleiterinnen, Regina Haidn. . Die ehrenamtlichen erfahrenen Unterstützer greifen den Schülern dort unter die Arme, wo coronabedingt größere Lücken entstanden sind und geben ihnen Tipps zum eigenständigen Lernen, sind Motivatoren und Hilfestellung bei Hausaufgaben und der beruflichen Orientierung. Die Paten sind oft Rentner, gehören also zur Risikogruppe. Viele haben sich zur Freude der Schulsozialarbeiterinnen jedoch „mega eingearbeitet“ in die neuen Medien und Online-Kontaktmöglichkeiten.

Wer hat Interesse, als Pate zu helfen?

Wer Lust und Interesse daran hat, als Schulbegleitung den Schülern im Homeschooling oder auch wieder in der Präsenzphase zu unterstützen, erreicht die Teamleitung Gabriele Gruner von Startklar unter der Nummer 0152 52 588 591. Wer sich für ein Ehrenamt als Pate interessiert, wendet sich an Regina Haidn unter 0157 34 092 990.

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